Deutsche. Leben in Israel – ein Filmtipp!!

Noa hat mich gebeten auf Ihren Artikel über diesen Film aufmerksam zu machen, was ich gern tue.

Filme ueber Israel, den „Mazav“ (die Situation dort) und die politischen Verhaeltnisse, gibt es genug, und stets habe ich mir gewuenscht, jemand moege sich einmal der „anderen“ Seite annehmen, darueber berichten, wie Menschen dort ihren Alltag bestreiten, einfach einen positiven Film ueber das Land machen.
Helmut Simon, einem jungen Filmemacher, ist dies meiner Meinung nach zu hundertprozent gelungen. Vor mehr als einem Jahr, kam er durch einen gemeinsamen Bekannten auf mich zu, und fragte mich, ob ich mich interviewen lassen wuerde. Er war auf der Suche nach Deutschen, die in Israel leben, mit unterschiedlichen Hintergruenden. Wie sie leben, was sie erfuhren, wie ihr Alltag verlaeuft. Ich erklaerte mich dazu bereit, aber ein wenig Zweifel blieb in mir, ob es nicht wieder nur in eine bestimmte Richtung gehen wuerde.
Gestern bekam ich die DVD und war begeistert.
Helmut Simon und seinem Filmteam ist es gelungen, einen ausgewogenen Film ueber den Alltag von Deutschen in Israel zu machen.
12 Menschen – unter anderem ich – die sich nicht untereinander kennen, beschreiben in den Interviews ihre Gruende, warum sie in Israel leben, ihre Schwierigkeiten und ihren Alltag. Und bei allen steht die tiefe Liebe zum Land ins Gesicht geschrieben. Eine liebevolle Ode an das kleine Land Israel, mit unglaublich schoenen Perspektiven und Einblicken, mit einer Filmmusik, die genau zur Stimmung passt. Trotz der spuerbaren Israelliebe von allen Protagonisten ist der Film nicht von „Naivitaet“ gepraegt. Jeder der Interviewten ist sich durchaus der grossen Probleme bewusst, die es in Israel jeden Tag zu bewaeltigen gilt, und doch lieben sie es, dort zu leben.
Es kommen die Konvertiten zu Wort, sowie ein Arzt, der schon Jahre im Hadassah-Hospital Ein Kerem arbeitet, und sich nicht vorstellen kann, wieder eines Tages zurueck zu gehen, eine gleichgeschlechtliche Beziehung einer Deutschen mit ihrer israelischen Partnerin und eine Austauschstudentin in Haifa, eine Frau aus Oesterreich und eine Deutschlehrerin in Jerusalem.
Noch nie habe ich einen solch authentischen Film gesehen.
Und das Beste – der Nachwuchsregisseur hat den Film auf dem juedischen Filmfestival in Saarbruecken vorstellen koennen, das Kino war bis auf den letzten Platz besetzt und die Zuschauer waren erstaunt und hocherfreut, dass sich jemand einmal dieses Themas annimmt, Deutsche, die mit Israelis zusammen wohnen.
Es gibt konkrete Plaene, den Film im Januar (zwischen dem 21.- 25. 2012) in Israel zu zeigen, in Haifa, Jerusalem und Tel Aviv. Darueber hinaus kann man nur hoffen, dass er auch in einem deutschen Fernsehsender gezeigt wird.
Alle Achtung, Helmut! Du hast einen wunderbaren Beitrag zum Thema Israel (wie es die Menschen nicht oft gezeigt bekommen) hinbekommen! Und ich bin stolz, dabei gewesen zu sein.


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