Denn sie wissen nicht was sie tun?

Gestern habe ich mal wieder in meinen Büchern herumgestöbert.
Unter anderem fand ich ein Buch mit dem Titel Weltreligion Islam, was ich mir mal vor Jahren über die bpb besorgte habe, aber nie gelesen hatte.

Dort schreibt ein Autor Namens Johannes L. Kuppe einen Artikel, der sich mit dem Verhältnis zwischen Islam und Judentum beschäftigt.
Unter anderem schreibt er:

[…] Wie hier von Terroristen Grundregeln der eigenen Lehre missbraucht werden, so missbrauchen jüdische Fundamentalisten das alttestamentarische [sic) „Auge um Auge, Zahn um Zahn“, das immer eine ausdrückliche Begrenzung im Falle von (zugelassener) Vergeltung fordert. Der Feind darf nur in dem Maße beschädigt werden, wie er selbst geschädigt hat: Wer eine Hand abschlägt, dem darf nur die Hand, und nicht der Arm, abgeschlagen werden. Die gegenwärtig durchgeführten Vergeltungsaktionen der israelischen Armee in den palästinensischen Autonomiegebieten sind maßlose Überdehnungen, ja Missachtungen von Thora und Talmud. […]

Wer auch nur ein wenig Ahnung hat, wird verstehen, dass es mir bei diesem Abschnitt die Sprache verschlug. Abgesehen von der typischen antiisraelischen Propaganda, ist es unerträglich, dass sich ein Autor zu einem Thema äußert, von dem er offensichtlich nicht den blassesten Schimmer hat und das wird dann von der Bundeszentrale für politische Bildung beworben und vertrieben. Wie ist es möglich, dass sich jemand mit dem Judentum beschäftigt, Juden vorwirft gegen die Thora und den Talmud zu verstoßen, der nicht einmal recherchiert hat, was „„Auge für Auge, Zahn für Zahn“ im Judentum bedeutet und zu so einem maßlos unverschämten und lügenhaften Fazit kommt? Es ist kein großer Akt auch nur im Internet zu recherchieren, um zu erfahren, dass
es sich „Auge für Auge, Zahn für Zahn“ ausschließlich um Entschädigung handelt und ganz sicher nicht jemanden die Hand abzuschlagen, der einem anderen die Hand abgeschlagen hat.
Ich frage mich dann natürlich auch wie sehr ich solchen Autoren Glauben schenken kann, wenn sie sich über den Islam ähnlich falsch und verleumderisch äußern? Ich muss ja davon ausgehen, dass dort genauso gravierende Fehler auftauchen. Gibt es keine Lektoren, die sich mit den Inhalten der Autoren beschäftigen und diese bei Fehlern darauf hinweisen?
Ich habe es noch nie in meinem Leben getan, dieses Mal tat ich es: Ich habe das Buch dorthin entsorgt wo es hingehört.
Werbung für die Bundeszentrale für politische Bildung sind Bücher mit diesen antisemitischen Äußerungen ganz sicher nicht.

Antijüdisches Klischee

Viele Menschen erklären die Politik Israels gegen die Palästinenser mit typisch jüdischer Rachsucht – und sitzen damit einem christlich inspirierten Vorurteil auf. Denn in der Thora ist „Auge für Auge“ zu lesen, nie „Auge um Auge“. Ein Essay zur Klärung einer Differenz

von DAVID BOLLAG

Eines der hartnäckigsten antijüdischen Vorurteile drückt sich in den Worten „Auge um Auge“ aus. Mit dieser angeblich aus der Thora stammenden Formel wird Juden bis heute vorgeworfen, Rache sei das Prinzip ihres Verständnisses von Gerechtigkeit, ihr Gott sei – im Unterschied zum „christlichen“ Gott – ein grausamer und rachsüchtiger Gott und Frieden mit dem Volk und Staat Israel deshalb niemals möglich.

Die Übersetzung „ajin tachat ajin“ (21:24) als „Auge um Auge“ ist vollkommen falsch. Sie widerspricht dem jüdischen Verständnis der Thora und ist meistens Ausdruck einer antisemitischen Grundeinstellung. Sie widerspiegelt häufig das Rechtsverständnis und die Rachsüchtigkeit der Person, welche die Thora falsch versteht und verurteilt. […]

17 Antworten to “Denn sie wissen nicht was sie tun?”

  1. Yael Says:

    Ich weiß nicht, was passiert ist, aber mir wurde mitgeteilt, dass die Kommentarfunktion in diesem Artikel nicht funktioniert, dabei habe ich sie gar nicht deaktiviert.
    Danke, A.mOr für die Info.

  2. A.mOr Says:

    (Nu, bittebitte und ebenfalls danke auch und gleichfalls und so und toffte!)

    Yael, Du hast natürlich komplett und echt Recht!

    Wenn die ‚bpb‘ den meisten Leuten -scusi ‚bpb‘!- nicht schlicht egal wäre (das ist nur meine schauerliche Vermutung), dann würdest Du hier einen echten Skandal aufgedeckt haben.

    Ich meine ‚bpb‘ -Mensch!-, das heißt „Bundeszentrale für politische Bildung“, boah ey!
    Das ist total voll wichtig, ey!

    Nun müßte man meinen, daß Du einen Skandal wenigstens in den Augen der „(hoch-)gebildeten Menschen“ entdecktest, nur befürchte ich auch da, daß „Bildung“ nichtgleich „Bildung“; sprich: der „fahrlässige“ Antisemitismus bei Gebildeten ist umso erschreckender (neutral/objektiviert: erstaunlicher, überraschender..), genauso wie die allgemeine Gleichgültigkeit, die damit einher geht.

    → ein aktuelles Beispiel, der Allgemeinheit, für das, was ich meine:

    http://aro1.com/israelis-aus-samaria-nicht-willkommen-in-berlin/
    (Danke aro1)
    (Prof. Dr. Guenter Meyer, Vorsitzender DAVO, verweigert israelischen Akademiker (Dr.Ronen A.Cohen) die Teilnahme an einem wissenschaftlichen Kongreß. Er begründet diesen Schritt damit, daß sein Institut nicht dulden könne, daß ein Wissenschaftler einer „auf illegalem Territorium errichteten Uni auf besetzten Gebiet“* (Ariel/Samaria) teilnehme!)
    [*http://israelmatzav.blogspot.com/2011/09/german-middle-east-studies-group-bans.html ]
    Ja, kein Scherz.

    Die Ausladung wurde inzwischen zurückgenommen, nachdem es von etlichen Stellen Proteste gab.
    Daraufhin entschuldigt sich auch der „Auslader“, ‚wie es sich gehört‘, nehme ich an:

    From: Meyer, Guenter
    To: Ronen A. Cohen
    It is a pleasure for me to inform you that the Council of DAVO and the organizers of the DAVO Congress have accepted the argument that academic freedom should have priority in comparison to considerations of international law. Therefore, you are welcome as participant of the DAVO Congress.
    I would like to apologize personally for any inconveniences which you might have suffered from the rejection of your participation.
    I look forward to meeting you in Berlin.

    Den Text habe ich gefunden auf dem blog von Professor Sergei Yakovenko/The Weizmann Institute of Science (toda)
    http://yakovenko.wordpress.com/2011/09/06/deutsche-arbeitsgemeinschaft-vorderer-orient-boycotts-ariel-university-center/

    Etwas „nachtretend“ Anmerkungen zu der Wieder-Einladung unseres vermeintlichen „Besatzers“ Ronen Cohen durch den Professore Meyer, Guenter.
    So meine ich aus diesen Zeilen herauslesen zu können, daß der Meyer den Cohen gar nicht so gerne nun doch einlädt; oder in dessen Worten:
    „It is a pleasure for me…“
    Na klar, ohne Zweifel…

    Wenn mich mein „Zwischen den Zeilen Gefühl“ nicht täuscht, dann steckt im folgenden Satz die ganze Wahrheit und nichts als die „Wahrheit=Verachtung“:
    „I would like to apologize personally for any inconveniences which you might have suffered from the rejection of your participation.“

    Zunächst einmal entschuldigt er sich „persönlich“ (and he “likes“ to do so, “personally“! No, he does not have to, well, what a man!…), dann jedoch wird er unpersönlich, zu dem, welchen „suffer“ Ronen wohl gehabt haben möge, so, als hätte Herr Meyer nichts damit zu tun. Ja, so, als wäre Herr Meyer derjenige, der den dummen Fehler eines inkompetenten (anderen) Herrn Meyer (sein zweites ‚ich‘ im dritten Körper?) großmütig ausbügelte.

    Nu, daß er noch die Formulierung „might have suffered“ verwendet (wenn schon so unpersönlich -öhm, feige?- warum nicht „might have had“?, zB), ist mir, als ob er nachtritt.
    Er wird auf eine bald fiese Weise doch sehr persönlich, denn er spricht die Ebene „Leiden, Schmerzen“ an, aber er vermeidet explizit, das Kind beim Namen zu nennen, nämlich, daß er selbst derjenige war, der seine ganz persönlichen Ansichten zu Israel, und welches Recht es überhaupt habe (in Teilen wenigstens) zu existieren, an unseren lieben Ronen ausließ, denn der ist ja irgendwie „illegal“, dann also „let him suffer twice, at least!“.

    Ja, was soll man da sagen? Wie immer: die Juden waren’s!
    Danke Herr und Professor und Doktor und Mensch Meyer!

    Auch interessant – Reaktionen:
    http://www.jpost.com/LandedPages/PrintArticle.aspx?id=237005 )

    Festzuhalten zu guter Letzt ist hier, zum Glück, daß nicht Gleichgültigkeit „die Regie“ übernahm und obsiegte.

    Cheers to Mr Dottore Ronen A Cohen!
    “I(&I) look forward to meeting you in Berlin.“🙂

    Schalom we laila tow ale.hem.

  3. Paul Says:

    Hallo Yael,
    es ist sicherlich notwendig dieses Thema immer mal wieder aufzugreifen.
    Der Kampf gegen Lüge und Irrtum, also der Kampf für die Wahrheit ist sehr mühsam. Schlägt man dem Drachen einen Kopf ab, dann wächst ihm sofort einer nach, manchmal sogar sieben. Ich weiß wovon ich spreche, denn in meinem wirklichen Leben (also außerhalb des Internet) ist mein Namenspatron der Hl. Georg (der Drachentöter).
    Leider vermehren sich Lügen schneller als Kaninchen, dagegen gibt es nur eine Wahrheit.

    Du zitierst Rabbiner Bollag aus einem lesenswerten Artikel in der Taz(!).
    Wen es interessiert, hier ist der ganze Artikel:

    http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2002/03/02/a0287

    Wer sich zur genannten Thematik noch umfassender informieren will, dem empfehle ich das nachstehende Rechtsgutachten der Universität Heidelberg:

    http://www.uni-heidelberg.de/presse/ruca/ruca03-3/auge.html

    Wer diese beiden Veröffentlichungen gelesen hat, dürfte eigentlich keiner Fehlinterpretation „Aug um Aug…“ mehr unterliegen.

  4. Paul Says:

    Entschuldigung Yael, habe eben erst beim zweiten Anlauf festgestellt, dass Du den Artikel von Bollag schon verlinkt hattest.
    Na ja, doppelt genäht hält besser.

    Den Artikel der Uni Heidelberg möchte ich trotzdem sehr empfehlen.
    Höchst interessant, besonders auch wegen des Hinweises auf diesen auch heute noch gültigen Rechtsgrundsatz.

  5. Paul Says:

    Yael, mir ist in dem Zusammenhang noch ein Gedanke gekommen.

    Im Allgemeinen haben wir, ich schließe mich da nicht aus, uns angewöhnt bei den israelischen Maßnahmen von „Vergeltungsmaßnahmen“ zu sprechen.
    Auch in dem von Dir zitierten Artikel hieß es „(zulässige) Vergeltungsmaßnahmen“.

    Die unbeanstandete Zulassung des Begriffs „Vergeltungsmaßnahme“, soweit ich mich erinnere geschieht das allgemein und ohne Beanstandung, hat mich zum Nachdenken gebracht.

    Ausgang für meine Überlegungen war:

    Vergeltung

    http://de.wikipedia.org/wiki/Vergeltung

    und

    Vergeltunstheorie

    http://de.wikipedia.org/wiki/Strafzwecktheorien

    Die Vergeltungstheorie
    „Die unter anderem von Immanuel Kant vertretene Theorie, verfolgt einen anderen Ansatz: Sie möchte das durch die Handlung des Täters geschaffene Unrecht durch die Strafe aufwiegen, um die verletzte Rechtsordnung auf diese Weise wiederherzustellen. Sie dient dem Schuldausgleich und stellt auf diese Weise die Gerechtigkeit wieder her. In ähnlicher Weise verstand Georg Wilhelm Friedrich Hegel die Strafe als „Negation der Negation“.“

    Bei den weiteren Überlegungen bin ich auf den Begriff Prävention (Vorbeugen) gestoßen:

    Prävention (Vorbeugung)

    http://de.wikipedia.org/wiki/Vorbeugung

    „Als Prävention (vom lateinischen praevenire für „zuvorkommen, verhüten“) bezeichnet man vorbeugende Maßnahmen, um ein unerwünschtes Ereignis oder eine unerwünschte Entwicklung zu vermeiden. Ganz allgemein kann der Begriff mit „vorausschauender Problemvermeidung“ übersetzt werden.“

    Nach einiger Abwägung bin ich zu der Meinung gelangt, dass Israels Maßnahmen gegen den Raketenterror keine Vergeltungs- sondern Vorbeugungsmaßnahmen sind.

    Israel vergilt nicht Terror gegen Zivilisten, mit Terror gegen Zivilisten, sondern mit der Ausschaltung von Raketenabschussorten oder -herstellungsorten. Da diese sich nach der Strategie der Palästinenser im Schutze von zivilen Einrichtungen, Wohnhäusern, Schulen, Kitas, Sportplätzen u.a.m. befinden, bleibt natürlich die Schädigung von Zivilisten nicht aus.
    Man möge mir bitte eine Armee der Welt nennen, die wie Israel ihre Präventionsmaßnahme z.T. wo möglich, mit einer Vorwarnung der Zivilisten durchführt? So etwas gibt es auf der ganzen Welt nicht.
    Was macht die Hamas? Um später lauthals den Tod von Zivilisten beklagen zu können werden diese Menschen, voran die Kinder, als Schutzschilde missbraucht, z.T auf den Dächern der Objekte platziert oder am Verlassen der Objekte gehindert. Manchmal verzichtet die israelische Armee dann auf die Durchführung der Maßnahme. Wo auf der Welt gibt es so was noch?

    Deshalb komme ich zu der Ansicht, dass Israel keine Vergeltungsmaßnahmen durchführt, sondern die Angriffe ausschließlich der Prävention dienen.

    Die Hamas soll daran gehindert werden weitere Raketen auf die Zivilisten in Israel abzufeuern.
    Das ist Selbstschutz, der nicht nur zulässig ist, sondern zu dem die Regierung Israels wegen der Obhutspflicht für seine Bürger sogar verpflichtet ist.

    • Yael Says:

      Ich habe mit dem Wort Vergeltung sowieso meine Probleme, denn erstens heißt das auch immer Rache und zweitens verbinde ich das Wort mit den Nazis, die immer wieder von Vergeltung gesprochen haben, wenn sie andere Menschen ermordet haben oder z.B. als sie Polen angegriffen hatten.

  6. aristobulus Says:

    Lieber A.mOr, Deine Analyse dieses aalglatten Schreibens ist gut, und ein Detail ist mir noch aufgefallen:
    „…accepted the argument that academic freedom should have priority in comparison to considerations of international law.“

    Da versucht er doch glatt, dem Cohen wieder eins über’s „international law“ reinzuwürgen. Es liest sich zumindest so. Und was nur sein soll? Welches internationale Gesetz, und ist das eindeutig? Oder versteht denn der Guenter etwas von Eindeutigkeit oder nur ein ganz klein Bissele von Nahost oder von dieser abgebrauchten, bedeutungslosen, schlagwortartigen Uralt-Metapher „international law“? Nö, denn Falls ja, würde er sich wahrscheinlich schämen, weil ja auch die Höger, der Assad oder der Hanija ständig das Ding im Munde rumdrehen.
    Fazit: Einer muss von nix was wissen, um trotzdem mit „international law“ zu trumpfen. Nu, so sindse.

    Viele Grüße!

  7. A.mOr Says:

    Ciao aristobulus, da haste recht. Das ganze Schreiben ist ein mieses, garstiges Nachtreten. Der Mann hat offenbar kein „Format“. Schätze, auch Ronen wird ganz genau wissen, wie er es zu „deuten“ hat.
    Umsomehr freue ich mich, daß er trotzdem willkommen ist in Berlin!
    Soll der Meyer doch ausrutschen beim Versuch, unserem Cohen die schmierige Hand zu reichen, haha!
    Nu, ich hatte mich eben, da ich ja sowieso ein wenig zu „Überlänge“😉 neige, versucht etwas „zurück zu halten“🙂
    Spatz über Bord!
    Bescheidenheit ist eben eine Tugend, nicht?

    Man, ‚international law‘? I am the law!!

    Okey doke, it’s allright,
    hell yeah, and allnight,
    you, as well, and Yael,
    and, after all, so is Paul,

    Yeah man we are the law!

    Moshe(r) Rules!

  8. A.mOr Says:

    Schalom ale
    und Paul, ach, und übrigens, dafür lese ich Dich immer wieder gerne, stets kommst Du zu plausiblen, sinnvollen Schlüssen nach vernünftig durchdachter Analyse.
    Wenn Du was äußerst, dann haut’s hin!
    Zum Glück funktioniert dieses Dein Talent auch bezogen auf Israel.
    Schätze, Du weißt selbst, wie der Verstand bei so manchen aussetzt, heißt das Thema schlicht „Israel“…Und wie ich oben anhand des Beispiels darstellte, es ist beileibe keine Sache, die „nur“ Menschen betrifft, die sich leicht täuschen lassen über Zusammenhänge, weil sie vermeintlich „ungebildet“ seien, es nicht besser wissen könnten…

    Tja, Dein Englisch ist leider nicht erste Sahne, schade, wegen dieser „blöder Meyer-Sache“, aber insgesamt war es doch verständlich, worum es geht?

    Nu, trotzdem etwas Nachhilfe, ich mag es eben Dir Honig um den nicht vorhandenen Bart (?) zu schmieren (immerhin bin ich ein Kind nicht nur vom Wind doch auch des Volkes von dem ‚Land wo Milch und Honig‘ fließt, aber die Milchzeit ist bei Dir wohl schon ein paar Tage zurückliegend?).

    Mein kleines, geniales Gedicht, eben auf English verfaßt, mit dem ich an aristobulus (und schließlich an uns alle) abschließe, enthält auch Deinen Namen.
    Nicht, daß Du denkst, ich erzähle da was blödes von Dir!🙂
    Im Gegenteil, wundersamerweise ist es mir gelungen (ach, geliebte Muse!), dort, in nur einer einzigen winzigwinzigen Zeile das auszudrücken, was ich Dir hier nun in brüchigem und umständlichen Deutsch, vielen Worten, Kommas und Buchstaben, ja, einigen Sätzen mehr versuche zu vermitteln: Paul, Du bist 1A, toffte, in Ordnung und all sowas eben!

    (für’n Deutschen, meine ich selbstverständlich…😉 )

    (PS/ach, sag mal, hast Du irgendwo ein Haar von Silke gesehen? Sie wird hier sehr vermißt!)

    • Paul Says:

      Hallo Amor, Du machst mich ganz verlegen.
      Aber, vielen Dank für die ‚Blumen‘.

      Eine Nenntante hat mir zum 14. Geburtstag das Buch „Die Blutzeugen des Bistums Berlin“ geschenkt. Enthalten sind kurze Biografien von katholischen Geistlichen, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden oder im KZ den Torturen erlegen sind. Dieses Buch war der Grund weshalb ich mich eingehender mit dem 3. Reich beschäftigt habe.
      Zwangsläufig stieß ich auf die Vernichtung der Juden. Von da aus war es nur ein kleiner Schritt zur Beschäftigung mit dem Judentum und dem Staat Israel.
      Gleich nach der Wende, nach dem Besuch von Rom, besuchte ich 1992 Israel. Ein sehr kompetenter und gebildeter Jecke war unser Reiseleiter. Von ihm erfuhr ich sehr viel über Land und Leute, zumal er uns auch abends als Gesprächspartner zur Verfügung stand.
      Soweit zu den Grundlagen meines Wissens über Israel.
      Meine Kommentare sind einfach das logische Ergebnis dieser Entwicklung.

      Besonders wild machen mich immer Argumente wie: „Schuld habe alle Beide“ (damit sind Israelis und Araber gemeint), und „Durch militärische Auseinandersetzung kann man die Situation nicht bereinigen.“
      Dieses letzte ‚Argument‘ macht mich besonders ‚wild‘, bedeutet es doch in der Konsequenz, niemand hätte sich gegen den Einmarsch Hitlers wehren dürfen. Da kann man mal sehen, wie schwachsinnig ‚Argumente‘ sein können, die von durchaus gebildeten Menschen vertreten werden.
      Amor, mein Englisch ist nicht nur schlecht, es ist überhaupt nicht vorhanden. Ich behelfe mir mit maschinellen Übersetzungen, allerdings nur mit notdürftigem Ergebnis.

      Die „Meyergeschichte“ und auch die Rückgängigmachung der Ausladung habe ich in deutsch schon wo anders gelesen. Das ist schon ein Stück aus dem Tollhaus.

      Zu Deiner Frage nach Silke: Die ist mir seit der Blogpause von Lila nicht mehr begegnet. Vielleicht schreibt sie unter einem anderen Namen oder sie pausiert auch.

      MfG Paul

    • A.mOr Says:

      Hallo Paul,

      wenn ich Dich noch verlegen machen kann, dann ist das nur eine Bestätigung meiner Worte an Dich!

      Und hoffentlich überlade ich Dich nicht zuviel mit Honig, wie ja jetzt auch wieder ein klitzekleinwenig bei aro1. Ich freue mich ganz einfach.
      Vielen Dank für diesen kleinen biographischen Ausschnitt, so verstehe ich natürlich ‚komplett‘, warum Du an „den Juden“ kein schlechtes Haar findest.🙂

      Tja, hoffentlich läßt sich Silke mal wieder blicken, hatte sie mal aus der „Entfernung“ auf einem ‚Anglo-blog‘ gesehen, und schwupps, war sie wieder weg.
      Ich glaube sie ist ziemlich „flink auf den Füßen“…, möge es lange so bleiben!

      Ähnlich wie bei Dir ist es auch bei ihr für mich ein Wohlgefühl, mit ihr zu tun zu haben. Und sie legt eben auch ganz ähnlich eine Verstandesschärfe an den Tag, und ich vermisse auch die Fülle an verborgenen Schätzen von allgemein unbekannten Wissens; sie ist ein Quell!

      Außerdem wollten wir auch noch an einer Verbesserung der ‚hasbarah‘😉 (Erklärung, Aufklärung, Erläuterung) arbeiten, also dem Bild, das Israel auf die Welt gibt.
      Einmal sagte sie, daß in den 70ern (glaub ich) viel Bewunderung in Deutschland für die Leistungen des Staats Israel zu finden war. Und das hat mich im Herzen so gefreut, denn das bedeutet, daß „die Deutschen“ Israel nicht aus Veranlagung hassen „müssen“, salopp ausgedrückt.
      Andere, in ihrer Enttäuschung, machen sich nicht die Mühe zu differenzieren, was ich auch nachvollziehen kann; wobei ich schon davon ausgehe, daß dann die Differenzierung eben im Hinterstübchen abläuft. Tja, die Juden eben…😉

      Und eine Silke ist wie ein schönes Licht, eine Hoffnung, daß es auch in Deutschland eine Mehrheit geben kann, die uns Juden und Israel nicht skeptisch, mißtrauisch, mißgünstig, ja feindlich gesonnen ist.

      Du und Silke, zB, ihr seid das schöne Bild „der Deutschen“, die auch anderen Deutschen ein leuchtendes Beispiel sein können, wohl auch sind.
      Und ihr habt beide eben ganz allein aus vernünftiger Erwägung heraus diese Haltung, ganz offenbar auch mit einem Gerechtigkeitsempfinden kombiniert; Silke hatte mir das mal sehr schön erklärt aus ihrer Warte (und nun auch Du).

      Mir ist schon klar, daß Du weitestgehend verstehst; Du wirst Dich nicht wundern, warum ich wert darauf lege. Natürlich könnte ich, oder Yael, etc, oder meinetwegen Ehud Barak sagen, na und, was soll’s?! Mögt ihr uns nicht, wen kümmert’s?!

      Tatsächlich aber werfen die Medien dieses Landes ein breites Licht auf „Israel“, seltsamerweise jedoch verdunkelt es, anstatt zu erhellen: es werden falsche, ja verleumderische Informationen an die deutsche Bevölkerung weitergegeben, sobald es zum Thema Israel&die Juden kommt.

      Bei aro1 hast Du es gut ausgedrückt: „Israel kann tun, was es will.“

      Und das kann uns (auch außerhalb von Israel) nicht mehr gleichgültig sein, denn die Mehrheit einer Bevölkerung in einer Demokratie bestimmt über den Ausgang von Wahlen.

      Was ist, wenn in Deutschland so eine Figur wie Erdogan an die Macht kommt? Was wird dann geschehen?
      Und wie würde sich ein „Erdogan-Deutschland“ verhalten, etwa exakt jetzt zur aktuellen Situation?

      So also habe ich ein ganz persönliches Interesse daran, daß in Deutschland der Blick auf „die Juden“ nicht von antisemitischer Karikatur geprägt ist.
      Und ich wünschte mir, daß die ‚Tradition‘ des Antisemitismus, speziell auch in Deutschland, endlich entkräftet und entlarvt wird, eben als das, was es ist.

      Das können aber nicht Juden leisten, denn der Antisemit wird die Glaubwürdigkeit des Juden anzweifeln. Das Ganze ist eben ein Dilemma, und wie wir wissen, es ist „über-tödlich“.

      Bis hierhin ersteinmal, danke, daß Du mich ein kleinwenig auf eine Reise mitgenommen hast, und danke dafür, daß ich durch Leute wie Dich ein besseres Verhältnis zu meiner ‚deutschen Identität‘ haben kann.

      Ich bin die zweite Generation nach der ‚Vernichtung menschlichen Lebens‘, nach der Zerstörung des europäischen Judentums, von dem ich abstamme, und welches ich trotzdem erst ‚wiederfinden‘ mußte. Meine Großmutter hat sich niemals erholt von den ‚Erfahrungen‘.
      Ich vermute, sie war zu jung und daher in ihrer Persönlichkeit nicht gefestigt genug, um die Geschehnisse zu verarbeiten, zumal sie ihre gesamte Familie verloren hat.
      Im Ergebnis war es wohl (ua) soetwas wie die ‚totale Vernichtung‘ ihres „Urvertrauens“ in die Menschen, trotzdem hat sie nach dem Krieg noch geheiratet, sonst würde ich dieses hier nicht schreiben, vermute ich.

      Der ‚Krieg‘ hat nicht geendet im Jahre 1945. Ja, es kam die Befreiung aus den Vernichtungslagern, das ‚Hitler.Regime‘ wurde „abgeschafft“; aber die seelischen Wunden blieben/bleiben.
      Ich vermute, daß auch viele Nichtjuden das begreifen, bzw in irgendeiner Form „verstehen“.
      Soweit ich es beurteilen kann, und davon bin ich sehr enttäuscht, werden die Geschehnisse, der Krieg, vor allem ausgeblendet, was einhergeht mit einer grausamen Kälte gegenüber uns…

      Mag sein, daß sie (die Deutschen) Schwierigkeiten haben selbst mit der grausamen Wahrheit klarzukommen, sie mögen sich nur schützen wollen vor der schlimmen Tragweite der Ereignisse dieses Kriegs, aber die Kälte (Ablehnung) gegenüber uns wirkt wie weitere Schläge aus dem „Unbestimmten“, oder einfach aus dem ‚Ungeist‘, der mit dem Wahn der Nationalsozialisten über die Welt kam.

      So, wie auch in der Aufarbeitung mit dem Thema umgegangen wird, bekomme ich den Eindruck, daß es den Deutschen nur um ihre eigenen Befindlichkeiten, ihre eigenen schlimmen Erfahrungen geht: Juden haben da keinen Zutritt!
      Diese, wohl sarkastisch einzustufende Bemerkung, ist Ausdruck einer Enttäuschung, obwohl ich nicht genau weiß, was ich denn erwarten sollte.

      Ja, mein Freund, das tut weh auf eine Weise, die ich nicht gut beschreiben kann.
      Ich verstehe und heiße gut, daß auch die Deutschen ihre Erlebnisse/Geschichte aufarbeiten müssen, aber -bitte Verzeihung!- es läuft wieder auf dem Rücken derer, die am schlimmsten darunter zu leiden hatten.

      „Juden müssen draußen bleiben..“, …na gut, also nicht!
      Aber ich habe nuneinmal eine Verbindung zum Deutschen, dabei bin ich gewiß nichteinmal ein ausgewiesener Liebhaber von „Deutschtum“, vielleicht sogar „typisch deutsch“ (für meine Generation?) eher skeptisch damit.

      Nu, zB Guido Knopp und „seine Deutschen“ weinen um all das Schlimme, was ihnen widerfuhr, und der Hitler, das war ja auch nur ein Mensch, und der hatte auch eine Hündin, und Freundin, und so…
      Aber wenn ich weine, wenn ein Jude weint, dann heißt es, wir würden nur den „Holocaust instrumentalisieren“, es wäre nur Taktik, Strategie, usw.
      Das ist echt zum Kotzen!

      Yael nennt ihren blog „Zwischenwelten“, um ein Leben zwischen Judentum in weitesgehend nichtjüdischen Umfeld zu beschreiben, soweit ich es richtig verstanden habe.
      Mir geht es ganz ähnlich, nur ich empfinde mich als dazwischen stehend, zu nichts gehörig, obwohl ich zu ‚meinem Judentum‘ halte (nicht aber auftragen will damit), ist es etwas weit entferntes, aus einer Welt, die unwiederbringlich zerstört wurde. Ich halte es mit einem „Geist“, könnte man sagen.
      Und mit ‚meinem Deutschtum‘ arrangiere ich mich viel eher, als mich dem zugehörig fühlen zu können; so richtig annehmen konnte ich es nie, aber das ist eine diffuse Ebene, sie ist unpersönlich und doch auch sehr persönlich, abstrakt, aber auch zu Herzen gehend, was soll das für mich bedeuten?
      Ich gehe hier mit der deutschen Sprache um, und mag mir das Thema nicht leichtfallen, die Nutzung der deutschen Sprache -wenigstens beim Schreiben- ist mir ein Vergnügen.

      Aber wenn, was für ein Deutscher bin ich?
      Ich bin der Deutsche, der sich selbst und sein Volk umbringt?
      Und dann ist’s mal wieder der „Judenexperte“ Ahmadinedschad, der (gestern war`s?) verlauten läßt, daß hinter Weltkrieg 1-2 die Juden stecken würden…
      Die schlauen Juden, die ihre eigene Ausrottung organisieren, aha!

      Das ist doch echt zum Verzweifeln! Und diese (*!*) Presse in diesem Land schreibt von solchen Leuten ab, übernimmt deren Sicht auf die Lage Nahost/Israel.
      Das ist „deutsche Objektivität“, zwei Generationen, nachdem der schlimmste Völkermord aller Zeiten geschah!

      (Wie soll man, wie soll ich solches beschreiben? Für mich, für meine Familie, meine Herkunft, ist es kaum zu formulieren. „Ihr habt das getan! Ihr habt uns zerstört!“ Aber ist es gerecht, so mit dem Finger zu zeigen? Muß ich das tun, damit nicht der Eindruck entsteht, daß ich mir/uns die „Mitschuld“ gebe, so wie Antisemiten es bis heute, in den Nachrichten stets wiederholen!!?!!

      Ja, Paul, darüber weine ich, und die Antisemiten lachen hämisch über mich und meine Leute. Aber so ist das eben; ich bete und mühe, daß mich niemals dieser Haß ergreifen wird, der diese ‚Antisemiten‘ in ihren Herzen aushöhlt.)

      Du, Paul, auch Silke (auch andere…), ihr habt ja schon ein paar Tage gelebt. Ihr seid älter als ich und wißt mehr von dieser Welt. Ihr seid das gute Beispiel, und mir Ansporn, daß ich nicht „die Deutschen“ bis in alle Ewigkeit hassen möchte.

      Als haschem zu Lot sprach, da erbat Lot sich, daß haschem die Städte Sodom und Gomorrah verschonen möge, denn Lot war ein Mensch mit einem guten Herzen. Lot ging also um ‚Gerechte‘ zu suchen, die er in diesen Orten zu finden hoffte, so daß haschem seine ‚Strafe‘ nicht ausführen möge. Doch er fand niemanden. Die Strafe wurde vollzogen.

      So magst Du gut verstehen, warum ich mich wie ein Kind freue, wenn ich Menschen wie Dir oder Silke „begegne“.
      120 Jahr, gute Gesundheit, Glück und viele viele frohe Momente wünsche ich Dir! Gesegnet sei Dein Baum, daß er immer gute Frucht trage!

  9. A.mOr Says:

    Denn sie wissen nicht was sie tun?

    Ale, schon nicht mehr und doch „brandaktuell“, ich dachte, weil’s irgendwie dazupaßt, kleine Info für die vollkommen unbedeutenden Ereignisse für deutsche Medienmacher im Machtbereich von Erdo-Gans&Küken:

    Neue Technologie erlaubt der Türkei, Israel anzugreifen

    http://www.israelheute.com/Nachrichten/tabid/179/nid/23636/Default.aspx

    Erdogan, „nur“ ein antisemitischer Spinner mit Geltungsdrang?
    Ulrich J.Becker sieht es so:

    http://aro1.com/kommentar-zu-erdogans-offenen-kriegskurs-keine-falschen-hoffnungen/

    Jisrael chasak, chasak, w’enischasek!
    (Israel seid stark, und wir alle werden gestärkt sein!)

    Jeder weiß, das Israel alles tun wird, was möglich ist, um Blutvergießen zu vermeiden.
    Aber ich stimme Liebermann vollumfänglich zu: „Wir werden nicht die weiße Flagge hissen!“

    Wir, Europäer, wissen ganz genau, was das bedeuten würde.

    Wir befinden uns auf einem sehr schmalen Grad, aber es ist nicht in unserer Hand, wie die Türkei entscheidet, ob sie versuchen wird, uns von diesem Grad der Besonnenheit zu stoßen.

    Den Türken wünsche ich, auch in ihrem eigenen Interesse (und sie wissen das), die Besonnenheit, daß sie es schaffen, diesen Wahn eines Erdogan&Co aufzuhalten.

    Wenn wir dazu gezwungen sein werden…chalila/G*tt behüte!
    Haschem stehe uns bei!
    Er wird, denn Er ist Einzig, Er ist Ewig, schemaJisrael!

  10. Wolfram Says:

    Nun – die Übersetzungs-Kritik von Bollag stößt ins Lehre, weil er nicht bedenkt, daß diese Übersetzung fast 500 Jahre alt ist. Und damals wurde eben nicht oder nicht nur „für soundsoviel“ etwas gekauft, sondern auch „um soundsoviel“. Ich hab da eine Stelle bei Luther im Ohr (leider keinen Beleg), wo es heißt, „Christus wurde um 30 Silberlinge verkauft“. Und eine kurze Google-Recherche zeigt mir, daß diese Formulierung in Österreich noch heute gebräuchlich ist.

    Leider steht in der Torah tatsächlich nur Auge für Auge, Zahn für Zahn, Leben für Leben. und nicht „eine Entschädigung für…“, und die gesamte Auslegungsgeschichte der jüdischen heiligen Schriften ist den meisten Menschen nicht nur unbekannt, sondern auch noch weithin unzugänglich. Vieles ist zwar gedruckt, aber nur in hebräischer Sprache. Selbst Theologiestudenten lernen nicht, unpunktierte Schrift zu lesen, und ich hab noch irgendwo in meinen Studienunterlagen Abschnitte, die Edna Brocke vokalisiert hat, damit wir Studenten sie lesen konnten.

    Fragwürdig scheint mir Bollags Argumentation auch, weil er – zumindest in dem von dir zitierten Abschnitt – überhaupt nicht eingeht auf Formulierungen wie „el qanah“, die man etwa Dtn.5,9 findet, wo es weiter heißt, „der nachhält die Übertretungen der Väter an den Söhnen und der dritten und vierten Generation bei denen, die mich hassen“.
    In den prophetischen Büchern wird das später aufgelöst, beispielsweise mit dem bekannten Bild „man soll nicht mehr sagen, die Väter haben saure Trauben gegessen, und die Söhne haben stumpfe Zähne bekommen“, womit allerdings NICHT die Treue Gottes über tausend Generationen angezweifelt wird zu allen, die ihn lieben – und ihren Nachkommen.

    Die Dinge sind nicht einfach. Wer meint, es gäbe einfache Erklärungen und einfache Lösungen, führt in die Irre.

    Ich habe übrigens auch noch nie gehört, daß jemand behauptet hätte, die Juden wären so rachsüchtig wegen „Auge um Auge…“. Wahrscheinlich lese ich die falschen Zeitungen.

  11. Dante Says:

    Wie ist es möglich, dass sich jemand mit dem Judentum beschäftigt, Juden vorwirft gegen die Thora und den Talmud zu verstoßen, der nicht einmal recherchiert hat, was „„Auge für Auge, Zahn für Zahn“ im Judentum bedeutet und zu so einem maßlos unverschämten und lügenhaften Fazit kommt? Es ist kein großer Akt auch nur im Internet zu recherchieren, um zu erfahren, dass
    es sich „Auge für Auge, Zahn für Zahn“ ausschließlich um Entschädigung handelt und ganz sicher nicht jemanden die Hand abzuschlagen, der einem anderen die Hand abgeschlagen hat.

    Tut mir leid, das sagen zu müssen, aber die Interpretation des Bibelspruchs im Sinne einer Entschädigungszahlung spricht als solche nicht gegen, sondern eher für den Vorwurf, gegen die Thora zu verstoßen, jedenfalls dann, wenn eine Operation wie „gegossenes Blei“ als Vergeltungsmaßnahme betrachtet werden kann, denn schließlich geht sie noch über die Interpretation im Sinne einer Begrenzung von Vergeltung noch hinaus, ist von einer Billigung von Rache noch weiter entfernt.

    Selbst Kuppes eher wörltiche Interpretation des Spruches hätte übrigens bei Anwendung im Christlichen Abendland noch bis in 19. Jhd. hinein zu einem wesentlich milderen, humaneren Strafrecht führen müssen (für viele islamische Länder gilt noch heute dasselbe). Diese Art Rechtsprechung war nämlich zutiefst von Rachedurst geprägt. Wenn Christen in punkto Rachsucht mit einem Finger auf die Juden zeigen, zeigen sie mit dreien auf sich selbst.

    • Paul Says:

      Lieber Dante,
      ich sehe „gegossenes Blei“ nicht als eine Vergeltungsmaßnahme, wie auch die anderen Erwiederungen Israels auf Raketenterror nicht ‚Vergeltung‘ sind (obwohl sich diese Bezeichnung in den Medien eingebürgert hat), sondern immer Vorbeugung.

      Angegriffen werden von Israel immer Abschußorte von Raketen, Raketenlagerorte, Raketenherstellungsorte u.ä.m.

      Zu diesem Thema habe ich ausführlicher geschrieben. Wenn es Dich interessiert siehe oben 13.9. 14:43

  12. Dante Says:

    Nachtrag: Das Wort „alttestamentarisch“ freilich ist in der Tat höherer Schwachsinn und verrät eine gewisse Uninformiertheit des Autors.

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