Kundgebung am 9.9.2012 – 11:00 Uhr Bebelplatz, Berlin

Auf Messers Schneide

Kundgebung 9.9.2012 – 11:00 Uhr Bebelplatz, Berlin

Auf Messers Schneide: Religionsfreiheit

Für Religionsfreiheit, gegen Kriminalisierung und Bevormundung

Nach dem umstrittenen Kölner Beschneidungs-Gerichtsurteil ist deutschlandweit eine heftige Diskussion entbrannt, wie man künftig mit der Jungenbeschneidung umgehen will, die vor allem in Judentum und Islam praktiziert wird.

Wir sind entsetzt über eine von Vorurteilen und diffusen Ängsten geprägte Diskussion, die teils hysterische Züge annimmt und antisemitische und antiislamische Stereotypen bemüht, wie sie für eine aufgeklärte und humanistisch gebildete Gesellschaft – besonders nach der Schoa – absolut indiskutabel sein sollten. Juden und Muslime stehen urplötzlich da als “Kinderquäler”, als schlechte und lieblose Eltern, die an wehrlosen Kindern angeblich archaische und blutige Rituale vollführen. Dabei ist der Eingriff selbst rein medizinisch weltweit akzeptiert und nicht zuletzt darum von der WHO empfohlen, die die Vorteile der Praxis betont, etwa was das Risiko einer Krankheits-Übertragung oder Hygiene allgemein angeht. Nachteile für die männliche Sexualität sind nicht nachweisbar.

Für Juden und Muslime hat die Beschneidung der Jungen eine zentrale identitätsstiftende Bedeutung – religiös wie kulturell. Es gibt schlicht keinen “Leidensdruck”, der die Wogen der Empörung rechtfertigen würde. Das Kölner Urteil hat eine rechtliche Unsicherheit verursacht: das Jüdische Krankenhaus Berlin etwa hat die Beschneidungen bis zur Klärung ausgesetzt. Für Juden und Muslime ist es ein äußerst unerfreulicher Zustand, dass Beschneidungen so der Ruch des Illegalen oder gar der Menschenrechtsverletzung anhaftet.

Wir rufen auf zu Toleranz, Weltoffenheit und Gelassenheit gegenüber einer Tradition, die für die jüdische und muslimische Identität essentiell ist. Ohne die grundsätzliche Legalität der Beschneidung der Jungen ist in Deutschland kein jüdisches Leben möglich, kein muslimisches Leben und kein interkulturelles Miteinander.

Das Urteil des Kölner Landgerichts hat zwar keine rechtliche Bindungswirkung, die Rechtsunsicherheit für Eltern, Ärzte und Beschneider hat jedoch erheblich zugenommen, und es ist niemandem zuzumuten, sich auf die bloße Möglichkeit einer Straflosigkeit zu verlassen. Diese Situation wäre auch einem Rechtsstaat wie der Bundesrepublik Deutschland unwürdig. Deshalb muss umgehend Rechtssicherheit geschaffen werden.

Wir fordern die lautstarken Beschneidungs-Gegner auf, sich eingehender mit Juden und Muslimen auseinanderzusetzen, anstatt vorschnelle Verbotsforderungen zu erheben. Wir fordern Respekt für unsere kulturellen und religiösen Traditionen. Und wir fordern Respekt für jüdische und muslimische Eltern, die ihre Kinder nicht weniger lieben als die Eltern der deutschen Mehrheitsgesellschaft dies tun. Wir wehren uns dagegen,
kriminalisiert oder als archaisch und blutrünstig hingestellt zu werden.

Für gegenseitigen Respekt und ein friedliches Miteinander!

Veranstalter (alphabetisch):
– Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA)
– Das Organisationsteam*

Dieser Aufruf wird unterstützt von (alphabetisch, weitere Unterzeichner/innen folgen):

– American Jewish Committee (AJC)
– Arbeitskreis jüdischer Sozialdemokraten Berlin-Brandenburg
– AVIVA-Berlin, Online Magazin und Informationsportal für Frauen / Sharon Adler
– Berliner Missionswerk/ Ökumenisches Zentrum, vertreten durch den Landespfarrer für interreligiösen Dialog, Pfarrer Dr. Andreas Goetze
– Bundesverband Jüdischer Ärzte und Psychologen in Deutschland
– Bundesverband Jüdischer Studierender in Deutschland (BJSD)
– Chabad Jüdisches Bildungszentrum
– Deutsche Aschkenas-Gesellschaft e. V.
– Deutsche Schüler und Studenten Union (DSSU) Osnabrück
– Deutsch-Israelische Gesellschaft Arbeitsgemeinschaft Berlin und Potsdam
– Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Berlin
– Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO)
– Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan Kramer
– Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Berlin e.V. (GCJZ Berlin)
– Global Muslim Jewish Friendship Forum (GMJFF)
– Honestly concerned
– INI-Institut Neue Impulse e.V.
– Jewiki, Online-Enzyklopädie zum Judentum / Michael Kühntopf
– Jüdische Gemeinde Kiel
– Jüdische Gemeinde zu Berlin
– Jüdische Volkshochschule, Berlin
– Jüdisches Filmfestival Berlin & Potsdam
– Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA)
– Jugendzentrum Olam
– Jung und jüdisch
– Lauder Yeshurun
– Lichtig – Verlag, Nea Weissberg
– The Muslim Jewish Conference (MJC)
– Orthodoxe Jüdische Gemeinde zu Wolfsburg
– Raoul Wallenberg Loge – B´nei B´rith
– Schweizerischer Israelitischer Gemeindebund (SIG)
– Sehitlik Moschee
– STUDENTIM (Jüdische Studierendeninitiative Berlin)
– Synagoge Fraenkelufer
– Synagoge Joachimstaler Straße
– Synagoge Oranienburger Str.
– Synagoge Passauer Straße
– Synagoge Rykestr.
– Synagoge Sukkat Schalom Hüttenweg
– The Foundation for Ethnic Understanding (FFEU), New York
– TUS Makkabi Berlin e.V.

*das Organisationsteam (alphabetisch):
Chaja Boebel
Max Doehlemann
Tamara Guggenheim
Michael Jänecke
Sigmount Königsberg
Esther Kontarsky
Natalie Patzek
Levi Salomon
Lala Süsskind

Ansprechpartner für die Presse:

Levi Salomon, levi.salomon@gmail.com
Max Doehlemann, max_doehlemann@web.de

Daneben habe ich folgende Infos bekommen:


Neben der Anzeige gegen Rabbiner Goldberg in Hof, wurde mittlerweile auch der Berliner Rabbiner Ehrenberg angezeigt, weil er sich öffentlich – in der Talk-Show von Anne Will mit den Worten „Wir machen weiter“ zur Brit Mila bekannt hatte. Die Staatsanwaltschaft Berlin hat diese Ermittlungen jedoch eingestellt, weil ihrer Meinung nach keine Straftat vorliegt – natürlich nicht.

Rabbiner Daniel Alter wurde in Berlin Opfer eines antisemitischen Überfalls. Im Beisein seiner 6 Jahre alten Tochter wurde er krankenhausreif geschlagen, die Männer drohten dem Kind an, es zu töten. GsD ist Rabbiner Alter auf dem Weg der physischen Genesung, wie seine Tochter in Zukunft mit diesem traumatischen Erlebnis umgehen wird, ist natürlich sorgenvoll zu betrachten.

Rabbiner Andrew Steinmann, der in Frankfurt im Altersheim als Rabbiner tätig ist, wird seit Beginn der Debatte mit Hass Emails überflutet, die massiv antisemitische Inhalte haben. Und dies, obwohl er sich öffentlich nie zur Beschneidung geäußert hat. Ein Phänomen, von dem auch andere Rabbiner berichten. Auch die Betreiberin der internet-Frauenzeitschrift AVIVA (aviva-berlin.de) sieht und ihre minderjährige Tochter sich derzeit einer antisemitischen Bedrohung, sie hatte den Aufruf für die Demonstration in ihrer Zeitschrift veröffentlicht.

16 Antworten to “Kundgebung am 9.9.2012 – 11:00 Uhr Bebelplatz, Berlin”

  1. Aristobulus Says:

    …da tät ich ja sehr gern kommen wollen!, weiß jedoch nicht, ob ich’s schaffe. Zwei Tage nicht in der Klinik geht kaum oder gar nicht

    • Lydia Says:

      Na dann Gute Besserung Ari.

    • Yael Says:

      Dein Sohn ist wichtiger, Ari.

    • A.mOr Says:

      Du kannst ihn unter diesen Bedingungen nicht mitnehmen.
      Vorschlag, wir suchen eine gute Tanzlehrerin in Berlin die Lust hat ihr Arbeitsfeld auf die Westkante auszudehnen?
      Nicht Standard oder Breakdance…, sondern eher Rumba und/oder Tango, darauf Judo, dann Capoeira und/oder Taido…
      Dann noch ’ne Prise… *mußweg*

  2. felix ronald Says:

    Wenn am sonntag eine demonstration gegen das beschneidungsverbot durchgeführt wird, melde ich hiermit schon mal eine gegendemonstration an. Damit die berliner bevölkerung auch genau versteht um was es hierbei geht, werde ich auf ihrer demo mit leinwand und beamer permanent ein original kindebeschneidungsvideo vorführen, auf dem auch die todesangst-schmerzensschreie des baby zu hören sind.

    Selbst eingefleischte horrorfilm-fans haben sich erschrocken und angewidert abgewendet und NIEMAND der nur ein wenig empathie empfindet, wird nach dem sehen jemals wieder diesen babarischen akt verharmlosen können. Ich verspreche ihnen, das sie sich mit dieser demo ins eigene fleisch schneiden werden und die beschneidungsgegnerschaft um ein vielfaches steigen wird.

    • Yael Says:

      Das ist sie mal wieder: die deutsche, arrogante Drohgebärde. Demokratie gilt immer nur für die Deutschen, die immer noch meinen, andere reglementieren zu müssen, weil die ja nicht wissen, was gut für sie ist.
      Das ist der momantane Fanatismus in Reinkultur.
      Es ist Ihnen hoffentlich bekannt, dass auf einer Demo nicht eine Gegendemo auf dem gleichen Platz genehmigt wird. Viel Spaß. Dass es gar kein Verbot der Beschneidungen gibt, ist auch an Ihnen vorbei gegangen.😀

    • A.mOr Says:

      „…todesangst-schmerzensschreie des baby…“,
      „Selbst eingefleischte horrorfilm-fans haben sich erschrocken…“,
      spricht der Horrormann und geht zur Gespenster-Demo!

      • Lydia Says:

        Wieso müsst Ihr immer Gegenargumente in den Dreck ziehen? Also ich für meinen Teil kann mir sehr gut vorstellen wie schmerzhaft so eine Beschneidung für ein Baby sein muss.

        Wie wäre es mal etwas sachlicher zu bleiben? Ich kenne den Poster felix ronald zwar nicht, aber immer die Leute gleich in die Ecke der hässlichen Deutschen zu stellen finde ich nicht richtig.

        Wie wäre es mal die Argumente gelten zu lassen und vielleicht besagtes Video anzuschauen? Oder zumindest ein bisschen nachdenklich zu werden?

      • Yael Says:

        Vergleiche mit „Horrorfilm-fans“, dieses ewig dumme Gelabere „babarischen akt“ sind wohl kaum Argumente. So wird ein Szenarium aufgebauscht, und das mit Absicht, dass nicht existiert. Und dann diese lächerliche Drohgebärde, ich werde die Berliner aufklären! Wow, jetzt ham mer aber Angst.😀 Genau das ist die Art Arroganz, die ich und Juden so verabscheuen. Da wird nicht mit Juden diskutiert, sondern es wird diktiert, was richtig für jüdische Kinder ist: Deutsches Wesen … eben. Die Art Aufklärung kennt man aus der Geschichte, vor allem aus der deutschen.

        Ich war bei Beschneidungen dabei, da haben andere noch in ihre Windeln gekackt und ich lasse mir keine Videos unterschieben, dessen Wahrheitsgehalt ich nicht überprüfen kann. Es sind genug Fälschungen im Umlauf. Deshalb habe ich das Video des Herrn auch gelöscht.

        Wer sich derartig protzig hier aufführt, hat keine Sachlichkeit verdient. Ich habe echt die Nase voll von diesen selbsternannten Wahrheitswächtern. Daher tu mir bitte den Gefallen und sag nicht, wir sollen sachlich auf solche bösartige Unterstellungen reagieren. Die Grenzen der Akzeptanz auf solche Sprücheklopfer ist schon lange überschritten. Ich hoffe, du verstehst was wirkliche Argumente sind.

        Edit: In Zukunft werde ich solche Postings wie das dieses Herrn konsequent löschen.
        Ich möchte mir nicht solche Leute nicht auch noch hier antun.

      • A.mOr Says:

        Yael,
        alles gesagt, treffend! Danke.

        Chesmond,
        Du bist doch ein Beispiel für den „schönen Deutschen“ (wenn Du magst), obwohl Du offenbar auch Kritik und Unsicherheiten an und für das Judentum mit Dir trägst. Ist auch in Ordnung, wenn’s nunmal so ist, so reden wir also miteinander.
        Das tut jener eben nicht, der läßt nur ab.

        Auch ich kann nicht bei jedem Wort erklären, was ich denn präzise damit meine, kann also mißverstanden werden (und das ist beileibe keine ungewohnte Erfahrung für mich, nu), aber Du wirst mir nicht so leicht nachweisen können, daß ich „den Deutschen“ als den „häßlichen Deutschen“ überhaupt anprangere. Und bei meinem Leben, dafür hätte ich (und andere hier usw), mit etwas weniger Rücksicht/Umsicht, sehr gute Gründe! Das bitte ich dann mal zu berücksichtigen.
        Wir werden nicht als „die Guten“ geboren, wir entscheiden uns dafür (oder dagegen…)
        Wer mir (uns) nichts böses will, dem will ich schon gutes.
        Verständlich?

        Außerdem mal nebenbei erwähnt, ich bin nicht „nur“ Jude, sondern auch Deutscher (zB), und meine Kritik an „den Deutschen“ (zB, und sowas gibt’s) ist bei mir sicher nicht logische Konsequenz aus meinem jüdisch Sein heraus.
        Begreif das, vertrau mir einfach, wenn Du kannst.

        Du bist doch ’ne „ehrliche Haut“, also, Respekt.
        Nur keinen Respekt vor denen, die mir oder uns oder auch nur dem „unbekannten Nachbarn“ aus irgendwelchen finster-abgründigen Motiven heraus sehr weh tun wollen.
        Alles verständlich?

  3. Yael Says:

    „Auf der anderen Seite wird in Berlin ein Rabbiner von arabischstämmigen Jugendlichen verprügelt, wie es formuliert wird. Geschnappt haben sich die Schläger Rabbiner Alter, weil er eine Kippah trug, nicht wegen seiner Profession. Es reicht also aus, als Jude erkennbar zu sein, um sich Sorgen um seine Gesundheit machen zu müssen. Antisemitische Übergriffe sind keine Einzelfälle mehr.
    Und die Leute, die sich gestern noch Sorgen um die Gesundheit der jüdischen Babys gemacht haben, zucken heute mit den Schultern, wenn es um die Eltern dieser Babys geht. »Das waren doch die Anderen«.

    Unsichtbar werden, dann werden die Mehrheitsgesellschaft und die Minderheitengesellschaft nicht daran erinnert, dass sie ein handfestes Problem haben. Der Antisemitismus der da sichtbar wird, ist kein Problem der Gruppen aus denen die Täter kommen, sondern eines der gesamten Gesellschaft. Am allerwenigsten sollten sich eigentlich Juden damit auseinandersetzen müssen, aus ihren Reihen kommt er ja nicht. “

    http://www.sprachkasse.de/blog/2012/09/03/tiefpunkte/

    • Lydia Says:

      Bitte nicht Antisemitismus (den es ganz klar gibt) mit Beschneidungsgegnern vermischen. Dann wäre der Diskussion und dem Thema ganz klar geholfen. Ich kann das gegenseitige Fingergezeige nicht mehr hören.

      Nochmals: Ich verharmlose nicht das hier ein paar gewalttätige Spinner einen wehrlosen Mann und sein Kind angegriffen haben. Und das ganz klar aus antisemitischen Gründen.

      Aber bitte nochmals: Bitte nicht immer alles vermischen. Danke.

      • Yael Says:

        Erstens habe ich das nicht gemacht und zweitens sind bei einigen Beschneidungsgegnern sehr wohl antisemitische Motive vorhanden. Die antisemitischen Ressentiments sind durch die Beschneidungsdebatte gestiegen bzw wieder mal an die Oberfläche gekocht. Dass dieses Motiv bei den meisten nicht der Anlass ist, ist wohl klar.
        Juden und Muslime führen seit ihrer Existenz in Deutschland Beschneidungen durch und plötzlich sind alle über diesen bekannten Fakt entsetzt. Ich nenne das Heuchelei.

        PS: Beachte ebenfalls, was ich unter diesen Aufruf zur Demo gesetzt habe.

        Rabbiner Andrew Steinmann, der in Frankfurt im Altersheim als Rabbiner tätig ist, wird seit Beginn der Debatte mit Hass Emails überflutet, die massiv antisemitische Inhalte haben. Und dies, obwohl er sich öffentlich nie zur Beschneidung geäußert hat. Ein Phänomen, von dem auch andere Rabbiner berichten. Auch die Betreiberin der internet-Frauenzeitschrift AVIVA (aviva-berlin.de) sieht und ihre minderjährige Tochter sich derzeit einer antisemitischen Bedrohung, sie hatte den Aufruf für die Demonstration in ihrer Zeitschrift veröffentlicht.

      • A.mOr Says:

        Yael
        „…zweitens sind bei einigen Beschneidungsgegnern sehr wohl antisemitische Motive vorhanden.“

        Chesmond, damit ist eigentlich genug gesagt.
        Der Antisemitismus jener sich hinter dem „Kölner Beschneidungsurteil“ verbergenden ist allzuhäufig (mindestens für uns/nenne ich’s dann mal „Sensibilisierung“) nicht zu übersehen.
        Habe mal etwas Vertrauen in die Urteilsfähigkeit von dem „unbekannten Wesen“ aka Juden.😉
        Mag sein (eher noch: hoffentlich), das wir voneinander etwas lernen können, beide Seiten, Augenhöhe. Allet klar?

  4. Yael Says:

    “Eine Gruppe von Berliner Juden, das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus, hatte sich schon vor Bekanntwerden der Berliner Entscheidung entschlossen, gemeinsam mit muslimischen Verbänden, gegen die Stimmungsmache gegen Beschneidung am kommenden Sonntag auf die Straße zu gehen.

    Gemeinsame Demonstration von Juden und Muslimen

    Anders als auf Bundesebene konnten sich in Berlin jüdische und muslimische Verbände einigen: Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde Deutschlands, Kenan Kolat, wird am Sonntag auf der Demonstration sprechen.“

    Aus der Zeit.

  5. Yael Says:

    http://www.berliner-zeitung.de/berlin/demo-auf-dem-bebelplatz-berlin-gemeinsam-gegen-beschneidung,10809148,17209594.html

    „Wir werden euch nicht allein lassen“: Auf dem Bebelplatz demonstrieren Juden, Christen und Muslime gegen ein Beschneidungsverbot. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Gideon Joffe ist nicht da, Kenan Kolat, der Bundesvorsitzende der türkischen Gemeinde, trägt eine Kippa.

    Jüdisch-muslimisch-türkische Verbrüderung

    Dort oben hat zu diesem Zeitpunkt bereits eine große jüdisch, muslimisch, türkische Verbrüderung stattgefunden. Kenan Kolat, der Bundesvorsitzende der türkischen Gemeinde, trägt eine Kippa, die ihm der orthodoxe Rabbiner Yitzchak Ehrenberg geliehen hat. Kolat sagt, es werde immer Beschneidung geben, auch in Deutschland, bei Muslimen wie bei Juden. „Wir werden euch nicht allein lassen“, sagt er an seine jüdischen Zuhörer gewandt, und auch gegen Antisemitismus unter Muslimen will er etwas unternehmen.

    Rabbiner Ehrenberg nimmt es mit der Staatsgewalt auf. Er hält einen Brief in die Menge und sagt, es sei eine Strafanzeige, die er vor zwei Wochen erhalten habe, weil er an seine Gemeinde gewandt zur Beschneidung gesagt hatte: „Wir machen weiter“. Ihn hindert das nicht. Er wiederholt auch an diesem Tag seine Worte. Dann bläst er in das Schofarhorn. „Ein Notsignal“, sagt Ehrenberg und ein Zeichen, dass man zusammenhalte.

    http://www.berliner-zeitung.de/berlin/demo-auf-dem-bebelplatz-berlin-gemeinsam-gegen-beschneidung,10809148,17209594.html

Kommentare sind geschlossen.


%d Bloggern gefällt das: