Tschuwah

Tschuwah ist besonders im Monat Elul, vor den hohen Feiertagen, Rosch HaSchana und Jom Kippur, ein wichtiges Thema im Judentum.

Chajm hat sich wieder die Mühe gemacht, den Begriff und was er für Juden bedeutet, kurz und bündig darzulegen.

Den vollständigen Text findet man wie immer in der Jüdischen Allgemeinen.

Rambam hat sich insbesondere mit der Tschuwah in Bezug des Menschen zu Gott und im Bezug des Menschen zu seinen Mitmenschen auseinandergesetzt.

Was ist nun Tschuwah?
Sie besteht darin, dass der Sünder seine Sünde lässt, sie aus seinem Denken und Sinnen entfernt und beschließt, sie nie wieder zu begehen; denn so heißt es: „Es verlasse der Schlechte seinen Weg und der Mann des Unrechts seine Gedanken“ (Jes. 55, 7.) Nach der Umkehr bereue man das Vergangene; denn so heißt es: „Nach meiner Umkehr bereute ich“. (Jer. 31, 18.) Der Allwissende wird dann für ihn Zeugnis ablegen, dass er die Sünde niemals wieder tun wird; 5) denn so heißt es: „Wir wollen nicht mehr sprechen „unser Gott“ zu dem Werk unserer Hände“ (Hosea 14, 4.) 6)
Ferner muss man ein Sündenbekenntnis in Worten ablegen und die Dinge aussprechen, die man im Herzen beschlossen hat.

Einen besonders schönen Text zum Thema habe ich in der Jüdischen Allgemeinen von Rabbi Jacob C. Staub gefunden.

Wie beginnen wir den Prozeß der Tschuwah, der Umkehr und Reue? Was ruft in uns das Verlangen nach Veränderung hervor? Können wir tief verwurzelte Angewohnheiten und Verhaltensmuster wirklich ändern?

[…]

Es ist bemerkenswert, welch zentrale Rolle die Tschuwah im Gedankengebäude der jüdischen Tradition einnimmt. Darin spiegelt sich die Überzeugung, daß eine wesentliche persönliche Veränderung tatsächlich möglich ist und daß jeder von uns fähig ist, sein Leben in eine andere Richtung zu lenken. Unsere messianische Hoffnung, die Vision einer Welt, in der Frieden, Gerechtigkeit und Anteilnahme herrschen, gründet darauf.
Vielen von uns fällt es schwer, zu glauben, daß Tschuwah möglich ist. Wir besuchen an den Hohen Feiertagen den Gottesdienst und sprechen die Worte der Litur-
gie. Unser Wunsch nach Veränderung ist aufrichtig. Wir meinen es ernst, wenn wir um Vergebung bitten.

[…]

Wenn wir uns beim Beten unserer Schwächen bewußt werden, brauchen wir uns nicht schuldig und unwürdig zu fühlen, als Versager beim großen Vorhaben Tschuwah. Stattdessen sollten wir versuchen, uns vom Standpunkt des Ewigen zu sehen, der immer da ist und uns viel gnädiger beurteilt als wir uns selbst. Auch wenn wir vergessen, daß wir Menschen sind. Gott weiß es. Wenn wir die göttliche Gegenwart spüren und den Ruf der Stimme vom Berg Sinai hören, sind wir vielleicht in der Lage, uns unsere Schwächen zu verzeihen. Dann können wir unsere Herzen der göttlichen Liebe und der göttlichen Anteilnahme öffnen, die immer da sind, wenn wir sie zulassen.

Eine Antwort to “Tschuwah”

  1. Lydia Says:

    „Ha…Tschuwah!“

    Gesundheit.

    (Bitte nicht hauen) 😉

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