Die März-Bilanz aus Gaza

So sieht sie aus, die Friedfertigkeit.

128 Angriffe der Terroristen gegen Israel, das sind mehr als doppelt so viele wie im Februar (61) und immer noch die Hälfte mehr als im Januar (83). Dabei schlugen in Israel 38 Raketen und 87 Mörsergranaten ein. Den Anschlägen fielen 6 Menschen zum Opfer (5 aus der Familie Fogel und eine Britin); 27 Israelis wurden verletzt.</blockquote

Der Süden Israels ist am Wochenende von so massivem Beschuss aus dem Gaza-Streifen heimgesucht worden wie lange nicht mehr. Innerhalb von 48 Stunden feuerten palästinensische Terroristen von dort mehr als 120 Raketen- und Mörsergranaten auf Gemeinden im westlichen Negev ab. Mehrere Menschen erlitten einen Schock, und es entstand beträchtlicher Sachschaden.

7 Antworten to “Die März-Bilanz aus Gaza”

  1. Schmok Says:

    Und so sieht die Ernte Israels aus:

    Seit Anfang April ist die Gewalt im Gazastreifen wieder eskaliert. Am 2. April wurden drei Palästinenser bei einem gezielten Angriff der israelischen Luftwaffe in ihrem Fahrzeug getötet, allein zwischen dem 7. und 9. April wurden bei israelischen Angriffen 19 Personen getötet, darunter zwei Kinder, zwei Frauen und zwei ältere Personen. Verletzt wurden dabei 44 Menschen, darunter 13 Kinder, eine Frau und zwei Krankenhelfer. Die Angaben sind einem Bericht des Al-Mezan-Menschenrechtszentrums in Gaza-Stadt zu entnehmen. Seit Jahresbeginn wurden bei Angriffen der israelischen Streitkräfte 48 Palästinenser getötet und 153 verletzt. Unter den Toten sind sieben Kinder, unter den Verletzten gibt es 40 Kinder. (junge welt, 12.4.2011)

    Alles „Terroristen“? Aktion – Reaktion? Alles immer so einfach?

  2. yael1 Says:

    Nein, leider ist es nicht so einfach. Aber Israel soll sich halt weiterhin beschießen lassen und Attentate ertragen. Ich weiß, die Israelis und ihr Vergeltungsdrang und die gute Hamas, die ja nie ihre eigenen Zivilisten missbrauchen.

    Diese teuflischen Juden. Sie machen es uns so schwer, sie zu töten. Sie haben jeden Vater, jede Mutter und jedes Kind aus dem Gazastreifen zurückgezogen, wo wir sie leicht hatten treffen können. Sie haben ihre Armee ebenfalls zurückgezogen. Bis auf den letzten Panzer und den letzten Soldaten. Der Einzige, den wir jetzt hier haben, ist Gilad Schalit. Einige von ihnen dachten, das könnte unsere Begierden befriedigen. Idioten. Sie dachten, die „internationale Gemeinschaft“ würde uns die Hölle heiß machen, wenn wir weiterhin versuchen, sie zu töten. Dummköpfe. Natürlich haben wir nicht daran gedacht, damit aufzuhören, und natürlich hat sich niemand angeschickt, uns aufzuhalten. Wir werden nicht einhalten, bis wir sie alle ganz aus Palästina herausterrorisiert haben. Es ist übrigens nicht so, als würden wir daraus ein Geheimnis machen; das steht ja alles in unserer Charta. Aber, der Himmel steh uns bei, sie sind nicht leicht zu bewegen. Und sie schätzen das Leben. Sogar das unserer Leute.

    Wir sorgen dafür, dass unsere Kämpfer von Frauen und Kindern umgeben sind, bevor wir das Feuer eröffnen. Wir stellen sicher, dass unsere Kämpfer von Zivilisten nicht zu unterscheiden sind; wir tragen keine Uniformen. Und trotzdem bestehen diese Juden darauf, ihr Feuer zurückzuhalten, bis sie einigermaßen sicher sein können, nur unsere Männer zu töten. Unglaublich. Wir tun alles, was wir können, damit unsere gewöhnlichen Bürger getötet werden, und sie tun alles in ihren Kräften Stehende, um sie nicht zu töten. Was für eine verkehrte Welt ist das? Woher wissen sie überhaupt, wer unsere Kämpfer sind? Denkt mal an die Ressourcen, die sie aufwenden, um sicherzustellen, nicht die falschen Leute zu töten! Gott sei Dank ist der Rest der Welt zu blöd oder zu borniert, um zu kapieren, was los ist; Gott sei Dank haben sie noch nicht spitz gekriegt, dass wir unsere Leute absichtlich in Gefahr bringen und diese Juden ihr Bestes tun, um sie nicht zu verletzen.

    Und was ihre eigenen Leben angeht: Wie ich bereits sagte, es wird immer schwieriger, sie zu töten. Sie haben Frühwarn- und Alarmsysteme, allerlei Bombenschutzräume und fantastische, heldenhafte Rettungsdienste. Stellt euch mal vor, wir würden diese Art von Maßnahmen ergreifen, keiner unserer Leute würde getötet – wo brächte uns das hin? Klar, wir würden keine dieser Maßnahmen benötigen, wenn wir nur aufhörten, auf sie zu schießen. Es ist ja nicht so, als würden sie zuerst schießen. Aber wenn wir nicht mehr schießen würden, wie könnten wir uns dann noch vor der Welt über diese boshaften zionistischen Feinde beschweren? Wie könnten wir die Uno und all die anderen Deppen auf unserer Seite halten? Wie könnten wir unserer edlen blutigen Sache dienen?

    http://lizaswelt.net/2011/04/13/diese-teuflischen-juden/

    Friedfertigkeiten

    http://heplev.wordpress.com/erste-sahne-andere-2/friedfertigkeiten/

    In der Tageszeitung junge Welt wird der Zionismus als eine „Form des Rassismus“ bezeichnet und behauptet, die Souveränität Israels über ganz Jerusalem sei „alttestamentarischer Unduldsamkeit geschuldet“. In einem Artikel wird kommentiert, die „deutschen Antisemitismus-Debatten“ würden „nach den Vorgaben israelischer Propagandaoffiziere“ verlaufen. In einem Kommentar heißt es: „Der Zionismus hat das kollektive Gedächtnis an die jüdische Leidensgeschichte zum religiös-chauvinistischen Kult der Auserwähltheit pervertiert.“ Im April 2006 gewann die junge Welt mit Ismail Hanija – dem amtierenden Ministerpräsidenten der Palästinensischen Autonomiegebiete – einen Hamas-Terroristen als Autor.

    Wegen der allzu unkritischen junge Welt-Berichterstattung gegenüber den iranischen Ambitionen auf die Atombombe hat ein Kolumnist dem Blatt Anfang 2006 als Autor gekündigt. Sein sehr vorsichtig kritischer Text über den iranischen Staatspräsidenten wurde von dem Blatt aus inhaltlichen Gründen abgelehnt. Daraufhin richteten sechs Autoren einen offenen Brief an die junge Welt, in dem es heißt: „Die Blattlinie der jungen Welt folgt an vielen Punkten einer antiimperialistischen Hauptfeind USA- und -Israel-Linie. In letzter Zeit ergehen sich Kommentatoren der jW in einer unerträglichen Verniedlichung des offen antisemitischen Staatschefs des Iran, was nicht selten wie eine Legitimation dessen Politik wirkt. (…) Wir fragen uns, wie man in Zukunft ähnlichen ‚Überlegungen‘ von Neonazis argumentativ entgegen treten will.“ Die junge Welt lehnte einen Abdruck des Briefes ab, der schließlich im März 2006 im Internet veröffentlicht wurde.

    http://www.bpb.de/themen/MTM8K3,1,0,Antisemitismus_von_links.html

    Antisemitismus Junge Welt

    http://www.kverlagundmultimedia.de/Archiv/2006/Antisemitismus_Junge_Welt/antisemitismus_junge_welt.html

    Das ich der linksfaschistischen „Junge Welt“ nicht über den Weg traue, muss ich sicher nicht erwähnen.

  3. yael1 Says:

    RAMALLAH (inn) – Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) hat den Drahtzieher des sogenannten „Pessach-Massakers“ gewürdigt. Bei dem Selbstmordanschlag in Netanja waren vor neun Jahren 30 Israelis getötet worden – sie wollten in einem Hotel den traditionellen Sederabend feiern.

    Wie das israelische Außenministerium mitteilte, besuchte der Minister für Häftlinge im Westjordanland, Issa Karake, am 28. März die Familie des Auftraggebers Abbas al-Sajed. Zum Jahrestag des Attentates überreichte er den Angehörigen des Hamas-Mitglieds eine offizielle Plakette.

    http://www.israelnetz.com/themen/arabische-welt/artikel-arabische-welt/datum/2011/04/12/pa-ehrt-attentaeter/

  4. Schmok Says:

    Das ist absurd, dass du so einen Antisemiten wie Feuerherdt hier zitierst. Ein Typ, der mit kaltem Lächeln Juden als Antisemiten bezeichnet, nur weil sie sich in Opposition zur israelischen Politik sehen, die wiederum die Mär verbreitet, für die Juden weltweit sprechen zu dürfen.

    Nehmen wir doch einfach mal zur Kenntnis: Hamas ist kein netter Religionsverein, wie von manchen Menschen immer dargestellt. Das sind fundamentalistische, rassistische Fanatiker. Die Unterstützung für Hamas und vergleichbare Gruppen liegt bei 30-40%. Ja und der Rest? Und die Kinder (50% der Bevölkerung in Gaza ist unter 18). Kollektivstrafe?

    Mal ganz abgesehen, dass die Analyse von Feuerherdt mit der Realität einfach rein gar nichts zu tun hat. Nicht nur, dass Sharon sich aus Gaza zurückgezogen hat, um damit die viel wichtigere Besiedlung im Westjordanland zu festigen. Vielmehr muss man auch sagen, dass nur ein Rückzug doch keine Besatzung beendet. Israel kontrolliert Land-, Luft- und Seezugänge. Import und Export. Es hat einen inoffiziellen „Sicherheitsstreifen“ etabliert, in dem es immer wieder zu Toten kommt, meist Hirten, Farmer oder sog.. Müllsammler. In Gaza sind nämlich 50% der arbeitsfähigen Bevölkerung ohne Einkommen und daher auf UN-Hilfen angewiesen. Es greift jederzeit und überall in Gaza an und tötet dabei rücksichtlos Zivilisten.

    Auch mit den Zivilisten als Schutzschilde wird immer wieder eine Lüge verbreitet (aber das rassistische bild, Araber würden sich hinter Frau und Kind verstecken, ist nichts neues und wird auch in so manchem Hollywoodfilm bemüht). Dabei haben alle Menschenrechtsgruppen, von AI über HRW, B’Tselem und viele andere inkl. des Goldstoneberichts festgestellt, dass es genau anders herum ist und immer war. Dazu kannst du ja auch mal die neuste Broschüre von Breaking the Silence lesen oder mal mit ein paar Freunden reden.

    Es geht mir übrigens nicht um die junge welt, ich wollte nur korrekt sein und die Quelle anführen. An den Zahlen, die kannst du auch bei B’Tselem nachlesen, ändert das aber leider nichts. Dass die junge welt teilweise ein krudes alt-anti-imperialistisches Weltbild pflegt und sicherlich der eine oder der andere Autor nicht ganz kosher ist: geschenkt. Die jw ist halt auch nur das Spiegelbild von der Jungle World, wo der Rassismus eben von der anderen Seite her weht. Aber ist der eine Rassismus jetzt schlimmer als der andere?

    Feuerherdt aber ist ein zynisches deutsches Arschloch, was die Seiten gegeneinander aufhetzt. Was treibt diesen Mann eigentlich an, jegliche Kriegspolitik des Staates Israels, egal, wie viel Kritik diese aus der Diaspora oder aus Israel selber erfährt, zu unterstützen? Die FreundInnen von Peace Now haben das zutreffend ausgedrückt: Ich lasse meinen Freund doch nicht total besoffen Autofahren. Feuerherdt aber dreht noch den Zündschlüssel um, legt einen Gang ein und legt einen Stein aufs Gaspedal. Auf solche – in meinen Augen antisemitische – Freunde kann man doch wohl getrost verzichten.

    Es ist Zeit immer nur anklagend voreinander zu stehen, sondern aufeinander zuzugehen. Und dabei sollte man auf Hetzer wie Feuerherdt, denen es nur um abstrakte Konstrukte wie „die Juden“ – und eben nicht um das Individuum – geht, einfach mal vor der Tür stehen lassen.

  5. yael1 Says:

    Ich denke wir kommen nicht weiter, dazu sind unsere Auffassungen zu unterschiedlich.
    Nur ein paar kurze Anmerkungen:

    Es gibt Juden, die Antisemiten sind wie es Deutsche gibt, die Deutsche hassen. Das ist ein altbekanntes Phänomen, denn diese kritisieren nicht einfach Israel, sondern delegitimieren, dämonisieren es. Mit Kritik hat das wenig zu tun. Nehmen wir als Beispiel Finkelstein.

    O-Töne Finkelstein:

    -Israel nutzt den „Holocaust für seine mörderische Politik“ aus
    -gemeinsam mit „jüdischen Organisationen“ erpresst es die armen Deutschen, Schweizer und Österreicher
    -die deutsche Bundeskanzlerin Merkel nennt er „wahnsinnig“
    -jeder, der über den Holocaust redet, habe ein „finanzielles oder politisches Interesse“
    -die Überlebenden sollen endlich Ruhe geben
    – daß Simon Wiesenthal ein „Gauner“ sei, der „aus der Nazi-Jagd eine große Industrie für sich selbst gemacht“ habe,
    – Israel in Gaza, das ein „großes Konzentrationslager“ sei, eine „Kristallnacht“ veranstaltet habe.

    Kritik hört sich jedenfalls ganz anders an.

    Dann bestreitet selbst die Hamas nicht, dass sie menschliche Schutzschilder benutzt. Leider glaubt man oft nur den Mördern selber als deren Opfer.

    http://switch3.castup.net/cunet/gm.asp?ClipMediaID=1915990&ak=null

    http://www.jihadwatch.org/2010/01/human-rights-watch-hamas-targeted-civilians.html

    Im Gazastreifen forderte die Hamas und PIJ, sowie der Fernsehsender al-Aqsa TV die Zivilbevölkerung mehrmals zur Formierung eines menschlichen Schutzschildes auf, um bestimmte Gebäude vor der Zerstörung durch die Israelischen Streitkräfte zu schützen, woraufhin einige diesen Aufrufen folgten.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Menschlicher_Schutzschild

    http://www.terrorism-info.org.il/malam_multimedia/English/eng_n/html/ct_020308e.htm

    Am Donnerstag rief die Hamas die Zivilbevölkerung auch erneut dazu auf, nach israelischen Vorwarnungen nicht zu flüchten, sondern durch Massenansammlungen in der Nähe bedrohter militärischer Einrichtungen Angriffe zu verhindern.

    http://www.welt.de/welt_print/article2964038/Hamas-benutzt-Zivilbevoelkerung-als-Schutzschild.html

    Über AI muss ich nichts mehr sagen, sie sind bekannt
    für ihren verkappten Antisemitismus
    B’Tselem hat oft mit Zahlen gespielt ohne sie zu überprüfen, daher sollte man deren Angaben sehr kritisch gegenüberstehen:

    http://heplev.wordpress.com/2010/12/27/%E2%80%9Everbrannte-schafe%E2%80%9C-%E2%80%93-eine-lugengeschichte/

    http://nicht-mit-uns.com/nahost-infos/texte/aiiNGO.html#B%27Tselem

    „Es ist Zeit immer nur anklagend voreinander zu stehen, sondern aufeinander zuzugehen.“

    Da bin ich bei dir.

    Alles Gute.

  6. Schmok Says:

    Natürlich mag es auch Juden geben, die Juden hassen. Aber mal ehrlich. Dann gibts aber wirklich gaaanz schön viele Selbsthassende, oder nicht? Müsste da einem nicht schon die Empirie misstrauisch machen. Feuerherdt, wahrscheinlich Enkel von einem Wehrmachtssoldaten (und wenn nicht er, dann viele seine Kumpels wie Tarach, Heni oder andere), bezeichnet alle Mitglieder der Jüdischen Stimme oder von JVP generell als Antisemiten. Oder schauen wir uns doch einfach diesen Richter Goldstone an, ein waschechter Zionist. Mag sein, dass er sich hat instrumentalisieren lassen, aber Antisemit ist er sicher nicht. Und auch die vielen anderen jüdischen Gruppen und Einzelpersonen. Schau dir doch einfach mal J Street an. Oder JCall. Das sind waschechte (links)Liberale. Willst du dir echt als Antisemiten bezeichnen. Das ist aber das, was sich bei vielen Nichtjuden langsam durchsetzt: sei es nun aus eigenem Interesse (Schuldabwehr) oder aus falsch verstandener Solidarität: heute werden immer mehr Juden als Antisemiten diffamiert und geächtet – und das eben nicht nur ausschließlich von der Rechten in Israel oder in den weltweiten Gemeinden (was die Sache auch nicht besser machen würde), sondern Nichtjuden nehmen das als offene Einladung linke Juden gesellschaftlich zu ächten.

    Zu Finkelstein:
    – Warum ist es denn so absurd zu glauben, dass ein Staat, der sich seit seiner Gründung ganz stark auf den Holocaust beruft, diesen auch instrumentalisieren könnte? Ist das generell auszuschließen? Faktisch oder moralisch?

    – Es geht Finkelstein sicher weniger um die „armen Deutschen“ oder sonst wen, sondern vor allem, wem das Geld zugute kommt. Und er sagt eben, dass es eben nicht (!) den Opfern zugute kommt, sondern sowohl privaten als auch zionistischen Interessen dient. Denn: willst du die Altersarmut von vielen Überlebenden in Israel oder sonst wo in der Welt leugnen? In Israel gibt es seit Jahren Proteste von Überlebenden. Darum geht es Finkelstein. Er hat auch ein persönliches Interesse. Seine Mutter bekam 3000 Dollar (?). Und genau darum wird er auch niemals gesagt haben, dass die Überlebenden endlich den Mund halten sollen.

    – die Aussage „jeder, der über den Holocaust redet, habe ein finanzielles Interesse“ hast du dir ausgedacht. Wann und wo soll er das gesagt haben? Er würde ja auch seinen Mentor Hilberg miteinschließen.
    Und viele andere. Das ist nicht korrekt. Das heißt aber nicht, dass es eben nicht so sein kann. Nicht jedem Arzt geht es darum, Menschen zu heilen. Oder?

    – Warum muss man Simon Wiesenthal so hochstilisieren. Dann sollten wir beide erst mal dessen Biographie lesen. Kann ja durchaus sein. Wiesenthal ist auch nur ein Mensch. Segev hat ja gerade sein neues Buch veröffentlicht. Dazu kann ich wenig sagen. Ganz allgemein aber: Ist Hilberg, der Finkelsteins Schlüsse teilte, seine Form aber nicht, jetzt auch Antisemit? Hilberg sagte sogar, dass Finkelsteins Schlüsse sogar moderat seien, er eine viel radikaleren Schluss gezogen hätte und nicht im mindesten so angerifen worden sei, wie Finkelstein. Wir ist das zu erklären?

    – Finkelstein mag schon dann und wann krude Prinzipien verfolgen (Selbstbestimmungsrecht und so weiter), aber Antisemitismus ist das letzte, was man ihm vorwerfen kann. Eher eine Kapitulation vor libanesischen oder palästinensischen Nationalismus. Der Vorwurf dient nur, um sich mit seinem Inhalt nicht auseinandersetzen zu müssen. Reiner Abwehrreflex in meinen Augen. Schau dir einfach mal diesen Beitrag an, da diskutieren viele pro-israelische Leute mit. So muss es sein, dass man eben wieder miteinander redet:
    http://schmok.blogsport.eu/2011/02/09/finkelstein-angriff-auf-gaza-die-freedom-flotilla-und-der-friedensprozess/

    Betreffend Schutzschilder: Weil die „Welt“ etwas behauptet, ist das richtig? Und wenn ca. 300 Untersuchungen zum Gegenteil kommen, zählt das nicht? Die angesehensten Menschenrechtsgruppen ein anti-israelischer antisemitischer Haufen? Das grenzt ja schon an eine Verschwörungstheorie.

    Und natürlich muss man jeglichem Berichten kritisch gegenüberstehen. Aber nur, weil mal jemand einen Fehler macht, bedeutet das nicht, dass er generell falsch darstellt.

    Getrennt von dem allen: Was mich immer verwundert, ist, dass Verteidiger der israelischen Politik, woher sie auch immer stammen, sehr oft einfach die Realität ausblenden. Vielleicht sollte man erst einmal unterscheiden: Stimmen die Fakten? Zahlen der Toten, Übergriffe der Siedler, Ausbau der Siedlungen, Repression, Landraub, Hauszerstörung? Die sind alle (!) genauso wenig zu leugnen, wie das Feuerwerk, was die Hamas seit Jahren über den Grenzzaun schießt und mehr als 30 Personen in den letzten 10 Jahren tötete. Aber warum sollte man das Leugnen? Das sind ja Fakten.

    Wenn man also erst einmal die Lage benannt hat, dann kommt man zur Begründung. Das sind zwei verschiedene Punkte. Über letzteren kann man durchaus streiten. Aber für wie doof halten die Verteidiger der israelischen Politik eigentlich die Menschen? Da gibts dann wirklich Leute, die behaupten, die IDF habe kein Phosphor benutzt, obwohl man das live im TV sehen konnte. Auch die Aufzählung „anti-israelischer“ Organisationen muss einen doch seltsam vorkommen: das sind zum großen Teil zivilgesellschaftliche Menschenrechtsgruppen, die mit Terrorismus und Linksextremismus nur wenig zu tun haben.

    Wollen wir Frieden? Für alle? Dann müssen wir das angehen, was einen solchen verhindert: Rassismus auf beiden Seiten, Nationalismus, Ignoranz und die daraus resultierende Besatzung mit allen ihren Gründen. Und wir brauchen dabei Empathie für die Opfer beider Seiten.

  7. yael1 Says:

    Nur zu zwei Punkt, denn meine Zeit ist wegen Pessach momentan begrenzt (ich schließe deswegen den Thread), ich sehe auch keinen Sinn darüber weiter zu diskutieren, denn wie ich schon schrieb, liegen wir in unseren Ansichten zu weit auseinander.

    Ich habe mir selber nichts ausgedacht und dass Finkelstein Antisemit ist, steht fest:

    „Wer vom Holocaust rede, hätte in Wahrheit ein „finanzielles oder politisches Interesse”, oder Simon Wiesenthal hätte „aus der Nazi-Jagd eine große Industrie für sich selbst gemacht”. Damit nicht genug.

    Die Vorstellung, Jüdinnen und Juden würden den Holocaust für ihre Zwecke nutzen, ist klassische Position des sekundären Antisemitismus, dass sie andere Länder erpressen, schließt an den Wahn einer jüdischen Weltverschwörung an. Dass Jüdinnen und Juden, die vom Holocaust reden, ein finanzielles Interesse hätten, kann für Antisemit_innen nur bedeuten, sie seinen geldgierig.“

    http://bak-shalom.de/index.php/2010/03/07/debatte-ja-%E2%80%93-antisemitismus-nein/

    „Betreffend Schutzschilder: Weil die „Welt“ etwas behauptet, ist das richtig?“

    Ich habe auch Links von der Hamas reingestellt. Sie hat es selber zugegeben, dazu braucht es nicht die Welt. Wenn man das nicht zur Kenntnis nehmen will, gut, jeder wie er will, es ändert trotzdem nichts an der Tatsache.

Kommentare sind geschlossen.


%d Bloggern gefällt das: