Antisemitischer Bürgermeister-Kandidat in London: Ken Livingstone

Weil es wohl die Mehrheit nicht mitbekommt: In London wird am 3. Mai ein neuer Bürgermeister gewählt. Ken Livingstone, den Margaret Thatcher entmachtet hatte, kandidiert auch. Ich kannte den Mann bisher nicht, aber dass ein so offener Antisemit gewählt werden könnte, ist in meinen Augen ein Skandal. Selten hat man einen so offenen antisemitischen Politiker (außer natürlich bei den Nazis) erlebt.

Die jüdische Gemeinde Londons zählt er nicht dazu, die grenzt er selber gerne aus, schon in seinen acht Jahren als Bürgermeister, mit zum Teil an Rassismus grenzenden Äußerungen. Für ihn sind „Israel, Juden, Zionismus“ ein und dasselbe, wie eine Gruppe besorgter jüdischer Vertreter und Anhänger der Labour-Partei unlängst bei einem Treffen mit ihm erneut feststellen musste.

Auf dem von der iranischen Regierung bezahlen Kanal „Press TV“ präsentiert der Ex-Bürgermeister regelmäßig eine Show zur Ventilierung seiner Ressentiments, umarmt gerne besuchende Scheichs, die Homosexuellen und Ehebrechern den Tod wünschen und Selbstmordattentaten in Israel das Wort reden, und wartet mit anti-jüdischen Kommentaren auf, wenn immer er bei seiner bevorzugten Gruppe, der islamischen Bevölkerung, glaubt, punkten zu können.

Vor wenigen Tagen, während eines Besuches in der Finsbury Park Moschee, in der einst der armamputierte Abu Hamsa seine Hasspredigten und Jihad-Aufrufe losgeworden war, ließ er gar wissen, er werde, falls gewählt, dafür sorgen, die Londoner in den Lehren des Islam zu unterweisen.

Selten ist sektorale Politik so schamlos vertreten worden wie von Ken Livingstone, der unter den Randgruppen die Mehrheit, also Muslime, favorisiert, Juden dagegen abgeschrieben hat, „weil ihr ja alle reich seid und sowieso nicht für mich stimmen werdet“, wie er seine jüdischen Besucher wissen ließ.

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6 Antworten to “Antisemitischer Bürgermeister-Kandidat in London: Ken Livingstone”

  1. Andreas Moser Says:

    Oh ja, das ist ein wirklich schlimmer Mensch. Und nervig noch dazu.
    Vor kurzem tat er sich noch mit einem Hitler-Vergleich hervor: http://andreasmoser.wordpress.com/2011/08/19/ken-livingstone-hitler/

    Ich lebe in London und werde am 3. Mai natürlich wählen. In den kommenden Wochen werde ich auf meinem Blog alle Kandidaten vorstellen und meine Kommentare dazu abgeben. Das wird lustig werden!

  2. Silke Says:

    ein so offener Antisemit gewählt werden könnte

    wiedergewählt werden könnte

    und einer seiner „besten Freunde“ ist al Qaradawi

    und seine Chancen scheinen nicht schlecht zu stehen, vermutlich nicht zuletzt weil Reiche aus muslimischen Ländern die besten Kunden für den Londoner High-End Immobilien-Markt sind.

    Der Kerl hat schwerstens einen an der Schüssel.

    Meine Quelle zu London rät Christen, Atheisten, Frauen und Schwulen Ken zu wählen (satire off)

    So if you’re gay, or Christian, or an atheist, or a woman, don’t vote for Ken.

    http://www.spectator.co.uk/rodliddle/7726498/ken-and-the-prophet.thtml

    (leider scheint Boris als Bürgermeister nicht das Gelbe vom Ei zu sein, obwohl ansonsten möglicherweise ein feiner Kerl.)

    • Yael Says:

      Dann hat er ja mit al Qaradawi einen sehr guten „Freund“.

      Ich habe vor langer Zeit etwas sehr interessanten über diesen Qaradawi gelesen (in einem Buch über Terrorismus):

      Er ist/war Führer der Muslimbruderschaft.
      Gruppen denen sich Qaradawi verbunden fühlt, sind 1995 vom State Department auf die Liste ausländischer Terrororganisationen gesetzt worden. Allein deswegen reicht es aus, ihn aus den USA auszuweisen.

      In einer Khutba von 1996 (nachzulesen auf der Webseite der Hamas) sagte er: dass die Selbstmordattentäter der Hamas und der Palestinian Islamic Jihad keine Terroristen, sondern Märtyrer und dass alle Mitglieder der israelischen Gesellschaft berechtigte Ziele solcher Anschläge seien.

      Qaradawi und seine Familie waren auch wichtige Aktionäre der Finanzgesellschaft al-Taqwa, die nach dem 11.09.01 als Al Qaida Förderer eingestuft wurden und dessen Vermögen eingefroren wurde.

      Als Qaradawi versuchte sein Visum zu verlängern, wurde sein 10jähriges gültiges Visum nicht erneuert. Er darf nie wieder US Boden betreten.

      Ein Antisemit in bester Gesellschaft.

    • Silke Says:

      ich meine ne leitende Funktion bei den Muslim Brothers hat er nie gehabt, aber er hat eine Radiosendung, die sehr populär sein soll und als Bassam Tibi (der mit dem Euro-Islam, der deswegen? Polizeischutz braucht) noch in Deutschland (Göttingen?) lehrte (bevor er in die USA ging), hat bei jeder Gelegenheit auf die Gefahr von Al Qaradawi aufmerksam gemacht. Der Typ war auch schnurstracks nach dem Fall von Mubarak in Kairo und hielt ne Rede auf’m Tahrir Platz, in der er sich meiner Erinnerung nach als geistiger Führer andiente und ich meine, es wäre der Auftritt gewesen, bei dem der Google-Mitarbeiter, der wohl Facebook betreut hatte, von der Bühne verwiesen wurde. Allens klar???

      Und Qaradawi’s Dreck hat seine Sendung bei Al Jazeera und Al Jazeera sitzt in Qatar, wo irgendwann ne Fußball-WM stattfinden wird, die, wenn die Qataris sie gut managen, ihnen mächtig Auftrieb geben wird.

      Aber damit’s nicht gar so düster wird, Michael Totten sendet ein Lichtschimmerlein aus Tunesien.

      http://www.worldaffairsjournal.org/blog/michael-j-totten/tunisian-exceptionalism

  3. zrwd Says:

    ich finde das alles andere als lustig.

  4. Besucher Says:

    London wird wahrscheinlich bald so etwas wie der Kosovo oder Bosnien-Herzegowina, gewürzt mit einer Prise karibischen Flairs (in Camden brannte es ja schon vor ein paar Monaten) unter dem Brennglas sein.
    Vielleicht kommt ja dann die EURO Gendfor, zu irgendetwas muss die ja gut sein.

    Übrigens habe ich gehört dass der Präsident der Salomonen-Inseln sich vor kurzem auch antisemitisch geäußert haben soll, aber das nur am Rande.

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