Teo­fi­la Reich-​Ra­ni­cki starb an „Deutschland“

Teofila Reich-Ranicki, genannt Tosia, starb am Freitag im Alter von 91 Jahren. Auf die Frage, woran seine Frau ge­stor­ben sei, ant­wor­te­te Mar­cel Reich-​Ra­ni­cki: „An Deutsch­land. Um 11.​00 Uhr.“
Hellmuth Karasek, der beide sehr gut kannte, schreibt einen sehr persönlichen Abschiedsbrief.

Am Sonntag starb ebenfalls der Vorsitzende Richter im Eichmannprozess Mosche Landau in Israel.

Sichronam LiVracha!

14 Antworten to “Teo­fi­la Reich-​Ra­ni­cki starb an „Deutschland“”

  1. Roman Says:

    Ich weiß, es sind alle furchtbar schlau, aber was wollte er damit sagen?

  2. Robert Schlickewitz Says:

    Einige Anhaltspunkte fänden sich hier:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Teofila_Reich-Ranicki
    http://www.faz.net/s/Rub642140C3F55544DE8A27F0BD6A3C808C/Doc~E8F5609285435411584AE81151CFF3958~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  3. Robert Schlickewitz Says:

    Gern geschehen, Yael.

    Verfolgst Du auch auf dem anderen Kanal die Debatte um Antisemitismus in Germany. Jane zitiert Graumann, um zu beweisen, es gibt kaum nennenswerten Antisemitismus in D.
    Ich habe mich aus der Diskussion ausgeklinkt, da meine Argumente nur noch selektiv wahrgenommen wurden und die Vernunft mir riet, keine weitere Energie zu verschwenden.

    Es ist letztendlich doch gut, das der andere Kanal diese Frau solche Sachen schreiben lässt. Man kann dank der Ausführungen Janes, die die Auffassungen und Einstellungen leider auch sehr vieler meiner akademisch gebildeter, deutscher Bekannter teilt, tief, tief in die deutsche Seele blicken. Hoffentlich erkennen dies auch Soziologen und nutzen entsprechend das so reichlich dargebotene Material.

    • yael1 Says:

      Nein, Robert es ist nicht gut. Denn mit der Entscheidung des anderen Kanals, diese Dauerantisemitin seit 6 Jahren zuzulassen, widersprechen sie selber ihrer Intension über den Antisemitismus aufzuklären und ihn zu bekämpfen. Mit der Entscheidung die Lügen dieser Frau nicht nur zuzulassen, sondern geradezu zu protegieren (aus Gründen des Mitleids, da diese arme Frau ja angeblich so krank ist und sie linke Positionen vertrete, die auch sie vertreten!!), haben sie sich und ihr Anliegen ad absurdum geführt. Und sie ist ja weiß Gott nicht die einzige, denn wer lässt schon einen Nazi/Judenhasser wie dieser Sebaldius so lange schreiben? Deshalb bin ich im Gegensatz zu früher, strikt dagegen, dass die auch noch eine staatliche Förderung bekommen. Nicht von meinem Steuergeld.

      • Aristobulus Says:

        Das ist jedoch ’nur‘ das Blog-Forum, Yael, freilich für Dich war es kein ‚Nur‘ und mich mich früher auch nicht! Jedoch die Betreiber des anderen Kanals hatten schon auf das Diskussionsforum keinen Wert gelegt, wohl auch nicht auf die Blog-Foren.

        Trotzdem ist es wohl richtig, was Du über ähmmm „die linken Positionen“ schreibst. Denn auch der notorische Max Brym schreibt Artikel. Nicht? Immer mal wieder Max Brym, und auch der ewigvorgestrige Avnery darf artikulär seine irrelevanten Dinge auskippen. Der schreibt immerhin noch eingermaßen lesbar, freilich überwiegt dann doch der Inhalt. Aber Brym kann nun nun nicht mal eingermaßen schreiben: Inhaltlich ideologisierendes Zeug, stilistisch Holzhammer.
        Wozu soll einer das lesen?
        Aber sie publizieren’s… jaja, schlechthin die ‚linke Position‘ scheint ihnen überaus am Herzen zu liegen. Erstaunlich. Dogmatische Rechte machen es ja analog, die drucken irgend ein entsprechendes Zeug nur ab, weil es wieder die rechte Position‘ ist. Sogar bei Stockliberalen gibt’s das (die kümmern sich dann um Westerwellereden). Es ist – wie soll ich sagen; so beschränkt und so öde.

        Ich denke, den Betreibern des anderen Kanals ist es einfach nicht wichtig, wie diese Positionierung bei denen ankommt, die ihnen wohl gewogen gewesen sind. Ist ihnen egal. Deswegen lassen sie wohl auch die Antisemiten-Jane seit sechs (!!) Jahren abmüllen was das Zeug hält, Soziologen hin oder her, bis alle Anderen, Feinnervigeren, Differenzierteren die Koffer packen und weg sind. So wird’s auch in den Ministerien abgelaufen sein. Wozu?, keiner kanns verstehen.

        – À propos, möchtest Du dieses leidige Thema eigentlich hier so haben? Weil Du ja wieder was dazu geantwortet hast…

  4. Aristobulus Says:

    Hi. Warum soll das gut sein? Wenn man Dinge dieses immergleichen, ebenso ideologiebelasteten wie dummen Inhalts lesen will, reicht’s doch, in die Junge Welt zu blicken usf., so man’s nicht lassen will.
    Ich war mal regelmäßiger ‚anderer-Kanal‘-Schreiber, später nur noch -Leser, dann gar nichts mehr!, auch wegen dieser sog. Jane, die da ihr bleiernes rotbraunes Zeug hinrobotern darf. Sass sie’s darf, hat jedoch mit ganz etwas Anderem als mit „es ist letztendlich doch gut, dass“ zu tun.
    Womit auch immer also.

    Jedoch das Thema gefällt der Yael überhaupt nicht. Kann man verstehen? Ach sicher doch.

  5. A.mOr Says:

    Ahoj Robert,
    ich wollte mich auch noch bedanken für Deinen Hinweis auf den Artikel von Frank Schirrmacher.
    Am bemerkenswertesten daran fand ich die Stellen, wo er Teofila selbst zu Wort kommen läßt:

    „Die Deutschen“, so sagt sie, als sie sich sechzig Jahre später zum ersten Mal wieder über das Bild beugt, „fotografierten das Getto mit Vorliebe … Diese drei haben den Juden befohlen zu tanzen. Damit die deutsche Öffentlichkeit, wenn sie die Aufnahmen zu sehen bekommt, nicht erschrickt oder Mitleid empfindet.“

    Bei diesen Zeilen dachte ich an den „MotherFuckingBastard“ von dem „anderen Kanal“, als er einem Juden erklärte, daß er die Juden in Deutschland (als sicherlich „arischer und katholischer“[!!], eine Erwähnung an anderer Stelle) sicher mehr vermissen würde, als eben jener, der wohl garnicht in Deutschland sondern Israel leben würde.

    Jener, den ich hier nun als „einen Juden“ erwähnte, schrieb:
    „Das deutsche Judentum wie es vor dem Holocaust in deutschland gab, gibt es nicht mehr das wurde vernichtet.“

    Die Antwort (ua) von mfb:
    „Das ist leider war .. und ich bin mir sicher, ich bedauer dies mehr als Sie – d3enn für mich ist Deutschland meine Heimat und es ist deshalb MEIN Verlust. Wenn mich jemand fragt, was die echte, schönste Perle deutscher Kunst ist, dann ist es ganz sicher nicht Wagners Ring der Niebelungen sondern einzig und allein Lessings Ringparabel. Ganz abgebrochen ist dies jedoch auch im “Nachkriegsdeutschland” nicht – der beste Showmaster, den wir in Deutschland hatten, ist für mich Hänschen “das war Spitze” Rosenthal .. und den Einfluss, den Hugo Egon Balder (eigentlich Egon Hugo Balder – lol) im Fernsehen hat, finde ich gut.“

    Wiederum bei anderer Gelegenheit hatte ich mfb darauf bereits entgegnet. Sein abschließender Kommentar an mich war:
    „Bei Leuten Ihres Kalibers bemitleide ich gar nichts – ich finde, die Welt wäre ohne sie besser dran.“

    Worauf ich hinaus will mit dieser Antwort von mfb auf „einen Juden“, er erwähnt also „Hänschen“ und Egon, ich erlaube es mir zu bezeichnen als „tanzende Juden“, daß ist also der „Verlust eines mfb“ („… und ich bin mir sicher, ich bedauer dies mehr als Sie…“), mit dem er seine Position gegenüber einem vermeintlichen „undeutschen“ Israeli zu erhöhen sucht, im „Opferstatus“ sogar, kann man interpretieren!!
    Jener „undeutsche“ ist meiner Beobachtung nach (nach dem, was ich von ihm lesen konnte) tatsächlich Israeli, allerdings gebürtiger Deutscher und nun auch in Deutschland (Berlin) arbeitend, nun, mfb hätte sich fragen können, warum dieser „undeutsche“ Israeli so gut deutsch schreibt (und wenn ich mfb, den „Ermittler in einem internationalen Konzern“, so lese, dann schreibt der „undeutsche“ besser deutsch, als der Herr Ermittler (vgl die Zitate).
    Es geht hier nicht um Jane, aber um „Janes“ (im Falle mfb mit Vorbehalt, ich mag es später noch erleutern, mal sehen…), wie manche/r auf dem „anderen Kanal“ schon schreibt, ich selbst hatte Jane immerhin schon zum „Kult“ erhoben, aber das wirst Du, Robert, ja alles noch auf dem Schirm haben, nehme ich an?

    Nu, Frank Schirrmacher gibt auch „hierzu“ Teofila das Wort:

    Auf dem Bild „Selektion“, das eine lange Menschenschlange zeigt, deutet sie an einen Punkt, wo die Farben verschwimmen: „Hier irgendwo, hier stehen wir. Wir halten uns an der Hand. Das ist der Hof in der Zamenhof-Straße, und das ist unsere Selektion. Da, der SS-Mann wird gleich mit der Peitsche zeigen – nach links: in den Tod, nach rechts: ins Leben …“.

    Ich verzichte trotz einigem „Jucken“ auf weiteren Sarkasmus, nur dieses nocheinmal zitiert: „ins Leben…“

    Den Artikel bzw Kommentarstrang, den Du erwähnst, habe ich auch überflogen (vor zwei/drei Tagen, heut noch nicht), tja.
    Jane selbst lese ich schon garnicht mehr, oder nur ausnahmsweise (etwa als sie mich einmal persönlich ansprach), und dann bemerke ich, daß es bei ihr keine Entwicklung gibt, einzig ihr Stil, das fiel mir schon Mal Anfang des Jahres auf, verbessert sich.
    Ihre Unterstellungen gegenüber Israel und Juden allgemein sind einfach ungeheuerlich, und ich bekomme regelmäßig schlechte Stimmung, wenn ich etwas von ihr (&Co) lese.
    Wir hier, die wir uns mit dem Wort mitteilen, sind wir uns bewußt, wie stark die Wirkung des Wortes ist, oder gibt es Menschen, die ohne Empathie lesen? Wenn „laschon hara“ eine wirkkräftige Bedeutung hat (hat es!), dann ist Jane ein sehr gutes Beispiel dafür, insofern teile ich mindestens die Skepsis von Yael.

    Aber ich verstehe auch Dein „Strecken der Waffen“, Robert. Mir geht es ganz ähnlich.
    Vielleicht hast Du recht, daß man „…die Auffassungen und Einstellungen leider auch sehr vieler meiner akademisch gebildeter, deutscher Bekannter teilt, tief, tief in die deutsche Seele blicken…“ kann. Scusi, für dieses etwas verworrende Dazwischenschalten Deiner Worte, aber ich hoffe doch, das es lesbar bleibt.
    Jane ist ein „Sonderfall“, finde ich, aber trotzdem hast Du recht, sie repräsentiert nämlich die Abneigung gegen Juden in der (häufig) landestypischen Weise, wie auch in der Weise der Islamfaschisten.
    Aber was bringt das?

    Jane ist eine „Wissenschaft“ für sich, „Otto Normal“ kann da nicht mithalten. Sie hat schon etliche auf dem anderen Kanal zu intelligenten Widerspruch gereizt (ua ein gewisser Robert), aber wie ein riesiger Wal zieht sie dort ihre Bahnen. Was sie an Gegenargumenten nicht widerlegen kann (oder so), das ignoriert sie einfach, und ihre Bahn, bei aller Beharrlichkeit, bei allem Fleiß, ist die ganz einfache, platte Bahn des Antisemitismus.

    Ich vermute, daß der andere Kanal das nicht so genau registriert, bzw auf einer gewissen Ebene sogar toleriert, weil es eben Widerspruch herausfordert, der eben auch dringend notwendig ist. Leider kann Jane nur schwer widerlegt werden, einmal, weil sie so „gewaltig“ ist, aber auch, weil sie eben viele Quellen anführt, gleichgültig wie selektiv, diese müssen auch noch widerlegt werden. Das ist viel Arbeit, die muß ersteinmal geschafft werden, da scheitert nach dem gros „Otto Normal“ noch einiges an den eloquenten und intelligenten Mitlesern, Gegenmeinungen. Wie gesagt, eine „Wissenschaft für sich“.
    Feinfühlige, sensible Leser fallen auch raus, denn ihr laschon hara hat üble Wirkung.

    Und so weiter, ich habe viel Wort dazu aus diesem Text hier wieder entfernt, damit es nicht zuviel wird. Aber es bleibt die Frage, was ist der Sinn einer Jane auf diesem anderen Kanal?
    Eines ist sehr offensichtlich, Juden müssen sich davon abgestoßen fühlen, ein ganz natürlicher Reflex.
    Jane als „Linke“ zu verharmlosen, daß mag manchem (auch Juden) gelingen mit Nerven aus Stahl, aber dann muß man schon sehr verkopft sein, „denke“ ich.

    Schabbat schalom ale.hem.

    • A.mOr Says:

      Verflixt, noch schnell zu Yael und Aristobulus. Erstens, Danke für die Erwähnung ‚Sebaldius‘ (!!!) und hierzu: „…haben sie sich und ihr Anliegen ad absurdum geführt.“ später noch mehr, denke ich.
      Und zweitens „…Zeug hinrobotern darf.“ Klasse Wortwahl!

  6. Roman Says:

    Also die Ranickis haben in Deutschland zusammen gelitten? So eine Art Stockholm-Syndrom? Ich finde das, ganz ehrlich gesagt, lächerlich allein vor dem Hintergrund eines existierenden Staat der Juden! Sie zogen es vor im verfluchten Deutschland zu bleiben und hier zu sterben.

    Eine ganz schwache Leistung, wenn auch menschlich verständlich. Hier in Deutschland hat Ranicki etwas erreicht, was er in Israel wohl nie geschafft hätte.

    • yael1 Says:

      Ich denke, das liegt eben vor allem an seinem Beruf und seiner Liebe zur deutschen Literatur. Das war sein Leben und deswegen hat er sich wohl entschieden hier zu leben und seine Frau hat es akzeptiert. Das heißt aber nicht, dass sie besonders glücklich in Deutschland war. Aber das sind alles Spekulationen und ich verurteile niemanden der seinen Weg geht.

  7. Robert Schlickewitz Says:

    Ehrenwerte Yael, ahoj A.mOr,

    Yael – Deine Einstellung kann ich aus Deiner Position heraus nachvollziehen und verstehen.

    Für m i c h war es von großem Interesse, was Jane zu ihrem deutschen Eigenbild preisgeben würde – daher las ich weiter, was sie schrieb – und erfreulicherweise hat sie sich gerade letzte Woche in dieser Hinsicht weit geöffnet.

    Sie repräsentiert den typischen, ‚halbgebildeten‘, täglich fernsehenden und/oder die deutsche Maintstream-Presse überfliegenden deutschen Normalverbraucher, tatsächlich unkritisch und dabei doch kritisch erscheinen wollend, staatstreu, nationale Konventionen und allgemeine Verhaltenskodizes achtend, in der Anonymität der Masse lebend – jedoch mit dem Anspruch die Welt kraft ihrer deutschen Moral und Sittlickeit verbessern zu wollen.
    Wie sie indirekt zugibt, hasst sie Bücher (deren Lektüre dauert ihr zu lang, außerdem könnte etwas darin stehen, was am eigenen Weltbild unerwünschte Zweifel aufkommen lassen könnte, besonders bezüglich ihres Israelbildes). Zudem ist sie der Meinung, die Welt und deren Geschicke in derem Großen und Ganzen bereits genau richtig zu ‚kennen‘.

    Kurzum – ein Mensch, den man nicht unbedingt gern persönlich kennenlernen möchte, da man das Gefühl hat, man kennt ihn bereits in- und auswendig. Aber – Deutschland ist voll von Janes; nicht alle brauchen oder benutzen einen ‚anderen Kanal‘, sie äußern sich lautstark, im Brustton der Überzeugung und missionarisch in ihrem angestammten Mikrokosmos, sei es die Nachbarschaft, die Kirchengemeinde, der Verein oder die Partei, in denen sie sich gut aufgehoben fühlen. Manchen gehen sie damit ganz schön auf die Nerven, jedoch gebietet ihnen keiner ernsthaft Einhalt, man lässt sie reden.

    Leider hat Jane tatsächlich eine ganze Reihe von ‚Jüngern‘ hinter sich scharen können, die sie immer wieder, auch mit vehementen Worten, verteidigen, darunter Juden ebenso wie Christen. Sie spricht demnach Gleichgesinnte auf dem anderen Kanal durchaus an oder aus der Seele.

    Sebaldius habe ich letzte Woche eine gehörige Abfuhr erteilt (gemeinsam mit Baruch Zion), als er als absoluter Ignorant in der bayerischen Minderheitengeschichte, geradezu hanebüchene Vergleiche anzustellen wagte. – Sebaldius 13. Mai 2011 – ט׳ באייר תשע״א at 10:16 · Reply)

    A.mOr, mfb hat sich einmal als „Korruptionsbekämpfer“ bezeichnet, ist also wahrscheinlich Beamter. Auch ich hatte ‚mal deutsche Beamte zu Freunden – ich betone – hatte. Auf die Dauer sind sie alle, die sie den Eid auf den Staat geschworen haben, eins gewesen – unerträglich. Mehr verbietet mir die gute Erziehung hierzu zu schreiben.

    Aus mfb’s Argumentation geht hervor, dass auch er ein unverrückbares Weltbild hat, dass er geringfügig mehr Durchblick (oder Intelligenz?) als Jane besitzt, dass er gleichfalls eine ‚bessere Welt schaffen‘ möchte, womit er, ganz selbstverständlich, natürlich in Israel, dem vermeintlichen Hort des Bösen, beginnen will. Wo kann er das am besten? – Auf einer jüdischen Webseite.

    A.mOr, Deine ausgesprochen passend gewählten Beispiele belegen uns im Prinzip etwas ungeheuer Trauriges – die unermessliche Kluft zwischen Juden und jenen Deutschen, die sich der Gleichgültigkeit entzogen und begonnen haben sich zu ‚kümmern‘. Sich zu kümmern um das gemeinsame kulturelle Erbe. Dies jedoch bedauerlicherweise von der Warte desjenigen aus, der ganz allein im Besitz von Wahrheit, Sitte, Moral, Gewissen und Anstand ist, von der Warte des sich für das Nonplusultra haltenden Christen. Von einer Warte aus also, von der aus es keinen wirklichen Dialog, kein echtes Verstehen (Begreifen, Annehmen des anderen), keinen Fortschritt in den gegenseitigen Beziehungen geben kann. Christen (Deutsche) und Juden kommen so nicht zusammen. Und das liegt nicht an den Juden – an den „verstockten Juden“, wie sie Luther vor vier, fast fünf, Jahrhunderten nannte, und wie sie von vielen Deutschen bis heute gewohnheitsmäßig und massenkonform wahrgenommen werden.

    Hat einer von Euch zufällig meinen Wehrmachtsdeserteursbeitrag http://www.hagalil.com/archiv/2011/05/05/wehrmachtsdeserteur/ gelesen? Außer einem Freund und einem ev. Pfarrer aus meiner Umgebung hat noch niemand sich in irgendeiner Weise geäußert. Ihr wisst doch, dass ich offen für jedwede Kritik bin…

  8. A.mOr Says:

    Nabend Robert, je später der Abend…

    Die „überzeugten Kümmerer“, von denen Du sprichst, die gibt es wohl so wie es eben Menschen gibt. Man läßt sie ausreden, man erduldet sie, weil es sinnlos ist, etwas anderes zu tun. Es ist zu anstrengend, fruchtlos dazu, vielleicht „bedankt“ der ein oder andere sich so für die eigenen an sich vermuteten oder bestätigten Verfehlungen? Es ist wohl einfach wie das Wetter und die Leute reden viel, wenn der Tag lang ist…
    Persönlich bemühe ich mich auch nicht sehr, andere Leute zurechtzuweisen, „Tipps“ mag ich schon geben, aber maßregeln ist nicht mein Ding (meistens).

    Bei Jane ist das eine andere Angelegenheit, denn sie „bedient“ ein großes, ja ein „weltweites“ Forum. Ihre Worte haben eine ganz andere Bedeutung, nicht dem Inhalt nach (je nachdem eben) sondern der Wirkung nach. Durch ihren „Brustton der Überzeugung“, durch ihre Weise (…)der Präsentation erscheint sie sicherlich etlichen Lesern („stummen“ Lesern in wohl weit größerer Anzahl als kommentierender) als glaubwürdig.
    Sie fördert aktiv „Pallywood“, sie fördert aktiv die Lügen, die Israel diskreditieren, aus ihrem Mund (ihrer Feder) wird israelische „Hasbara“ zur „Lüge“ erklärt!

    Wenn ihre Lügen, ihre offenbar sehr verzerrte Wahrnehmung gegenüber Juden und Israel (und es ist die Frage, ist die Wahrnehmung verzerrt, oder wird sie bewußt gefördert!?) auf einer jüdischen Webseite derart „protegiert“ wird, dann ist dies zum Schaden des Ansehens von Israel und der Juden allgemein.
    (ich glaube nicht, das das im Sinne des anderen Kanals ist, vielmehr habe ich den Eindruck, daß sie die Situation einfach anders -besser- beurteilen…, mag sein, aus „linkspolitischer Fehleinschätzung“. Die Kontroverse, die es jeweils immer auslöst, ist zwar ein „Pluspunkt“, daß aber etliche „gute Juden“ dem blog den Rücken kehrten ist deutlich ein „Minus“. Mit der Toleranz sollte man ersteinmal bei sich selbst großzügig sein, mit der Kritik ist man es doch auch.)

    Jane bedient eine mehrheitsfähige, bzw mehrheitlich geglaubte Wahrnehmung in Deutschland (etc), die Israel als „Schurkenstaat“ und Juden als „verlogene, heuchlerische, verschlagene“ und auch noch „grausame“ Menschen erscheinen läßt.

    Ihr wird dieses von vielen geglaubt, weil zB die deutsche „Qualitätspresse“ bei dieser ‚Verleumdungskampagne‘ aktiv mitwirkt (denn deutsch denkt: „die müssen es doch wissen!“).
    Und Janes Quellen sind entsprechend häufig auch schlicht genau dieser „Qualitätspresse“ entnommen, aber eben auch einschlägig „vorbestraften“ Quellen; nur das dürften die meisten Leser nicht wissen.

    Ich selbst kenne mich wirklich nicht gut aus mit dem riesigen Angebot an Publikationen und Meinungen, wie sie weltweit unter die Völker geschrieben werden, und trotz einschlägiger Bemerkungen bei Jane von Anfang an gab ich ihr einiges an Zeit, bevor ich mich überzeugen ließ, daß sie mir (mindestens als „Schreibtischtäter“) bei Gelegenheit und „Startschuß“ den „Hals aufschneiden“ würde.
    Es mag Dir als ein übertriebenes Bild erscheinen, aber am Ende ist die Rechnung ganz einfach, und wenn die deutsche Geschichte selbst uns nicht belehren kann, was dann?!

    Es handelt sich bei Jane nicht um „freie Meinungsäußerung“, sie ist tatsächlich ein „troll“, wenn ich diesen internet-Begriff richtig gebrauche. Ihre Worte dienen zum Aufbau einer Kulisse in dem die Wege so angelegt sind, daß sie und ihresgleichen frei gehen, aber „Juden müssen draußen bleiben“, und draußen wartet der Henker.
    Für Leute der „Art mfb“ dürfen ein paar dann noch tanzen, der Rest darf sterben.
    Immerhin, ein „Schindler“ käme wohl eher von der „Seite mfb“ als eben „Seite Jane“.

    Bei Jane fällt dann noch auf, daß sie gezielt den Antisemitismus der Islamfaschisten betreibt, ob sie selber tatsächlich entsprechend geprägt ist, oder ob sie es in einer „Kooperation“ (es war einmal Hitler-Husseini…) tut, das weiß sie selbst.

    Daß ich ihre Kommentare kaum noch lese geschieht (auch) zum (Eigen-)Schutz, denn dieser „wohlbegründete“ Antisemitismus, bei dem die „Juden selbst daran schuld sind, daß man sie haßt“, daß antisemitische Echo in deutschen Medien zu allem, was man bei Israels Handeln verdrehen kann, mir ist das alles quälender Stress.
    Wie schlimm muß all das sein für Leute, Überlebende wie Marcel, Teofila…

    Hat Mosche Landau das mitverfolgt, wie es in Deutschland läuft?
    Ich hoffe, er ist wirklich als „Sieger“ ins Grab gegangen. Meine Sorge gilt selbstverständlich nicht wegen Haschem und Seinem Vertrauen und Wirken in uns, aber ihm als Mensch in dieser Menschenwelt, oder Teofila, möge sie auch als „Sieger“ gegangen sein…

    mfb kann man mit Jane natürlich vergleichen. Ob er mehr Durchblick oder Intelligenz hat, kann ich nicht beurteilen. Von dem, was beide so schreiben, erscheint mir der „Durchblick“ bei Jane deswegen etwas „größer“, weil sie ganz gezielt antiisraelische/antijüdische Bilder bemüht und gleichzeitig schönfeilt, was es von „muslimischer Seite“ zu berichten gibt, sie verklärt eben alles komplett.
    Nur bin ich mir nicht sicher, wie groß ihre kriminelle Energie ist. Verkündet sie einfach ein Lügenmärchen, dem sie „naiv“ (beharrlich ignorant und erkenntnisresistent) aufgesessen ist (wie so viele!), oder tut sie das mit der bösen Absicht, wie es erscheint? Sieht sie sich tatsächlich als Kämpferin für die Freiheit, dem Humanismus, etc, wie sie ab und zu behauptet, oder ist sie ganz einfach „böse“, menschenfeindlich?
    Ist sie, wie ‚Baruch Zion‘ ab und zu mal „feixt“, eine „Kämpferin der Islamisten“?

    Vergleichbar finde ich die beiden, wie Du sagst, etwa in Hinsicht auf „intellektuellen Horizont“ oder „Reflektionsbereitschaft“, aber bei mfb scheint es sich „nur“ um einen „ignoranten Trottel“ zu handeln, seinen „Todeswunsch“ an mich nehme ich nicht so ernst, ich hatte ihn eben zurechtgewiesen, da mag sich so ein „strammer Deutscher“ ganz schön geärgert haben.
    Hoffentlich denkt er wenigstens über meine Worte nach und informiert sich, aber ich befürchte…
    → Von wegen „Ermittler in einem internationalen Konzern“, das hatte er selbst so geschrieben und dabei betont, daß er kein Beamter sei. Vielleicht hat er geschummelt?
    (Bei Bedarf mag ich den link suchen&finden..)

    Bei Sebaldius ist es schon eine ganze Weile her, daß ich ihn zum ersten Mal las, und er ganz einfach so schrieb, wie Nazis eben schreiben. Alles, was ich später von ihm noch las (nicht mehr soviel), lief auf das Gleiche hinaus. Seine Verachtung für Juden ist ganz offen, der andere Kanal ist ein leuchtendes Beispiel für Toleranz.
    „Toleranz“ indes ist mir in meinem Leben inzwischen zu einem sehr negativ konnotierten Begriff geworden, ein „Unwort“, welches Verbrecher zur Rechtfertigung oder Duldung ihrer Taten benutzen, und Heuchler sowie Trottel, die es ihnen leicht machen.

    Mit Deinem (vor)letztem Absatz sprichst Du „gelassen schweres aus“, aber es gibt wohl auch („echte“) Deutsche, die sich etwas weniger „herrenmenschlich“ mit anderen Menschen, etwa jüdischen Deutschen, auseinandersetzen. Auf die müssen wir eben setzen. Die „lernresistenten“, die einsichtslosen, denen ist nicht zu helfen. Letztlich geht es um die Absichtshaltungen der einzelnen Menschen. Was es etwa bei Jane genau ist, das weiß sie selbst, aber daß sie Juden als „grausame Mörder“ zeichnet, das zeigt schon vieles. Erstens, sie hat keine Ahnung von „echten Juden“ (jaja, Katzav ist auch so einer…) und zweitens zeigt das mindestens ihre Empfänglichkeit für das „Böse“, denn laschon hara ist nun einmal ‚böse‘, bzw ebnet dem den Weg.
    Sie zeigt doch viel von ihrem Charakter, wenn sie Juden solche Ungeheuerlichkeiten unterstellt, wie sie es tut, und dann noch in der Art schreibt: „und die haben auch noch eine Atombombe, das ist gefährlich…!“ Ist ja auch so, daß Israel täglich schreit: „scheiß was auf’s Leben! Wir zünden das Ding gleich mal, denn ihr andren (Janes und so) seit einfach ‚unwertes Leben‘!!!“
    (Entschuldigung für mein „derben Witz“)

    „Unschuldigere“ Menschen „wissen“ das nicht und tratschen, eine harmlosere Form der üblen Nachrede; nu, und viele Menschen denken einfach nicht nach, bleiben, aus Bequemlichkeit, Unvermögen…ignorant. Es ist anscheinend einfacher, wenn man das kann: Schalter drücken, Hirn aus, Herz aus. Sollte ich es nicht beneiden!?

    Ach, danke Robert für die schönen (traurigen/bitteren/desillusionierenden) Worte, die Deinen (vor)letzten Absatz ausmachen, treffende, brilliante Formulierung.
    Etwas „schamvoll“ berührt bin ich, wenn Du schreibst, daß Juden keine Schuld trifft, daß diese Kluft nicht überbrückt wird; jedoch wüßte ich jetzt nicht, warum ich Deine Worte relativieren sollte. Verstehst Du, wie ich das meine?
    Wie heißt es, „Eigenlob stimmt!“;)?
    Ich schreibe zwar auch „für uns“, jedoch schreibe ich als Individuum, und daher frage ich mich, was ist mir gelungen, was habe ich getan um diese Kluft zu überwinden?
    Genügen diese Worte, in denen ich doch eher vor allem Jane anprangere?
    Wie weit bin ich selbst von übler Nachrede entfernt damit, oder bin ich schon da?

    Ich könnte es mir leicht machen, „üble Nachrede“ ist nur übel, wenn ein Jude das gegen einen Juden tut, aber so leicht ist es nicht, und die Hetze und Verleumdung der Judenhasser ist sehr schlimm, das ist tatsächlich „psychische Gewalt“, aber wer von diesen „einfachen Gemütern“ bedenkt solches (bzw: wer würde diese Bösartigkeit offen zugeben)?

    Das Leiden ist in aller Regel still und bleibt im Dunkel…
    Die Rufe der Verleumdung hingegen sind laut und auffordernd.
    Es ist einfach ein Dilemma.
    Ach, hätte ich doch gravierend etwas zu kritisieren an Israel, so daß ich mich in massik Gesellschaft befände, wo es „schön kuschelig“ ist, weil alle aufeinmal „verstehen“, was mein Anliegen sei.
    Die Judenhasser lügen, laut und sofort, konstruieren die übelsten Geschichten, und die „Deutschen“ glauben das sofort, so sei eben die Presse, es muß schnell gehen, was ist die Wahrheit wert!
    Und Israel braucht Tage, Wochen, Monate, Jahre um aufzuklären, was da an diesem (irgendeinem) Tag geschah. Das dauert zu lang, „da machen wir“ lieber eine schnelle, zwar verlogene und damit boshafte Falschmeldung, denn die Leser sind inzwischen so gut erzogen, daß sie genau das auch erwarten, und dann, komm doch, Sintflut, komm doch wenn du dich traust!

    Wirklich, ich bin sehr verbittert inzwischen über all diese Lügen und Boshaftigkeiten,…

    Wie schön, daß ich diesmal Deiner Reihenfolge nachgehe, und mit Erfreulichem abschließen kann.
    Dein Artikel zu Peter Kellnberger hat mir gut gefallen, interessant und spannend, danke dafür.
    Es stellt sich dabei heraus, daß das Desertieren tatsächlich keine „leichte Angelegenheit“ ist, aber das würde mich auch wundern, wenn das irgendjemand behaupten würde.
    Hinzu zu bedenken ist schließlich nicht nur die „äußere Gefahr“, sowie auch der „schlechte Ruf“ (Verräter!), den man sich einhandelt, hinzu kommt die Komponente, daß ein Deserteur sich selbst komplett hinterfragen muß. Er muß sich eingestehen, daß er etwas, was er vielleicht sogar voller Begeisterung begann (wie beim Peter Kellnberger wohl auch) nun als Irrweg erkannt ist. Das ist eine wirklich starke Leistung, fällt bei uns unter „Tschuwa“, wenn ich es so sagen kann, und wieviele, die ihres als Irrweg erkannten, sind bereit sich dieses auch wirklich einzugestehen und sehr konsequent entsprechend zu handeln? Großer Respekt.

    Und etwas lustiges (für Historiker?) fiel mir noch auf zu den Kommentaren, als Du Sh.L. (ev.Pfarrer?) einen link gibst auf seine witzige Bemerkung, daß die Bayern das undeutscheste Volk seien, welches es in Deutschland gibt.
    Habe mir also nocheinmal kurz den Inhalt angesehen, der/die Autor/in bezieht sich auf Quellen etwa 1906lat.Z. (?), insgesamt kam mir der Inhalt etwas oberflächlich vor (Du hast es mit „Vorbehalt“, „auf die Schnelle“ verlinkt, also keine Kritik an Dich gemeint).
    Und es ist mit keinem Worte erwähnt, daß die Bayern vor allem auch einen „türkischen“ Einschlag haben (Hunnen und/bzw Awaren), bei einer Exkursion an den oberrätischen Limes ist mir das auch aufgefallen, wie oberflächlich ich sein kann!
    Aber ich finde, man sollte es nicht vergessen, das „Türkentum“ der Bayern!!!

    Hoffentlich trete ich Dir damit nicht auf den (kroatischen) „Nationalschlips“!
    Und nochwas, die Bayern werden als Nachfahren der „böhmischen Baiern“ (als Zuwanderer zu einem schon existierenden „Volksgemisch“) bezeichnet, während der „keltische Grundstock“ als „Boier“ bezeichnet wird. Ich glaube der/die Autor ist da nur etwas unaufmerksam gewesen, (Du liest selbst schon raus, warum…) wenn wir schon den keltischen Urstock (und gab’s da nicht auch noch die Illyrer? Die Illyrer, vollkommen unterschätzt für die indogermanische Völkerwanderung, aber das ist nur meine persönliche „Meinung“…) erwähnen, sollten wir nicht besser von der Kultur der Vindeliker, bzw Hallstatt sprechen?
    Dein Gebiet ist eher neuere Geschichte?
    Mich faszinierten schon immer die alten Kulturen (In Übung indes bin ich nicht mehr sehr) , aber auch und sehr die nicht verifizierbaren, gemeint sind die prähistorischen Kulturen.
    Ich glaube, als Goliath so daniederlag, und die Philister tatsächlich ihr Versprechen hielten, da war ich gerührt, und hatte meine Feindschaft zu den Pleti überwunden, Respekt empfunden. So erklärt sich wohl mein Interesse…(ua;)
    Wären doch die arabischen „Philister“ so konsequent und wahrhaft, wie es die Originale waren!
    Aber wundert’s?
    Es kann eben nur ein Original geben, und inzwischen bin ich verbittert genug, daß ich ganz offen zugebe, daß ich das Plagiatentum der „Muslime“ einfach nur widerlich finde.

    Jihije beseder, Robert, Yael, ale.hem.

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