Anschlag in Jerusalem

Nachdem letzte Woche an einem Tag über 50 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert wurden, gestern in der Nähe von Aschdod und heute morgen in Beer Schewa, ist seit mehreren Jahren wieder ein Busattentat in Jerusalem passiert. Gott sei Dank keine Toten, aber viele Verletzte.

Ich habe den Abzug der Israelis aus dem Gazastreifen 2005 begrüßt. Mittlerweile muss ich feststellen, dass das ein Fehler war. Denn geantwortet wurde darauf seitdem mit Terror.

Seit Jahren zum ersten Mal wieder Attentat in Jerusalem

Gil Yaron

Der Islamische Jihad hatte erst in den Morgenstunden angedroht, dass er in „israelischen Städten zuschlagen“ würde. Aber nachdem die Islamisten in den Morgenstunden zwei Grad Raketen auf die Stadt Beer Scheba abgeschossen hatten, verstanden die Israelis die Warnung falsch. Sie dachten, es würden im Rahmen der Spannungen um Gaza weitere Raketen abgeschossen werden, doch dann traf es einen Autobus in der Stadt Jerusalem. Es war das erste Attentat im israelischen Regierungssitz mehr als zwei Jahren völliger Ruhe. Seit mehr als vier Jahren gab es keinen Anschlag mehr auf einen Bus. Noch hat niemand die Verantwortung für das Attentat übernommen.

In der ganzen Innenstadt Jerusalems hörte man die Detonation, als gegen 15:15 Uhr ein Sprengsatz neben einem Bus der Linie 74 an Jerusalems zentraler Busstation explodierte. Im Gegensatz zu vorherigen Attentaten, bei denen Selbstmordattentäter sich in Bussen in die Luft sprengten und dabei zig Menschen töteten, war der Sprengsatz diesmal neben einem Kiosk abgelegt worden. Laut ersten Berichten kam niemand ums Leben, mindestens 20 Personen wurden verletzt, drei davon schwer. […]

Update: Doch eine Tote.

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42 Antworten to “Anschlag in Jerusalem”

  1. Robert Schlickewitz Says:

    Es ist furchtbar, wirklich furchtbar. Was kann man angesichts einer solchen Tat anderes sagen.
    Meine Gedanken und Sympathien sind mit den Betroffenen und ihren Angehörigen. Sie haben alle meine größte Anteilnahme.
    Hoffentlich beruhigt sich die Situation bald wieder.
    Denn wem nützt eine neue Verschärfung der Gegensätze – niemandem, sie schadet hingegen allen.

  2. A.mOr Says:

    ZDFheute, Nachrichten in Deutschland um 19Uhr,
    ca.19:11-19:13 Uhr, Zusammenfassung des Berichts zu den Vorgängen in Jerusalem 15:15Uhr

    …die Spannungen nehmen zu, Raketen von Gasa, Luftwaffe aus Israel, 3 tote Jugendliche Palästinenser, die „Spirale der Gewalt“
    (keine Erwähnung der Toten, keine Erwähnung von alleine über 50 Raketen vergangenen Samstag-Morgen)
    „Beide Seiten sagen, sie wollen nicht, daß die Lage eskaliert. Ihre Taten sprechen eine andere Sprache.“
    (abschließender Satz des Nachrichtenkommentators.)

    Zurecht haben die Deutschen Vertrauen in ihre öffentlichen Medien, denn genau das dürfen sie in einer freiheitlichen demokratischen Gesellschaft erwarten. Aber die Medien haben dieses Vertrauen nicht verdient! Die Deutschen werden nicht informiert über die Lage in dieser Welt, ja nichteinmal über die Lage vor ihrer eigenen Haustür. Ihnen werden Häppchen hingeworfen, die einerseits sättigen und andererseits ablenken. Sie werden manipuliert und bemerken es nicht, weil sie satt sind (manche sind satt von Verzweiflung & hilfloser Schwäche!) und sich die Leere, die ihnen manches Mal bewußt wird (man beachte die steigende Tendenz der psychischen Erkrankungen seit einigen Jahren), nicht erklären können.

  3. A.mOr Says:

    Robert, ich befürchte, wir haben es hier mit einer größeren Offensive zu tun.

    Was mich, trotz allem, etwas hoffen läßt, ist es, daß die Islamfaschisten, wie die Hamas, den Widerstand ihrer eigenen Bevölkerungen zu spüren bekommen, wie es aussieht.
    Die Palästinenser haben die Nase voll von diesen selbstherrlichen Gewaltherrschern!

    Und deswegen wollen die Islamfaschisten sie wieder spalten durch ihre Mordanschläge.
    Mit Gewalt wollen sie die Gewalt der Israeli erzwingen und so die einfachen Leute wieder auf ihre Seite ziehen. Aber ich glaube, diese einfachen Leute sind nicht mehr länger blind, und sie sind schon zu lange verängstigt und erbost wegen der Grausamkeit ihrer Herrscher.

    Es heißt doch so: Lieber ein Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende!

    Und was schreibst Du?
    „Denn wem nützt eine neue Verschärfung der Gegensätze – niemandem, sie schadet hingegen allen.“
    So ist es.

    Ich glaube, die Palästinenser haben verstanden.
    Und ich hoffe, daß auch Leute, wie Ahmadinedschad und sämtliche Beschmutzer der Religion und der Würde der Menschen fallen werden.
    Über kurz oder lang müssen sie fallen, denn ihre ihre Taten verraten ihre Falschheit, egal was sie heucheln, sie handeln falsch.

    Und die Heuchler hierzulande (siehe oben, zB ZDF) sollen sich schämen, sie sollen einen anderen Beruf ergreifen, wo sie nicht reden und nicht schreiben, und sie sollen die Berichterstattung Leuten überlassen, die ein wirkliches Verständnis und ein ehrliches Fühlen für unsere freiheitliche Demokratie haben.
    Die Pressefreiheit darf nicht zur Lüge und Manipulationsveranstaltung verkommen, damit muß Schluß sein!

    Du, Robert, bist deshalb ein gutes Beispiel der schreibenden Zunft, weil Du aufklärst und den Deutschen helfen willst, daß sie sich mit ihrer Geschichte und ihrer Identität versöhnen können.
    Das ist eine ehrenhafte Aufgabe, die Du übernommen hast.
    Menschen, die mit sich selbst im Reinen sind, sind auch in der Lage mit anderen aufrichtig ins Reine zu kommen.

    Also sage ich Dir als Deutscher Danke! (und Frieden mit der Nacht)

    A.

  4. yael1 Says:

    „Inzwischen konnte das Todesopfer identifiziert werden. Es handelt sich um die 56-jährige Britin Mary Jane Gardner, die an der Hebräischen Universität studierte. “

    Newsletter der israel. Botschaft

  5. Robert Schlickewitz Says:

    A.mOr,

    Deine Worte lauteten:
    „Du, Robert, bist deshalb ein gutes Beispiel der schreibenden Zunft, weil Du aufklärst und den Deutschen helfen willst, daß sie sich mit ihrer Geschichte und ihrer Identität versöhnen können.“

    Danke für Deine anerkennenden Worte. Leider jedoch finden sich unter meinen Beiträgen die allerwenigsten Menschen ein, seien es christliche oder jüdische Deutsche oder Österreicher, die etwas dazu zu sagen hätten oder zu sagen wagten.

    In mehr als zwei Jahren habe ich inzwischen über sechs Dutzend Artikel bei haGalil veröffentlicht und das Echo blieb bescheiden.
    Klar, ab und zu erhalte ich privat ein ‚Trost‘-Mail von dem einen oder anderen Bundestagsabgeordneten, oder von evangelischen Pfarrern, von Lehrern oder Bürgern, die mir beipflichten, aber mehr ist nicht drin.

    Das Bild vom einsamen Rufer in der Wüste, das kennst Du doch, A.mOr? So, und nicht anders, komm‘ ich mir vor.

    Darf ich Dich, A.mOr, um rasiermesserklingenscharfes Nachdenken und Deine unbestechliche Meinung bitten?
    Ist mein Textvorschlag so zulässig, oder kannst Du in ihm offensichtliche Fehler ausmachen? Auch Yaels Meinung wäre mir überaus wichtig. Vielleicht fühlen sich noch andere Leser angesprochen.

    Es geht mir darum, Vorurteile und Antipathien bereits in der Jugend gar nicht erst aufkommen zu lassen, damit nicht aus ‚vorbelasteten‘ Jugendlichen später gleichgültige oder Israel hassende Deutsche werden.

    Hier mein Textvorschlag aus >“Doch die Juden waren unbeliebt…“ – Fragwürdiger Heimatkundeunterricht in Bayern< – http://www.hagalil.com/archiv/2011/03/21/thannhausen-2/


    Die Juden sind genauso wie die Vorfahren der Deutschen im Zuge von langen Wanderungen vor vielen Jahrhunderten in Mitteleuropa angekommen. Ihre alte Heimat war der Nahe Osten, das Gebiet am Ostrand des Mittelmeers. Die Kultur der Juden ist eine der ältesten der Welt. Unser Christentum baut weitgehend auf der Religion der Juden auf. Das Schicksal der Juden ist seit über 1500 Jahren eng mit dem der Christen und Deutschen verknüpft. Leider hatten unsere christlichen Vorfahren immer wieder Probleme damit, Menschen mit anderer Religion oder anderem Glauben zu dulden und mit ihnen in Frieden zusammenzuleben. Häufig missbrauchten Könige, Adelige, Bürgermeister, Päpste, Bischöfe aber auch Pfarrer die christliche Lehre, indem sie ihre Untertanen bzw. ihre Gläubigen gegen die Juden aufhetzten. Daraus ergaben sich furchtbare Verfolgungen und Vertreibungen von Juden. Dennoch stellten sich immer wieder, auch längere, Zeitabschnitte ein, in denen Juden und Christen in Frieden und Gemeinsamkeit zusammenlebten. Juden wurden auch in anderen europäischen Ländern verfolgt und ermordet, jedoch nirgends so lange und massiv wie bei uns.

    Ich bitte herzlich um eine (oder mehrere) Antwort(en)!

  6. Robert Schlickewitz Says:

    A.mOr,

    Du hast mich mit Deinem Kommentar regelrecht ‚erschlagen‘. Muss noch genauer hineinlesen, um alle Gedanken zu erfassen.

    Sehr wertvoll, Dein Vorschlag, den Humor mit hineinzubringen. Nur, denk‘ ich zurück an meine Schulzeit, da war nicht ein einziger more mit Humor, waren ja auch alle Christen und die wollten Eines, ihre Autorität stets anerkannt wissen. Da passte Humor nicht dazu.
    Zudem gibt es berühmte Abhandlungen über den deutschen Humor (die fast alle darauf hinauslaufen, dass es sowas gar nicht gibt).

    Ich denk‘ auf jeden Fall über Deine Vorschläge noch gut nach.

    Dein Partikel „Nu“ kommt mir sehr vertraut vor. „Nu schto?“ – „Also was?“, „Was nun?“ oder „Na und?“ sowie weitere Bedeutungsnuancen lassen sich damit ausdrücken und zeigen wie reich die russische Sprache an Artikulationsmöglichkeiten ist.

    „Nu“, alleine stehend, als Einleitung eines neuen Arguments, Gedankens, einer Mitteilung oder eines Kommentars, oder als Zwischenton, um sich eine passende Antwort zurecht zu legen – wie auch immer, eine feine Erfindung der alten Reussen. Klingt viel edler als das deutsche „äh“, das z.B. der Europapolitiker Edmund Stoiber so gern gebraucht.

    Da fällt mir ein, dass ich schon lange einen Artikel über die Ostjuden verfassen wollte.
    Im Deutschland der 1920er Jahre geisterte das Schlagwort „Ostjudenfrage“ durch den noch nicht vollends braunen Blätterwald und fand sogar Eingang in die Lexika (!). In Bayern wurden zu jener Zeit einfach so, weil man fand, dass sie nicht ins Stadtbild passten, über 1000 Ostjuden, einfach so, aus der Stadt München rausgeworfen,
    wie schon in der frühen Neuzeit oder im Mittelalter geschehen. Und der bayerische Vorzeigedichter Ludwig Thoma hat dazu die übelsten Hetztiraden im „Miesbacher Anzeiger“, feige wie er war, auch noch anonym, veröffentlicht. Dieses oberbayerische Käsbladl, war leider nicht nur auf einen lokalen Leserkreis beschränkt gewesen, sondern wurde von Ultrarechten im ganzen Deutschen Reich gelesen.
    Mal sehen, wann ich dazu komme, das in einem Beitrag zusammenzufassen…

  7. A.mOr Says:

    Nu, Robert, brauchst Du „Nachschlag“?
    Wirklich gern geschehen!
    Zumal mir Dein Kommentar hier mein Lachen zurückzauberte.
    Tja, kaum werde ich an „schlagende Verbindungen“ erinnert, da kommt das Lachen zurück!

    Was den vielleicht auch etwas vielgesichtigen Kommentar angeht, an der Stelle ‚Kinder‘ denke ich eben, daß man ihnen das Lernen erleichtern sollte. Kinder sind ja an sich schon neugierig und wissbegierig, es ist zu schade, wenn man Kindern den Spaß am Lernen verdirbt, indem man zuviel von ihnen erwartet, etwa, indem man zuviel „Erwachsenenfähigkeiten“ von ihnen einfordert, wie etwa bei historisch komplexen Themen.

    Der „jüdische Humor“ ist doch sprichwörtlich, daher kann ich ihn hier auch in aller Bescheidenheit in Gänsefüßchen setzen. Und wenn es schon darum geht, daß nichtjüdische Kinder etwas über Juden lernen, dann finde ich es den Kindern gegenüber unpassend, wenn man ihnen (mindestens) zuviel vom ‚Leidensweg auch‘ der Juden erzählt. Und es gibt doch soviel Schönes zu berichten, es fehlen nur leider die Juden…

    Christen und Humor, davon habe ich auch schonmal was gehört! (…Achtung, das war ein Scherz!)

    Die Kinder können es nicht verstehen. Aber Humor haben auch Kinder schon, wenigstens die Veranlagung zu herzlichem Lachen, warum also nicht kombinieren, Humor und Lernstoff!
    Und schon machen wir aus kleinen Genies heranwachsene Genies, wobei ich hier wirklich nicht irgendwelchen ehrgeizigen Eltern den Weg asphaltieren will, die letztlich ihr eigenes Glück, die eigenen Vorstellungen auf das Kind übertragen und diesem damit die Eigenentwicklung einzwängen.
    Nu, ich bin kein Pädagoge, und ich meine natürlich die Leute, die einfach das Maß verlieren
    (ZB Tennislehrer oder Selbstmord-Antrainierer…).

    Den Kindern sollte man soviel Kindheit lassen, wie es möglich ist, sie lernen früh genug den ‚Ernst des Lebens‘. Beim Lernen ist es wohl sinnvoll, wenn man den Kindern zeigt, daß sich das Lernen lohnt (um seiner selbst wegen), und daß es Spaß macht. Die Verbindung mit dem Spaß beim Lernen mag bei so manchem Schulfach eine Hilfe sein, auch weniger bekömmlichen Lernstoff zu „überwinden“, Geschmäcker und Begabungen sind eben nicht bei allen gleich.

    Nu, nu? Ich glaube, „nu“ ist ein Wort für etliches. Ich selbst benutze es meist zu einer Einleitung, variiere auch mal, etwa „tja“, oder „nun“ oder „also“ etc.?

    Eigentlich könnte man meinen, daß solche „Füllwörter“ garnicht in einen seriösen Text gehören, andererseits lockern sie die Atmosphäre im Text etwas auf, denke ich, außerdem plaudere ich tatsächlich recht gerne, auch über „wichtige“ Dinge.
    Wichtiger ist doch der Gehalt, das Drumherum muß man nicht unnötig steif und „kalt“ gestalten, um etwa einen Text seriöser wirken zu lassen, nu? Ist doch ein klasse Wort!

    Ja, wie Du sagst, Russisch aber auch Jüdisch. Beides stimmt, und in dieser Kombination ist es mir inzwischen am geläufigsten (glaube ich), aber auch im Deutschen wird es verwendet. Zumindest kenne ich es auch so. Nu? (=was nun? Geht was? Noch was?…zB).
    Nu, es paßt auch eben für den Anfang gut, auch um einen Nebensatz zu beginnen, eine Art „Gedankenpause“, ich finde, Du beschreibst es gut, gut auch für die Reussen.
    So übersetze ich für den Anfang etwa „mal denken…“ aber auch „könnte so sein, oder so…“,
    im Nebensatz wäre es dann „auch bedenkenswert…“, oder „hör!“(nur eben sanfter, als der imperativ vermuten läßt), nuja…
    Es gibt wohl noch viel mehr Möglichkeiten es zu erklären/umschreiben…

    „Klingt viel edler als das deutsche „äh“, das z.B. der Europapolitiker Edmund Stoiber so gern gebraucht.“ – Klasse!

    Zum Heimatkunde-Unterricht, übrigens, habe ich mich möglicherweise nicht sehr eingehend geäußert, dafür aber etwa den Vergleich „Heimatkunde/Pressefreiheit“ aufgestellt.
    Auch mein Verweis auf Sachsen oder Westslawen (vielleicht der Ursprung des deutschen „nu“, nu?), genauso wie auf die Islamfaschisten oder ehemalige Kreuzzügler, sie mögen vielleicht etwas ausgreifend sein (in aller Knäppe), aber das Christentum war eben ausgreifend.
    Zusätzlich schwirren mir natürlich auch die ganzen Vorgänge der letzten Tage (siehe oben) noch im Kopf herum, und die „Wirklichkeiten“ bei manchen Kommentatoren oder gar gleich den Agitatoren selbst, sie ist doch recht befremdlich und nicht erbaulich.

    Im Artikel „Bombenanschlag auf Jerusalem“ (hG) etwa drängt sich ein „D“, jemand meint „Holzkopf“, ich ergänze „Matschbirne“ auf, der heute noch die sogenannten „Talmud-Zitate“ hineinwarf, wie sie von „Muslimen“ so häufig mißlernt werden, wie sie eben im internet so zahlreich verbreitet sind und eine ähnliche Rolle einnehmen, wie etwa die „Protokolle der Naseweise vom Z“ im Hamas-Programm (&Co).
    Der tischt da seine Lügen auf und fragt kackendreist, wer ihn widerlegen möge!
    Und wirklich ärgerlich ist dabei noch (mal abgesehen, daß der in jüdischen Seiten abhäuft), daß ganz klar ist, der will nicht widerlegt werden, sondern schlicht Stunk treiben.
    Das bemerkt man dann auch schön an den heuchlerisch rhetorischen Fragen.
    Und diese Leute haben keine Scham im Namen von „Religion“ zu sprechen.

    Mir gleich, ob jemand religiös ist oder nicht, ist mir eigentlich auch wurstbanane, ob jemand meint, Religion beleidigen zu müssen (es fällt sowieso zurück), aber hier wird „Religion“ beschmutzt und instrumentalisiert für finstere und niedere Absichten; ein religiöser Mensch würde das nicht tun.
    Und ziemlich perfide noch, der erste der es erwähnt bin ich sicher nicht, diese Menschen reden Juden übel nach, indem sie ihren eigenen Schmutz und ihre finsteren Phantasien einfach auf Juden übertragen.
    Gerade heute habe ich wieder so etwas widerliches gelesen (ich verschicke den link an Yael), und junge Menschen lassen sich nuneinmal leicht beeindrucken und verblenden.
    Sie wissen es einfach nicht besser, ihr Herz ist leicht entflammbar auch für radikale Ideen. Ist die Jugend nicht der Inbegriff für menschliche Radikalität? Kennen wir das nicht alle?

    So also nocheinmal kurz auf Heimatkunde und Medien: es läuft was schief in Deutschland…

    (tja, daß der Text an Dich dann kursiv wurde, das war nicht beabsichtigt, bis auf ausgewählte Stellen. Keine Ahnung, ob mein Programm bzw die Konvertierung hakten.)

    Ja, und Ostjuden, das ist sicher ein interessantes Feld, auch der Sprache wegen nocheinmal.
    Die Beispiele, die ich gebrauchte, sind meines Wissens aber „west“. Du erinnerst Dich, daß ich irgendwo mal von rotwelsch schrieb, auch dort fanden viele jüdische Wörter Eingang, aber nicht unbedingt immer in „perfekter“ Bedeutung. Nuja, ich schone meine Stirn…
    Bin nicht sehr eingearbeitet in die Thematik, aber „Schnüffeleien“ waren stets sehr interessant.
    Daher auch nochmal mein Bedauern, möchte ich sagen, daß der Wert der Jüdischkeit im Deutschen so wenig bis überhaupt keine Würdigung erfährt.
    Was wären die heutigen Deutschen ohne…verflixt, und dann kam der Holokaust!

    Dir und Yael und mir auch (etwas verspätet, offiziell) Schawua tow.

  8. Robert Schlickewitz Says:

    Ich unterschreib‘ alles, was Du zu Kindern schreibst, mit Humor lernen sie leichter und schneller und sind froher usw.

    Jedoch, mir kommt mein alter, rauschebärtiger, stets rauchender Lehrer an der Uni in Erinnerung, ein ehrwürdiger Portugiese, sehr distinguiert, sehr belesen und ein Mensch der beobachtete und verglich. Er konfrontierte uns einmal mit der Feststellung, die Kinder in Deutschland seien gar keine Kinder.

    Ja, was denn dann? – wollten wir Studenten wissen.
    Kleine Erwachsene – war die Antwort.
    Wie er überzeugend und leicht nachvollziehbar ausführte, hätten seiner Beobachtung nach deutsche Kinder kaum Kindheit, würden raschestens in Rollen und Schemen, Verhaltensmuster und Konventionen ‚gesteckt‘, solchen, wie sie Erwachsenen zueigen seien. Man erwarte viel, zu viel, vom deutschen Kinde, vergesse dabei, dass es sich noch um Kinder handele…
    Ich glaube, dass keiner von uns Studenten diese Worte gleichgültig weggesteckt hat, uns allen gaben sie zu denken, bei mir blieben sie inzwischen schon an die zwanzig Jahre haften. Da ist was dran.

    Natürlich ist der jüdische Humor inzwischen als sprichwörtlich allgemein anerkannt. (Man braucht nicht nur an Salcia Landmann denken, auch in den USA, Polen und Russland erschienen schöne Bücher und es gibt zahlreiche russische Musikkassetten mit jewrejskiy jumor)

    Ich habe soeben bei haGalil einen Kommentar zu einer Antwort auf meinen Text-Vorschlag getippt. Vieleicht schaust Du mal rein. Herr Karl, der Katholik, wirft Juden vor, nicht vergeben und vergessen zu können…

  9. yael1 Says:

    In den Hagblogs tummeln sich zu diesem Thema wieder einmal einige Antisemiten. Das Thema ist der Bomenanschlag und was machen die Antisemiten „Jane“ alias Christina M. und „Denker“, gegen den hoffentlich ermittelt wird, daraus? Und die Admins pennen wie üblich, wenn eine solche Hetze gegen Juden dort stattfindet.
    http://www.hagalil.com/archiv/2011/03/23/bombe-3/comment-page-1/#comments

  10. yael1 Says:

    Herr Karl, der Katholik, wirft Juden vor, nicht vergeben und vergessen zu können…

    Hallo Robert, das kennt man doch von irgendwo her! Nein, im Ernst, was erwartet man von denen, wenn ihnen von klein auf beigebracht wird, dass das sog. „AT“ den rachsüchtigen Gott zeigt und nur die Christen, das Gott ein liebender Gott ist? Das geht doch schon los, bei der antisemitischen Auslegung von „Auge um Auge“ oder das Christen tatsächlich für sich in Anspruch nehmen, dass Jesus den Satz geprägt habe, „liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, obwohl das 5! Mal in der Thora vorkommt!
    Die haben keine Ahnung, lesen irgendwas und schon haben sie ihr verzerrtes Bild von den bösen Juden.
    Mich kotzt das nur noch an und ich weigere mich, mich mit diesen Typen auseinanderzusetzen. Es lohnt ganz, ganz selten.

  11. A.mOr Says:

    Tja, Robert, diesen sympathischen Lehrer, den Du beschreibst, bestätigt eigentlich genau auch meine Beobachtung, gerade auch noch im Hier und Jetzt, soweit ich es beurteilen kann.
    Deshalb denke ich eben, daß man Kindern solch schwierige Themen, wie Antisemitismus…, lieber erspart.
    Ihnen fehlt einfach das „erwachsene Bewußtsein“ um damit angemessen umzugehen. Sie würden viel eher emotionale Aspekte im Hinterkopf behalten, und die sind in diesem Deutschland wenigstens durch Skepsis (negativ) gegenüber Juden bzw dem ganzen Thema (also zumeist auf Nazideutschland heruntergebrochen) durchsetzt.
    Die Kinder, die nichts verstehen von hochstehenden Begrifflichkeiten wie Menschenwürde oder Respekt aber auch Rassismus, etc, sie werden beim Lehrer intensiver, als dieser wahrscheinlich vergegenwärtigt, die emotionale Befindlichkeit erspüren. Und die meisten deutschen Lehrer, so ehrenhaft sie in Wort und Tat zum Thema stehen mögen, sie würden wohl doch wenigstens eine Form der Bedrückung ausstrahlen; sei es Schuldgefühl, Traurigkeit, Kaltherzigkeit, …

    Deshalb erwähnte ich, daß es insgesamt wohl besser ist, Kinder zu „Menschenfreunden“ zu erziehen.
    Aber, das finde ich traurig, wir leben wirklich in keiner kinderfreundlichen „Welt“, und ein Kind wird nicht verinnerlichen selbst freundlich auf den Menschen zu blicken, wenn die Menschen im krassen Gegensatz dazu wirken. Und das leider zunehmend schon in der Kindheit/Jugend selbst, so habe ich den Eindruck.
    Einerseits, weil sie zu sehr als Erwachsene behandelt werden, andererseits, weil sie zu sehr sich selbst überlassen sind (und damit Konsum, Werbekampagne und vielen Bedrohungen im Alltag mehr, die äußerst verlockend sein mögen…ausgesetzt), und viele der Eltern, die sich nicht richtig kümmern, sie sind scheinbar selbst zu sehr sich selbst überlassen, aber ich meine auch im Sinne „überfordert“ (ich meine nicht einen Staat, der in der Kloschüssel mitfilmt! Ich kann mich auch nicht damit anfreunden, daß „dieser Staat“ Kinder schon im Kleinkindalter miterzieht…
    ja, für die Eltern ist das natürlich praktisch.).

    Ich habe den Eindruck immer mehr Menschen fühlen sich unwohl und überfordert in einer Gesellschaft, die hehre Worte findet, wie Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Gerechtigkeit, aber tatsächlich gibt es eine unerträgliche Konkurrenz allenortens, es wird ausgegrenzt, es wird sich nicht gegenseitig akzeptiert sondern taxiert, fixiert, banalisiert, wo es mehr Würdigung erforderte (zwischenmenschliches, ja menschliches!), und kompliziert in den Angelegenheiten, wo die meisten Menschen kaum wirklich einen Bezug haben, wo anonymisierte (nicht identifizierbare oder verständliche) Dynamiken auftreten und massiv in das Private des Einzelnen hineinwirken.
    Die Riesenprobleme in der Gesellschaft, die irgendwo zwischen globalisierter Wirtschaft und Politik wabern, tatsächlich aber bedrückende Konsequenzen auf viele Menschen haben, während im Wabern keine Lösung in Sicht ist.
    So „wabere“ ich dieses auch hin, denn wirklich verstanden zu haben glaube ich nicht, und schwierig ist es, zwischen komplexen Zusammenhängen und banalen Wahrheiten ein treffendes Wort zu finden, welches „den Punkt“ benennt.
    Typen, wie „Guttenberg“ werden von einer Gesellschaft im Trüben gewünscht, es mögen dann auch irgendwann so richtig finstere Typen auftreten in strahlendstem Lichte…

    Und die Kinder, sie finden kein Frieden und verstehen nicht den Unfrieden, aber sie empfinden ihn und er ist verwirrend und verstörend. Es wird ihnen schwer gemacht, zu gesunden Persönlichkeiten heranzureifen, und manches Mal schwant es mir, daß es doch ganz „praktisch“ ist „identitätslose, verunsicherte“ Heranwachsende zu haben, die sich prima in eine Gesellschaft einformen lassen, die für einige wenige wirklich ganz toll funktioniert!

    Kinder sind so leicht zu verletzen…
    Bei Lila habe ich nun einen Video-Beitrag gesehen, der von der Erziehung des palästinensischen Kindes zum bereiten, dahinjauchzenden Selbstmordattentäter handelt, ein Phänomen, welches überhaupt nicht nur eine Randerscheinung ist!
    Yael hat einen längeren Beitrag dazugeschrieben (danke), der ganz einfach sehr bedrückende Realität von Kindern im Griff von KRANKEN MENSCHEN beschreibt, daß „Größte“ für sie ist es, sich unter vielen Juden in die Luft zu sprengen.
    „Ihr lebt das Leben, wir suchen den Tod!“, nein, keine Philosophie, sondern banale Perversion, denn die, die so reden, suchen nicht ihren Tod, sondern schicken die Kinder anderer Mütter in den Tod.
    NIEDERTRÄCHTIG.
    Nuja, Du kennst diese Thematik sicherlich. Es ist einfach grausam.
    Sag, bist Du Robert bei Lila, oder ist das ein anderer?

    Zum Karl habe ich es nicht mehr geschafft mich zu äußern, zumal es anscheinend irgendwelche technischen Probleme vorgestern Abend für den Kommentarbereich gab.
    Zuletzt noch habe ich einen ziemlich langen Kommentar an den Denker geschrieben, aber dann war Sense.
    Hast Du meine Kommentare dort gelesen?
    Du warst wohl mehr Richtung Jane (und mfb-WitzboldArierKatholik!) orientiert?

    Ehrlich gesagt, ich habe ihre Kommentare einfach nicht gelesen, insofern brauchte ich nicht darauf eingehen. Jetzt aber hat sie mich persönlich adressiert.
    Oijemene, der Denker ist „hartes Brot“ genug, aber trotz dessen scheinbaren Antisemitismus habe ich irgendwie den Eindruck, daß da einer für „das Gute im Klotz“ ansprechbar ist.
    Entsprechend wählte ich einen versöhnlicheren Kommentar.

    (ich schenkte ihm sogar einen „Schopenhauer-Punkt“, damit einfach Ruhe ist damit. Dahingehend hatte mfb natürlich auch nicht ganz unrecht, aber andererseits sind seine -Schopi- durchdachten Worte doch auch eine vergnügliche Herausforderung ans (Mit)Denken. Ein Experte für den Schopi bin ich jedoch sicher nicht.
    Zitate indes (woran ich mich an der Stelle schließlich ein stückweit beteiligte), ich werde es wohl nicht mehr lernen und finde es ohnehin meist überflüssig, auch wenn’s manche Konversation bereichern könnte, dienen die meisten Zitate doch nur den Eitelkeiten von Menschen ohne Tiefgang..)

    Wie beurteilst Du meine (hG) Kommentare?
    Musikalisch, dürfte ich Deinen Geschmack wohl nicht getroffen haben, aber mir waren die Kommentare/Titel an den Videos entscheidend:
    „Nazi Punk Fuck Off!“ oder dieser „can i get the lyrics to this song?“- „No. Fuck off an die!“, zwei Pointen, erstens, das gesamte Lied besteht nur aus besagter Zeile nach dem „No.“, zweitens die Frage kann man prima ergänzen -ich unterließ es dann- wenn man in Klammern „Talmud“ (zur Erklärung für: this song) hinzusetzt.
    Der „Auserwählte“ Santa ist ziemlich derb, zugegebenermaßen, aber Antisemitismus ist auch recht derb, ich war ein wenig in der Mischung von Rage und Humor zum Dampf ablassen unterwegs.
    Der erste Beitrag, „wenn du denkst…“ fand ich auch ziemlich passend (und lustig:), und „Zombies ate her brain“ war dann eben eher für Jane, Esther, Pat…

    Nuja, eigentlich bin ich nicht so derb in meinem Humor, trotzdem hat es mir ziemlich Vergnügen bereitet, die ganzen „Fuck Off And Die!“ für die oimeleks zusammenzustellen.
    Und das war es wert. Inzwischen bin ich längst nicht mehr so kampfeslustig, aber..
    „Don’t dare to fuck around with a Jewish-Partisaner cat!“

    Ach jaaa…wenn ich schon von „cat“ spreche.
    Keine Ahnung, magst Du Rock’n’Roll?
    Dieser Song ist meiner Schwester gewidmet:

    Hope, you’re liked it!

    Zum Karl nur kurz:
    er spricht an, daß „dieses Deutschland“ noch immer nicht bereit scheint, um diese Thematik offen und angemessen zu besprechen (ich las das vor zwei Tagen schon?).
    Damit hat er nachvollziehbare Bedenken.
    Andererseits, wer hebt es auf, wenn es liegen bleibt? (vorsicht: „Spezial-Pointe!“)

    Insofern ist Dein Beitrag -sagte ich das schon?- sehr wichtig, Karl indes kann solche Gelegenheiten nutzen, um eben sein offenes Wort zu sprechen, „probieren ist studieren…“
    So in etwa wollte ich ihm eigentlich antworten. Und, ‚tschuldige, Deinen letzten (hG)Kommentar habe ich noch nicht geschafft zu lesen, aber das hole ich nach.
    Kein „Vergeben und Vergessen“ im Judentum halte ich für ein Gerücht…
    (aber trotzdem hat er auch einen interessanten Punkt benannt, denn dieses „nicht vergessen“ gehört schon dazu im Sinne, das sämtliche Feiertage sich auf historische Ereignisse beziehen, aber ich würde es stets als „Vergegenwärtigen“ ansehen, und da liegt so ein wenig auch das Problem vieler Deutscher: nicht nach hinten sehen, dafür umso angestrengter nach vorne, das ist etwas an der Gegenwart vorbei, oder?)

    Ansonsten könnte es (solch Vorstellung, Juden „vergeben und vergessen“ nicht) damit zusammenhängen, daß die deutsche Presse allzugern über „israelische Vergeltung“ (und sonst so einen Phantasiekram) berichtet. Presse als Erwachsenenbildung eben…

    Richtung Schulbildung hast Du ja mal einen „bescheidenden“ Aspekt benannt…

  12. A.mOr Says:

    Robert!

    Habe eben Deine letzten Kommentare zu ‚Gedenkkultur in Passau‘ gelesen: die Wucht!
    Guter Beitrag! (Kommentarbereich bereits geschlossen, also hier)

    Außerdem.

    Zu Deinem Kommentar an ‚Karl K.‘: „Würden Sie so nett sein und sich nicht kryptisch, sondern klar und eindeutig äußern.“
    Ja, so kam das an vom Karl K.
    Was dahinter steckt, jedoch konnte ich nicht herauslesen.
    Daß ein Gespräch zu Juden-Deutsche schwierig sein könnte, ist offensichtlich, so kam mir der Standpunkt von Karl K. „gefühlt“ verständlich vor, aber sich dann aus der Affäre zu ziehen, es sei noch nicht Zeit, man könne nicht offen sprechen…

    Nun ist vielleicht auch wichtig, aus welchem Hintergrund heraus er solches behauptet.
    Kann er als Deutscher nicht darüber reden, weil er meint, sonst die Gutmensch-Etiquette zu verletzen, oder kann er als Jude nicht darüber sprechen, vielleicht sogar aus einer ähnlichen Haltung heraus, nämlich daß Gutmensch und Bessermensch ihm „Jammern“ oder „Nachtreten“ vorwerfen könnten?

    Nicht vergessen typisch jüdisch. Ja oder nein?
    So wie Du in Deinem Kommentar darauf eingehst (also nein) hast Du schon recht, aber andererseits gehört das Nicht Vergessen schon zum Judentum, der Hinweis auf Amalek (Sachor) war doch passend, zeitnah zum Verständnis.
    Ob der Nazi dabei als „Amalek“ gezählt werden darf (biologischer Abkunft oder symbolischer Abkunft nach) steht auf einem anderen Blatt.
    Ich muß zugeben, daß ich das durchaus nicht so eng sehe.
    Amalek symbolisiert „in Person“ den Wunsch auf die Austilgung der Kinder Isaak und Jakow, er wartet auf jede Schwäche ‚Israel‘, um sie zum Angriff zu nutzen, aber er wird Israel auch angreifen, wenn es stark und mächtig ist, wie ein „Irrer“.

    Zum Sachor heißt es „Gedenke, was Amalek Dir getan..“, den Namen Amalek dabei zu benennen gehört ausdrücklich dazu.
    Das ist Gedenken, nicht vergessen und bedeutet vergegenwärtigen.
    (Aber, unter uns, es kommt der Sachor, wo wir sagen,
    Amalek ist weg!)

    Leute, die auf die Schwäche Israels warten (auch die Medienmacher), Leute die angreifen wie die Irren, wir kennen sie aus dem Heute.

    Ob die Gegenüberstellung des Christentum mit dem Judentum (‚Versöhnung und Vergebung‘ gegen ‚Vergiß niemals‘) so zulässig ist?
    Also, ich bin schon kein „Experte“ des Judentum, und trotz allem, vom Christentum verstehe ich wohl noch weniger, aber mir ist diese Gegenüberstellung viel zu vereinfachend (mindestens gegenüber dem Judentum einfach nicht angemessen!) und daher komplett anfällig für viele Mißverständnisse.

    Angesichts des Amalek (und artige…) finde ich es aus Sicht des Judentums nicht gut, solche Mißverständisse zuzulassen, deshalb widerspreche ich dort Karl K. auch.

    Genau wie Du also würde ich von ihm weniger kryptische Anmerkungen begrüßt haben, und mehr „Substanz“, über die man diskutieren, erörtern kann.
    „…und wenn nicht jetzt, wann?“

    Dir, Yael, mir, ale!
    Schabbat schalom ale.hem.

  13. Robert Schlickewitz Says:

    Meine Schreibpause bitte ich zu entschuldigen. Sitze gerade über einem neuen Artikel, der mich viel Zeit und Leserei kostet, daher war ich nicht zum Kommentieren oder Antworten gekommen.

    Yael, ja, ich versteh‘ Dich, dass Du es satt bist mit gewissen Leuten zu diskutieren, um immer die selbe Sache. Mir geht’s darum, Beiträge zu veröffentlichen, die gerade solche Dummköpfe mit Fakten konfrontieren, die sie an ihrem bisherigen Weltbild zweifeln lassen, die sie nachdenklich stimmen müssen, wenn sie keine Klötze sind. Ich hoffe und baue halt immer noch auf das Gute im Klotz.

    Jetzt zu Dir A.mOr; es haben sich eine Reihe Fragen und Themen angesammelt:

    Deine erneuten Repliken an mfb (Wie kommt der Mensch nur dazu sich so einen doofen Nick zu geben?! Auf amerikanischen Blogs ist das gewöhnlich die Abkürzung für „mother f…..g bastard“, aber das weiß der scheinbar gar nicht!) hatten es in sich, sie waren intelligent und überzeugend. Danke auch für die kleine Schützenhilfe für mich dabei.

    Der Gottesmord-Wikipedia Artikel, auf den Du Dich oben beziehst (Passau-Kommentar) hat mich selbst freudig überrascht, weil er mit aller Deutlichkeit die katholische Brücke von den Judenverfolgungen des MA bis zum Dritten Reich herstellt. Selten wurde dies in einer derartigen Deutlichkeit öffentlich gesagt.

    Karl K. ist Christ und Feigling obendrein. Zweimal bat ich ihn darum seine Kritik an meinem Thannhausen-Artikel („Doch die Juden waren unbeliebt“)zu präzisieren und nix kam von ihm.

    Bezüglich des „Nicht vergessen“: Meine Absicht war es das Stereotypendenken, und da existieren einige ganz massive treudeutsche Vorurteile vom bösen Juden, der nie vergibt, konterzukarieren. Die Leute sollten darüber nachdenken, dass es in ihrer Religion zwar heißt „vergib!“, dass dies jedoch i.d.R. nur selten befolgt wird, von unseren christlichen Freunden.

    Danke für Deine gehaltvollen Anmerkungen zu Amalek. Habe einige alte Religionsbücher und wollte bei Gelegenheit dies Thema noch vertiefen.

    Du fragst:
    „Sag, bist Du Robert bei Lila, oder ist das ein anderer?“
    Sorry, ich kenne Lila nicht. Bin nicht allzuoft im Web aktiv bzw. beteilige mich nicht oft an Diskussionen.

    Ja, beim anderen Kanal gab es massive Serverprobleme, auch ich konnte einen Tag lang nichts anclicken.

    Ja, habe alle Deine Kommentare gelesen.

    Wie ich Deine Kommentare beurteile, willst Du wissen. Eine ehrliche Antwort auf eine ehrliche Frage: Ich zieh‘ die, in denen Du Klartext sprichst den wortkünstlerischer gestalteten vor. Das liegt wohl daran, dass ich meist Sachbücher und Sachtexte lese. (Nicht ganz, denn, wenn ein g’scheiter alefbetyehoschua oder ein Oz mir in die Quere kommen oder ein Josef Roth, Stefan Zweig, Lion Feuchtwanger, dann kann’s auch Prosa sein)

    Schopenhauer (siehe oben): Von ihm stammen eine Reihe übler antisemitischer Sprüche, bes. in „Parerga und Paralipomena“ zu finden.

    Du fragst mich ob ich Rock’n Roll mag. – Ich bin zwar in den Endfündfzigern geboren, jedoch hat mich die Begeisterung meiner Umwelt für die damals zeitgenössische und ‚von allen‘ gemochte Musik nie mitreißen können. Ich sag‘ es offen, ich mag die germanischen Sprachen gesungen nicht besonders, egal ob schwedisch, deutsch oder englisch. Unsereins erwärmte sein Herz eher an solchen Sachen:


    oder:

    oder:

    oder:

    oder:

    oder:

    oder:

    Alles Gute für Euch

    Robert

    • yael1 Says:

      „Yael, ja, ich versteh’ Dich, dass Du es satt bist mit gewissen Leuten zu diskutieren, um immer die selbe Sache. Mir geht’s darum, Beiträge zu veröffentlichen, die gerade solche Dummköpfe mit Fakten konfrontieren, die sie an ihrem bisherigen Weltbild zweifeln lassen, die sie nachdenklich stimmen müssen, wenn sie keine Klötze sind. Ich hoffe und baue halt immer noch auf das Gute im Klotz.“

      Sieh dir mal unteres Beispiel an (bei hagalil natürlich):

      „Hallo Israel Ben KAdosh. Ich habe ein bischen das gefühl das du ein anhänger des alten Testamentes wärest (wenn du christ bist od so…)! Da ging es auch nur Auge um Auge und Zahn um Zahn… NAtürlich Mord ist Mord egal wer die Mörder sind… Aber die Siedler gaben nicht Ihr Blut für den Boden… dieser Boden gehört in wirklichkeit beiden Völkern… wenn überhaupt… und Sorry Die Philister alias Palästinenser waren nun mal einfach vorher da

      Wir werden das Blut bezahlen wenn der Tag kommt… doch es wird auch das Blut israels sein… denn es gibt keine Juden oder Deutschen.“

      Wie oft haben wir alle dort und anderswo aufgeklärt, was „Auge um Auge“ bedeutet und trotzdem wird es immer wieder von solchen Blindgängern als antisemische Unterstellung missbraucht. Ich kann gar nicht mehr aufzählen, wie oft allein ich darauf geantwortet habe, aber es nützt nix, diese Blödis werden einfach nicht weniger. Oder das die Palästinsenser die Nachfahren der Philister sind. Diesen Schwachsinn liest man immer und überall. Die Leugnung, dass es ein jüdisches Volk gibt, ebenso. Oder woher „Blut für den Boden“ stammt, ein Nazibegriff, die benutzen das ohne Scham. Auch dieser Pseudojude „Israel Ben Kadosh“, der denselben Müll labert, aber bei Hagalil tauchen zu oft solche Möchtegernjuden (mit diesen merkwürdigen Namen) mit dieser Sprache auf.
      Da fragt man sich, was Aufklärung bringen soll? Soll man immer wieder das gleiche erzählen, obwohl man merkt, es kommt nicht an?
      Solchen Typen würde ich einfach am liebsten nur mal eine rein knallen, damit diese Idioten mal munter werden.

      PS: Lilas Blog ist sehr empfehlenswert, schau einfach mal rein:

      http://rungholt.wordpress.com/

      • A.mOr Says:

        Jup, habe ich auch gedacht: Auge kreuzt Auge.
        Das mit den Philistern hatte ich übrigens gerade vorher noch „mfb“ (siehe Roberts Auflösung) erklärt, allerdings im anderen threat. Nachdem Goliath liegen blieb hatten Philister und Israel übrigens ein angenehmes Verhältnis, soweit ich mich erinnere.

    • yael1 Says:

      Du hast übrigens einen guten Riecher, was diesen Karl betraf. “
      Der Kerl schreibt: „Die Politik Israels stellt für den Weltfrieden nach wie vor eine große Belastung dar“. Somit ist alles klar und nicht nur bezogen was er über das Judentum gelabert hat. Aber nun genug zu diesem Pack dort.

  14. Robert Schlickewitz Says:

    Da ist auch viel (Instrumental-)Musik drin, die ich mag:

    http://www.hagalil.com/archiv/2010/06/20/elman/

  15. A.mOr Says:

    Robert, bruchim habaim, willkommen wann immer Du erscheinst!
    Es ist nicht so lange her, da habe ich ähnlich (in der Wortwahl) um die Gunst von Yael geworben und es nicht bereut.
    Hier aber sage ich es auch, weil Du Dich entschuldigst für Dein vorübergehendes „Ausbleiben“, was mich nur daran erinnert, daß ich auch nicht gerade flott bin in der Respons, wie Du schon weißt.
    Daher schlage ich uns beiden vor, auf das Entschuldigen zu verzichten, dafür zu genießen, wenn wir das Vergnügen des wörtlichen Austauschs haben, oder aber, wenn wir das Wort in schöner Weise durch die Musik untermalen.

    Mögen die Geschmäcker sich unterscheiden, ich lasse mich lange nicht auf eine Musikrichtung reduzieren, aber bezüglich des Rock’n’Roll (/Blues als den „Vater“ des Rock’n’Roll) bereitet es mir immer wieder Vergnügen, darauf auch hinzuweisen.
    Rock’n’Roll und diverse Derivate davon haben mein ‚musikalisches Leben‘ tief mitgeprägt, da schwingt für mich auch Lebenshaltung mit, und einer gewissen Portion an ‚rebellischen Geist‘ bei mir hat es Raum zur Entfaltung gegeben.

    Wenn es zu Deiner Zeit „angesagt“ war, dann kann ich eine gewisse Abneigung bei Dir auch verstehen, denn „angesagt“ ist meistens nur „laaangweilig“, aber das behaupte ich hier mal als „Pseudo-Pubertierender“.
    Die Zeit meiner Jugend sind die ’80er (unser Guddi ist ein wenig jünger), da war Rock’n’Roll schon ein „alter Schuh“, paßte aber gut zu meinem Bewegungsdrang, nu, und ich mag den Bass&Blues.
    Außerdem empfand ich Rock’n’Roll&Derivate auch als ein Beschreiten nicht musikalisch ausgetretener Pfade, mir war schon früh klar, daß es viel zu entdecken gibt jenseits der sich aufdrängenden Bilder von dem, wie es zu sein hat, weil es nunmal so ist.

    Danke für Deine behaglichen Musikvorschläge, bei ‚laila, laila‘ wurde ich gleich wieder müde:-), aber dann schaute ich nochmal zu Deinem letzten link rüber (guter Artikel übrigens!), und schwupps war ich in der Welt des Jazz&Swing, auch lange vor meiner Zeit, aber gerade den Swing hörte ich schon in einer gewissen „Absonderlichkeit“, wie es andere sahen, schon seit frühester Jugend sehr gern.

    Ist Swing nicht dem Rock’n’Roll recht ähnlich, bedeutet es nicht den Aufbruch zu neuen musikalischen Ufern? Dient es nicht jenen als Katharsis, die sich erdrückt fühlen von den ausgelatschten Pfaden und beengenden Denkweisungen, die es drängt, ihrem Lebensgefühl mit neuer Stimme Raum zu verschaffen?
    Immerhin war es nicht zum Schaden der Musik und hat sie wesentlich bereichert, finde ich, der „Sturm der ’68er/’69er“ ist wohl nicht denkbar, ohne diesem musikalischen Vorlauf.
    Ob das dann alles so gut war, etwa in gesellschaftlicher Hinsicht, das ist ein weiteres Feld von Diskussion, ich habe da durchaus noch „unbequeme Hintergedanken“ zu dem Thema, wer weiß, ob ich sie mal zutage treten lasse…?
    Zumindest mag es Mal ein interessantes Feld in der Forschung sein.
    Es ist wohl offensichtlich, daß ich in einer anderen Welt großgeworden wäre ohne dieser „love&peace“-Bewegung.

    Ja, die Musik, sie spricht unsere Herzen an. Sie vermag die Stimmung zu heben und setzt neue Kräfte frei, sie hilft in der Trauer dem Leid einen Raum zu geben, sie besänftigt wenn nötig, sie gibt uns -Rock’n’Roll!- die Möglichkeit zu brüllen und zu schreien, gleichsam als Katharsis in einer Umwelt, die zwar viel Anlaß dazu bietet, diese Äußerung jedoch nicht erwünscht.
    Daß etwa der „Punkrock“ in Britannien wurzelt ist sicher auch kein Zufall.

    Wie ich Dir sagte, ich würde mich nicht festlegen wollen auf einen bestimmten „Stil“, vielleicht so: „klassisch-schön und zeitlos-schön“, das ist mein Stil.
    Und -baruch haschem- genießen wir jeden Augenblick des Glücks, der uns gegeben ist.

    Danke nochmal für Deine Musik-Präsentationen, ja, das gefällt mir auch, aber das ist nicht entscheidend, es ist einfach ein nicht zu erwartendes „Plus“, etwas Schönes, welches Du frei von Dir gibst, welches wohl nur von dem einfachen „Hintergedanken“ bei Dir getragen ist, anderen eine kleine Freude zu bereiten (und sei es nur, indem Du uns etwas teilhaben läßt, oder aber auch Neugier beantwortest).
    Ja, es gibt deutlich bessere und gesündere Wege sich zu verständigen, als mit der Axt Richtung Kopf oder Raketen, die den Süden Israels abdecken…nicht zu sprechen von…

    Dein Wort an Yael; ich verstehe Euch beide. Selbst mir, der ich mich noch nicht allzulange in den Sphären der blogs und „Meinungsmache“ aufhalte, geht es jetzt schon sehr auf die Nerven, wie so viele verschiedene Menschen sich scheinbar ohne Herz immer wieder auf die bald Wort für Wort gleichende ‚Israelkritik‘ versteifen, immer dieselben dummen Klischees zu Juden, zu Israel…“ausgetretene Pfade“ eben…bedauerlich, mindestens, zum Schreien, auch das.

    Dazu kommen noch die, die offenbar über Verstandesschärfe verfügen und sich trotzdem berufen fühlen, den Antisemitismus begründbar erscheinen zu lassen.
    Nach dem Motto: „Wenn die Juden schuld sind, dann müssen sie ja irgendwie auch schuldig sein, weil sie eben schuldig sind, weil sie sind.“ Der „Antisemiten-Kreis“, gewissermaßen.
    Und ich stand auch schon in meiner kurzen Zeit an der Stelle zu erkennen: ich habe einfach keine Lust mehr auf diesen SCHWACHSINN!

    Die andere Seite aber, für die Du und Yael und andere sich engagieren, sie ist wichtig, es ist, wie Du es gut formulierst, wichtig, die Leute zum Nachdenken zu bringen, sie an ihrer einseitigen Vorbildung zweifeln zu lassen (daß ist nämlich auch der (Mehr)Sinn -gut, bei mir, meinetwegen- des Rock’n’Roll!), damit sie die Notwendigkeit erkennen, weiter zu lernen, zu forschen und sich so eine eigene Meinung bilden können, die fundiert ist, und nicht einfach nur den wirren Ideen irgendwelcher Verachter der Menschheit nachgeplappert ist.
    Ich denke, daß wir auf diese Weise immerhin ein klitzekleinesbißchen zum Besser dieser Welt beitragen.
    „Steter Tropfen höhlt den Klotz“, so mögen wir es auch nennen.

    Was Deine mögliche Übersetzung des Namens mfb betrifft, mir erscheint, daß dieser sehr wohl die Bedeutung des Kürzels kennt (oder kann das alles nur ein Zufall sein???:-), ein paar weitere sind mir auch eingefallen, aber als er mir schließich die „Todesblume“ bot, da habe ich etwas von dem ursprünglich geplanten Witz in der Antwort abgesehen, meine Stimmung hat es mir etwas gedrückt, so habe ich dann auch auf Ramona nichts mehr geschrieben, obwohl ich ihr in aller Freundlichkeit auch noch ein paar Pointen gönnen wollte.
    Mir war der Humor einfach vergangen. Ich hätte mfb wohl seine ‚emoticons‘ nicht klauen dürfen, das kommt davon!

    Die „Schützenhilfe“ an Dich, sagen wir doch lieber, ich danke Dir!
    Du hast doch einfach recht, ich habe mich nur angelehnt.
    Hatten wir es nicht hier schon klargestellt: „Don’t mess with the Partizaner!“??

    Abgesehen davon erinnerte mich Ramonas Textinhalt sofort an Deinen Artikel „Kopf contra Bauch“, den Knut hatte ich Dir im Kommentar zu deinem Bruno Braunbär sogar noch dazugeschnalzt. Ich war kurz versucht darauf auch hinzuweisen, aber ich wollte Dir keinen „Bärendienst“ bieten, nachher heißts: ich wäre nur der Neider in Deinem Auftrage!

    So hat sie also den richtigen Ton getroffen. An dem Musikbeitrag von ihr (‚NDW‘, auch meine Generation) läßt mich auch diese Zeile aufhorchen:
    „Eisbären müssen nie weinen…“
    Nuja, Männchen weint eben nich..sagt man(n) und frau auch noch in Deutschland.
    Es gibt also gute Gründe, warum Eisbären keine Juden sind, so scheint es.

    (und wie widerlich der Kommentar von mfb an ‚Piet‘:
    „memm hier nicht rum, so was von Selbstmitleid .. einfach erbärmlich.“
    Was soll man denn dazu noch denken? Robert, Du sagst es: „mfb“!)

    Wo ich jedoch Ramona einfach widersprechen muß, zwei, erstens hat sie nicht ganz recht, wenn Sie behauptet, daß Juden kein weißes Fell hätten, ja, da muß ich widersprechen, und zweitens, daß mit der schwarzen feuchten Nase, daß sie keine Juden kenne, die eine solche haben, mag sein, aber ich sag Dir, neulich zu Purim…,.
    (nuja, außerdem wurde mir selbst auch schonmal nachgesagt, ich sei ein „Bärentyp“ oder so)
    Meinst Du nicht, daß Ramona uns da einen Bären aufgebunden hat?

    Und Du kennst Lila nicht? Du findest Sie auch bei Yael verlinkt, aber:
    http://rungholt.wordpress.com/2011/03/29/leben-ist-schon/
    auf diesen Artikel bezog ich mich, und der Beitrag von Yael ist Kommentar No 4.
    Hierzu wiederhole ich einfach mal den Titel des Artikels: „Das Leben ist schön.“
    Lesenswert. Der blog überhaupt. „Faire“ Ansichten aus Israel.
    Mir gefällt bei Lila, daß bei ihr ü b e r h a u p t nichts von einer Verbissenheit zu spüren ist, in der Art etwa, nur Israel hat Recht oder nur die Palästinenser. „Fair“, das drückt es gut aus.
    Eine wirklich angenehme, dabei aber sehr intelligente Bodenständigkeit lese ich bei ihr heraus, Kategorie: „Schmalspurakademiker“ (wo wir das hier als lobendes Prädikat verwenden).
    Und öfters hat sie schon „meine Worte“ wiedergegeben, nu, habe ich genug Werbung betrieben?

    Karl K., bei dem habe ich mich scheinbar verschätzt. Hatte ihn für etwas gewitzter gehalten, sein Rumgedruckse für, sagen wir, Scheu, während Du anscheinend von Anfang an richtig lagst.
    Besonders viel konnte man von dem noch nicht erfahren, seine Entgegnung zu Sebaldius läßt jedoch erahnen, daß das auch besser so ist…

    […und inzwischen können wir auch nachlesen, was der Karl K. für einer ist – Zitate aus seinem letzten Kommentar unter dem nun leider geschlossenen Bereich zum „Eisbär“:

    „Die Politik Israels stellt für den Weltfrieden nach wie vor eine große Belastung dar,(…)
    einer Bevölkerung, die in Anlehnung an S. Sand, vermutlich ihren Stammbaum tatsächlich auf eine zweitausendjährige Geschichte vor Ort zurückführen kann(…)“

    Alles klar!
    Er schreibt, daß er Bauer sei. Das läßt wenigstens hoffen, daß dieser Mensch noch erreichbar ist für aufklärende Fakten, denn Bauern traue ich eine gewisse Bodenständigkeit zu, der hat ganz offensichtlich einfach die denkbar ungünstigste Lektüre zum Start.
    Und dem Shlomo Sand nochmal ein bitterer „Dank“ für seinen Selbsthaß!
    Worte sind eben doch weit mehr als nur Buchstaben. Ich bin gerade mal stinksauer!
    Nachtrag Ende.]

    Danke auch für Deine Kritik an meinen Kommentaren. Wenn Du, sehen wir mal was geschieht, mich irgendwann auch mal in Prosa gerne lesen solltest, dann „habe ich gewonnen“!
    Meine Bemühungen in der Hinsicht sind bislang jedoch recht bescheiden, in meinen ‚jugendlichen Jahren‘ (also auch meinen 20ern) war ich mal etwas aktiver, schrieb gerne über Absurditäten, Skurrilitäten, und was 20jährige eben so interessiert…
    Aber über meinen Artikel hier bei Yael hast Du Dich nicht geäußert, das Thema ist vielleicht auch nicht gerade ein Anlaß dazu, andererseits hast Du immerhin ein klitzekleinwenig dazu beigetragen (durch Deine Ermutigung).
    Falls Du richtig böse Kritik haben solltest, dann schicke sie lieber an Yael! Einverstanden?
    Ich bin auch nur ein schwacher Mensch!

    Die von Dir erwähnten Autoren sind sicher gute ihrer Branche, mit Genuß etwa erinnere ich mich an die „Kapuzinergruft“ oder den „Radetzkymarsch“ eines Joseph Roth, und bin fasziniert von dieser k.u.k.-(Märchen)Welt, in der soviele Völker zueinanderleben.
    Beim Stefan Zweig hat mich der Gedanke in der „Schachnovelle“ stark angesprochen, weniger in vielleicht beabsichtigten Rahmen als alleine die Beschreibung von isolierter Intellektualität: dem Spiel selbst eben. Soviel nur dazu.

    Ja, wo der Hilsenrath gerade Geburtstag hatte, es ist ein Buch von ihm, das mit kalten Fingern an mein Herz drängte und mich zu Tränen der Wut und Traurigkeit rührte.
    Dein Musikbeispiel von den Ofarims „laila, laila“ – numi, haderech reka (schlaf, der Weg ist leer) bekommt da noch eine bittere Note, das Stück heißt „Nacht“, ich glaube, es hieß mal „Nacht Ohne Morgen“…
    Deswegen zB mag ich es zu schreiben Boker OR, zum Ende zum Anfang rufen wir „am jisrael chai“!
    Hier, in Norddeutschland, sagt man salopp „moin“, aber, „Guter Morgen“ das hat eine sehr tiefe Bedeutung…
    [und dann kommt SchlomoSSSand daher! Nachtrag wieder Ende.]

    Viel Erfolg zu Deinem Artikel im Werden: Hazloche unBroche! A.

    • A.mOr Says:

      Kurz nochmal Nachschlag zu dem „Knut“-Artikel.

      Den Dave-Kommentar finde ich gut, wirft interessante Fragen auf. Lohnt zum Mitdenken.
      Auch eine gerechtfertigte (Frage-)Stellungnahme zu muslimischem Umgang mit Koran-Kritik.

      Aber bei Karl K. bin ich oben anscheinend (schon wieder) nicht weit genug gegangen, wo ich doch vermute, daß dem noch zu helfen sei.
      Auf jim reagiert er, daß er dessen Lektüre-Vorschläge schon kennen würde,

      „aber auch die von M. Zuckermann, I. Pappe, U. Avneri uva. die darauf hinweisen, wie mit Hilfe des Antisemitismus-Begriffs Israel-Kritiker ausgegrenzt werden…“

      Und darauf dann folgt noch seine Weisheit des „Mistorikers“ SchlomoSSSand.

      Vielleicht einfach Fakten. Vielleicht können bei dem Mann wenigstens noch richtige, belegbare historische Erkenntnisse helfen, nicht irgendwelche „Visionen vom Sand“, vielleicht aber haben wir hier auch nur einen …Nazi vor uns.
      Oben habe ich vergessen mich zum Amalek zu äußern, Amalek ist unser direkter Verwandter, irgendwo steckt er doch zwischen diesen Zeilen: Amalek!

      Und der abschließende Kommentar von Daniel ist auch nicht hilfreich, so in der Art, es ist halt wie es ist, man kann Israel eben nicht mögen. Alles „normal“ eben in Deutschland.

      Schwarz und weiß, die und wir…

  16. yael1 Says:

    Wieder Raketen aus dem Gazasstreifen:

    Kind bei Angriff auf Israel schwer verletzt

    Bei einem Angriff aus dem Gazastreifen auf eine israelischen Schulbus ist am Donnerstag ein 16-jähriger Bub lebensgefährlich verletzt worden. Das offenbar aus dem Gazastreifen abgefeuerte palästinensische Geschoss schlug nach Angaben von Rettungskräften nahe dem Kibbuz Nahal Os in dem Bus ein. Der Bub ist in einem kritischen Zustand. Ein anderer Israeli erlitt leichte Verletzungen.

    http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/2716867/kind-bei-angriff-israel-schwer-verletzt.story

    Dass es nicht mehr Verletzte gab, lag daran, dass schon vorher alle Schüler, aus dem schwerverletzten Jugendlichen, den Bus verlassen hatten.

  17. Robert Schlickewitz Says:

    Es wird allmählich Zeit, dass die Antiraketen einsatzfähig werden. Auch wenn’s teuer wird, die Menschen müssen es der Regierung einfach wert sein! Sollen sie von mir aus international Spenden einholen, aber dieser Schutzschirm muss her und er muss ständig verbessert werden. Moderne unbemannte Aufklärungsflugkörper können stundenlang,ja tagelang, kreisen und einer Bodenzentrale anfliegende Geschoße melden, die dann von den Antiraketen bekämpft werden.

    Auch wenn ich mich wiederhole, irgendjemand hat Interesse, dass ‚es‘ wieder los geht, dass Blut vergossen wird, dass vielfaches Leid verursacht wird. Es war irgendwelchen Leuten zu lange friedlich. Sie wollen Krieg, Krieg um jeden Preis.
    Denn sie wissen, dass Vergeltung die Antwort sein wird.
    Wenn man nur etwas tun könnte, um die Spirale ‚aufzubiegen‘!

    Danke Euch beiden für den Link zu lila, sehe ich mir heute noch an.

    Versteh ich Dich möglichweise falsch, A.mOr, meinst Du Rock and Roll oder sprichst Du von Rock? Unter ersterem denke ich an:

    Unter zweiterem an:

    Das von Dir oben eingestellte Musikbeispiel erinnerte mich eher an das zweitere.

    Es liegt wenigstens ein Jahrzehnt zwischen beiden Stilen, oder ist das zweitere die Fortentwicklung des ersteren? Bitte um Aufklärung, denn hierin bin ich nicht firm.

    Zu den übrigen von Dir angesprochenen Punkten meine Zustimmung.

    Hier hätte ich etwas Versöhnliches zum Abschluss, etwas was die semitische mit der germanischen Welt friedlich verbindet. Welch eine Stimmung! Und die ist echt!

    Und als Kontrast – ein etwas müder Josif Kobson (beachtet die flotten Chorsänger!):

  18. A.mOr Says:

    „Sie wollen Krieg, Krieg um jeden Preis.“

    Robert, wie es scheint hast Du recht. Während irgendwo Hamas‘ Stimme durchdringt, daß sie nach Abschuß ihrer „explosives“ nun lieber doch einen Waffenstillstand wünschen, hört man von der gleichen Truppe, das es jetzt erst richtig losgehen soll. Schätze, der „Waffenstillstands-Aufruf“ war nur, damit die deutsche (europäische) Presse was zu schreiben hat über Israel.

    Inzwischen sind wieder 20 Granaten aus Gasa eingetroffen, sozusagen, um den „Waffenstillstand“ zu unterstreichen.

    Ich hadere etwas an einer Formulierung von Dir.
    „Denn sie wissen, dass Vergeltung die Antwort sein wird.“
    Nein, Robert, das ist nicht „Vergeltung“, das ist ‚die Abwehr‘, und nichts anderes.

    In Worten wie „Vergeltung“ (oder „Rache“) steckt gleichsam -für solche Fälle- eine „Berechtigung“ zu ‚morden gegen morden‘.
    Aber das ist falsch. Den Mörder, notfalls durch dessen Tötung, davon abzuhalten, daß er seine Absichten umsetzt ist nichts anderes als Leben zu retten.

    Der Mörder hat mit seiner Absicht unschuldiges Leben zu nehmen gleichsam sein eigenes Leben „in die Waage“ geworfen. Er hat sich entschieden zu morden und damit dem Leben entsagt.
    Juden aber vergelten nicht (sagt jemand mit mahnendem Finger!), jedoch haben sie nicht nur das Recht sondern auch die „Pflicht“ Leben zu retten.

    Mit genau solchen Worten „Vergeltung“ („Rache“, etc) schafft es die Presse über die vielen Jahre nun schon Israel zu dämonisieren.
    Dahinter, ich glaube Yael hat schon oft darauf hingewiesen, steckt das (ua christliche) Mißverständnis der Bedeutung „Auge um Auge“.

    Insgesamt, was auch immer aus jüdischer Religion Geltung hat, im Kern haben die Zehn Gebote Geltung, also „Du sollst nicht morden“.
    Das ist das Wort das Mose an das Volk gab. Und es ist das Heilige Wort, das Mose von haschem erhielt. Und es ist vernünftig und regelt den Umgang der Menschen miteinander, religiös oder nicht.
    Aber es ist auch speziell jüdisch, schon wahr, denn der Schabbat ist eben der jüdische Tag am Ende einer Woche und somit, als Gebot, weit mehr als nur ein „Wochenende“.

    Robert, verzeih wenn ich Dir gegenüber als jüngerer so lehrmeisterlich auftrete. Es ist in allem Respekt. Und ich verstehe es bei Dir so: „…Denn sie wissen, dass Vergeltung…“, daß sie also es so nennen werden.
    Ja, sie und unter anderem eben auch die deutsche Presse.
    Du siehst also, das Wort ist weit mehr als nur Buchstaben, die westliche Presse sollte sich auch darüber klarwerden, denn diese (schädlichen) Worte färben auch auf uns negativ ab.

    Zu Deinem Text noch. Die Raketenabwehr hat gestern einen Erfolg verbucht, immerhin.
    Ich habe es oben in den „Explosiv-Ticker“ reingepackt (19:18Uhr „immerhin“).

    Hoffentlich hat Dir der Besuch bei Lila etwas gebracht. Ich meine, daß sie einen sehr „nützlichen“ blog führt, der auch für die „menschliche Seite“ gute und ausgewogene Information bietet, aber gleichzeitig das Mitdenken (und Mitfühlen) anregt. Dabei steht alles auf den Füßen; es gibt dort keinen Zynismus oder Menschenverachtung. Nuja, lies selbst.

    „…meinst Du Rock and Roll oder sprichst Du von Rock?“

    Beides, und so wie Du es aufgliederst, ist es richtig. In den Dingen kann ich Dir auch sicher nichts vormachen. Aber in meinem Verständnis sind die RollingStones nicht möglich, ohne das etwa ein Bill Haley dem zuvorgegangen wäre, so wie der Blues dem Rock’n’Roll zuvorgeht.
    Du hast also recht: „…das zweitere die Fortentwicklung des ersteren…“

    The Straycats wiederum sind keine „Nachfahren“ von The Rolling Stones, sondern doch eher von Bill Haley, „and alike“. Auch der Rock’n’Roll selbst hat sich längst verzweigt, wobei The Straycats im „Lautstärke-Vergleich“ (über die ’80er, ’90er,…) eher als die „Schmusetiger“ zu betrachten sind.
    Und Rock („out of the Roll“) hat inzwischen eine wirklich unübersichtliche Verzweigung genommen. (Dazu später vielleicht mehr)

    Zum Musikalischen biete ich Dir daher („nur“) einen etwas verworrenen Mix, die letzten beiden Stücke darfst Du als „freundliche Seitenhiebe“ von mir betrachten, sie kommen aus einer Rock-Weiterentwicklung, dem sogenannten ‚Punkrock‘.

    Zum Aufwärmen ersteinmal dieses

    Und ich kenne jemand, der den Hamas mal so richtig „piff, paff!“…

    Und für Dich nochmal, was ‚Rock’n’Roll klassisch‘ diesertage auch ist

    und etwas sanfter, aber „moderner“ Rock’N’Roll

    Ja, die Bassistin (aktuell nicht mehr bei der Band) steht auf ihr Instrument, sie schafft es sogar noch höher (wovon ich Zeuge bin),
    die luftigen Mädels in dem Video sind die „Voodoo Dollz“, soetwas nennt sich dann „Burlesque“, sie gehören als Tänzerinnen zu der ganzen Show.

    Punkrock – Thema: A-Bombe (auch dieser Tage eben zum Bedenken)

    „Der“ Seitenhieb: ‚Hawa nagila-Laßt uns fröhlich sein‘: Surfing Jew

    Was auch immer der Rock’n’Roll schließlich für „Nachfahren“ hat, der Klassiker „rocks best“, das wird wohl immer so bleiben, aber ich möchte auch die Nachfolger nicht verunglimpfen, habe ich selbst doch ziemlichen Anteil am Hörgenuß. Da bin ich auch nur „Kind meiner Zeit“.

    Dir, Yael, mir, ale (und ganz speziell auch Israel), Schabbat Schalom Ale.hem!

  19. Robert Schlickewitz Says:

    Danke, A.mOr, für die Aufklärung in musikalischen Dingen und auch für Deine Anmerkungen bezüglich meiner Wortwahl. Nein, ich bin selbstverständlich nicht gekränkt, wenn mich ein Jüngerer belehrt. Schließlich bin ich mir der Begrenztheit meines Wissens bewusst und weiss ich, das Leben Lernen heißt.

    Zum Terminus „Vergeltung“ gilt das Gleiche wie zum Wort „Wucher“ (der Juden heute noch gern vorgeworfen wird): das Wort hat einen Bedeutungswandel hinter sich. Hier zum nachlesen:

    „Als Vergeltung (lat. Retaliation, eigentlich Wiedervergeltung)[1] bezeichnet man im weitesten Sinn jede Reaktion auf eine vorhergegangene Aktion auf Gegenseitigkeit (Reziprozität). Nach dem Soziologen Richard Thurnwald ist Gegenseitigkeit, die einen Ausgleich zwischen Leistung und Gegenleistung herstellen will, ein Grundaspekt ethischer Gesellschaften und die Basis für jede soziale Vorstellung von Gerechtigkeit.

    Ursprünglich verstand man unter Vergelten eine Gegenleistung oder Belohnung (Entgelt) für erwiesene Dienste.[2] Verwandt ist der Begriff Geld für ein Tauschmittel, das verschiedene Leistungen oder Waren in Bezug auf ihren gemeinsamen Tauschwert vergleichbar und damit austauschbar werden lässt.

    Heute wird Vergeltung meist als Strafe mit dem Charakter der Sühne und Rache verstanden. Sie spielt in verschiedenen Religionen und Ideologien als kosmisches, rechtliches und/oder politisches Prinzip von Tun und Ergehen oder Lohn und Strafe eine besondere Rolle: im Verhältnis eines Gottes zu den Menschen wie unter den Menschen, in diesem oder einem jenseitigen Leben.“ (Wikipedia)

    Da ich frei von jedweder Religion oder religiöser Ambition bin, hatte ich das Wort „Vergeltung“ auch nicht im sonst bei den lieben Christen üblichen Sinn gebraucht.

    Es ist immer wieder gut über den eigenen Wortschatz nachzudenken und sich seiner Worte bewusst zu werden.

    Hier ein Link, den mir eine Bekannte aus den USA soeben sendete:
    http://www.independent.co.uk/news/world/europe/austria-nazi-cake-shop-must-be-banned-2264145.html

    Unsere Freunde die Ösis, sie können es einfach nicht lassen. Sind wohl immer noch stolz auf ihr Adolferl.
    (nein, natürlich nicht alle Österreicher, nur die meisten)

    Zum Abschluss eine Frau, die mich an eine längst vergangene Jugendliebe erinnert mit diesem Lied:

    und diesem

    Alles Gute Yael und A.mOr!

  20. A.mOr Says:

    Ahoj Robert, nun vergelt‘ ich’s Dir.

    Deine Aufklärung um das Wort ‚Vergeltung‘ hat mich angestoßen, die nicht negative Bedeutung des Wortes habe ich nicht vergessen und würde sie wahrscheinlich im Falle noch benutzen, also nicht unbedingt als veraltert ansehen.
    Aber in den Zusammenhängen hier habe ich es nur im Sinne „das vergelt‘ ich dir!“ oder „das kriegst du wieder!“ verstanden, da bin ich anscheinend schon etwas konditioniert, wenn es um die deutschen Medien „gegen“ Israel geht.
    Schade, denn damit lasse ich jene meinen Wortschatz in der Bedeutungsvielfalt beschneiden.
    Als intelligenter Mensch lasse ich mich beeinflussen von dieser Einseitigkeit, das ist dann soetwas wie „geistige Verarmung“ im Ergebnis.

    Und wir reden von „Klötzen“ hin und wieder, die wahrscheinlich noch weniger Skepsis gegenüber den Medien haben. Wahrscheinlich, welch böse Ironie, sind es die eher gutherzigen die umso gutgläubiger also leichtgläubiger sind.
    „Warum ist Israel schlecht?“ sollte man sie fragen. Und sie werden erzählen, was sie in den deutschen Nachrichten zu lesen/hören bekommen. Und die Nachrichtenmacher werden behaupten, daß sie nur schreiben, was die Leser von ihnen wünschen…

    „Vergeltung, Antisemitismus und so.“
    Mein letzter Satz im ersten Absatz meines letzten Kommentars geht so:
    “Schätze, der „Waffenstillstands-Aufruf“ war nur, damit die deutsche (europäische) Presse was zu schreiben hat über Israel.“
    Und irgendwo hatte ich mich verärgert, daß das Wort „Vergeltung“ wieder in den Zeitungen&Co auftauchen wird. Vorraussagen also, und dann finde ich letzte Woche schon einen link unter Lilas Kommentaren, der es ganz einfach bestätigt:
    http://www.sueddeutsche.de/politik/nach-israelischen-angriffen-palaestinenser-beschliessen-waffenruhe-1.1082757
    (Du brauchst eigentlich nur den Titel und den einführenden Absatz lesen…)

    Nuja, bei aller verletzten Eitelkeit, die das bedeutet, aber besonders helle muß man für solche Vorhersagen wohl nicht sein. Mir kommt es manchmal so vor, als ob ich schlicht nicht glauben kann, was in den Medien, hier dann eben die „Sueddeutsche“, geschieht.

    Jetzt übertreibe ich(?), aber Benz hat uns gelehrt, daß Vergleiche zulässig sind, selbst wenn sie ein „moralisches Hinken“ (ich glaube in der Wortwahl ist das nur meine Interpretation) offenbaren.

    Als der Nazi in Deutschland offen mit der Judenhetze in Erscheinung trat, da haben viele Juden das einfach nicht sehr ernst genommen, es ist ja auch absurd!
    Und (!!!), so absurd es ist, es ist nuneinmal geschehen, was geschah…

    Warum also macht die „Sueddeutsche“ das?
    Warum kann ich solche im Prinzip schlimmen Dinge vorhersagen, und es ist, als sagte ich:
    „es kommt ein Tag nach der Nacht“.

    Und wenn Du noch im Bilde bist; Du erinnerst Dich an meinen Literaturtip?
    Edgar Hilsenrath: ‚Nacht‘.
    Ich meine, der Titel war zur Erstpublikation „Nacht Ohne Morgen“.
    Unfreiwillige Ironie? Sarkasmus? ‚Verstecktes‘ Grauen?“

    Warum?

    Vergeltung! Rache!
    Wenn solche Worte in den deutschen Medien auftauchen, um das antisemitische Bild über Juden nachzumalen, bzw die Farben aufzufrischen, immer und immer wieder –Restaurierung des Antisemitismus durch deutsche Medien!-, dann frage ich mich: warum das?
    Juden üben Vergeltung/Rache?
    Oder eben doch eher: Deutsche und Muslime wollen Vergeltung/Rache?
    („Finger-vor-drei-zurück-Theorie“)
    Und wenn ja, wofür?
    Dafür, daß es noch Juden auf dieser Erde gibt?

    Etliche Studien, wissenschaftliche Abhandlungen befassen sich mit dem Antisemitismus-Begriff, ich werde es hier einfach abbrechen.

    Zur Klärung des Begriffs „Vergeltung“ greifst Du auf einen Soziologen zurück.

    „Nach dem Soziologen Richard Thurnwald ist Gegenseitigkeit, die einen Ausgleich zwischen Leistung und Gegenleistung herstellen will, ein Grundaspekt ethischer Gesellschaften und die Basis für jede soziale Vorstellung von Gerechtigkeit.“

    Dabei ist mir etwas interessantes aufgefallen, nämlich ein Unterschied in der Weltbetrachtung zwischen Thurnwald und mir. Es geht um den Terminus „Leistung/Gegenleistung“, ich möchte im Folgenden das implizierte „Geben/Zurückbekommen“ etwas genauer beleuchten, zumal ich die Ausschließlichkeit (oder in modern Poltikersprech“: „Alternativlosigkeit“) in der Wortwahl „für jede“ sehr bemängele.
    Dazu erklärend, Thurnwald befindet sich mit seiner Auffassung ziemlich offensichtlich in seiner eigenen „Vorstellungswelt“, überträgt diese jedoch anscheinend „gedankenlos“ auf jegliche Gesellschaftsform („für jede“).

    Dazu ein Beispiel, und ich frage Dich, würdest Du dem Verfasser folgender Worte eine „soziale Vorstellung von Gerechtigkeit“ absprechen wollen?

    ACHT STUFEN DER WOHLTÄTIGKEIT
    Die allerhöchste Stufe:

    Dem Bedürftigen die Möglichkeit geben, sich selbstständig zu ernähren.
    Die zweithöchste Stufe:
    Wohltätig sein in einer Weise, dass der Spender und der Bedürftige nicht voneinander wissen.
    Die dritthöchste Stufe:
    Der Wohltäter weiß, wem er gibt, aber der Arme erfährt nicht den Namen des Spenders.
    Die vierthöchste Stufe:
    Der Gebende kennt nicht den Namen des Bedürftigen, aber dieser kennt den Spender.
    Die fünfthöchste Stufe:
    Geben, bevor man gebeten wird.
    Die sechsthöchste Stufe:
    Geben, nachdem man gebeteten wurde.
    Die siebthöchste Stufe:
    Zwar nicht ausreichend geben, aber dennoch mit Freundlichkeit.
    Die unterste Stufe:
    Mit Unfreundlichkeit geben.

    (von Rabbi Moses benMaimon/“Maimonides“)

    Wie Du weißt, ist „Wohltätigkeit“ für das Judentum eine der vorrangigen Aufgaben, die ein „Aufrechter“ zu erfüllen hat (wenn es ihm möglich ist).

    Es geht hier um das „Geben“, aber besonders hoch eingestuft ist die Art des Gebens, die ohne „Nehmen“ geschieht.
    Das widerspricht der absoluten Formel, die Thurnwald aufstellt.

    Wenn wir bei Maimonides unbedingt ein „Nehmen“ erkennen wollen, dann ist es ein „Nehmen im Geben“, das „Geben“ alleine ist die „Leistung/Gegenleistung“.
    Es geht hier um ein Geben um des Geben willens!
    Thurnwald kann sich vielleicht nicht vorstellen, daß es solches überhaupt gibt?
    Oder er würde das Nehmen irgendwie mit hereinquetschen, damit die Absolutheit seiner These nicht umfällt?
    Ist er Christ (oder Moslem), daß er so „verabsolutet“?

    Das Geben alleine ist bei Maimonides anscheinend so wichtig, daß ab vierter Stufe der „Beleistete“ überhaupt erst weiß, wer der „Leister“ ist. Der „Beleistete“ würde sehr wahrscheinlich gerne zurückgeben (so spricht Thurnwald sicher auch einen menschlichen „Instinkt“ an, meint er das mit „Ethik“?), aber er wird es sich wohl nicht leisten können, sonst wäre er nicht bedürftig.
    Aber er kann für den Geber zB beten, das ist auch eine gute Sache. Alleine der herzlich empfundene Dank ist schon eine gute Sache, ohne daß das Dankeswort jemals das Gehör des Schenkers erreicht, denn es hat „spirituelle Wirkung“. Aber es hat auch „vernünftige“ Wirkung, zB in Hinsicht auf den „sozialen Frieden“, und darüber hinaus…

    Übrigens, wenn ich jetzt „aus den Fingern“ richtig „sauge“, würde mir auch der Dalai Lama (zB) zustimmen, daß das „Nehmen im Geben“ vernünftig ist. Vielleicht würde er sagen, es ist „freundlich“, Freundlichkeit ist auch vernünftig. Bei den Buddhisten gibt es keine Religion, soweit ich weiß, deshalb ist das, was der Dalai Lama sagt, wenigstens nicht aus dem „religiösen Fundus“.
    Mag er kein Jude sein, nicht einmal religiös, aber was ich von ihm las fand ich gut durchdacht, und er ist bestimmt ein formidabler Diskussionspartner für einen „gelehrten und weisen Juden“ (und was es da noch so geben mag an Weisen unter den Menschen…).

    Warum empfiehlt Maimonides seine Weisen?
    Vielleicht, weil wir uns erinnern: „Gedenke, einst warst du ein Sklave in Mizraim!“
    Das ist ein beliebter Grund für so manche jüdische Wohltat (gerade jetzt zu Pessach), hilft auch gegen Hochmut und manche Eitelkeit dazu…
    Es gibt sicher eine Menge aus der Tore, was man anführen mag, und der rein menschliche Aspekt sollte bei diesem Mann nicht unterschlagen werden.

    Aber, machen wir es kurz, wie wäre das?
    Liebe. Liebe ist der Grund. Liebe zum Menschen, zum Nächsten, zum Juden, zur Schöpfung, zum Leben…Liebe zur Liebe…
    Es handelt sich um die Pflege und das Gedeihen guter Absicht, und das im Einklang mit dem tikkun olam, denn das ist, wenn man so mag, unsere „Aufgabe“ in dieser Welt, diese zu „verbessern“, denn „sie“ ist offenbar nicht perfekt.

    Der Dalai Lama, bzw der Buddhist meint wohl etwas ganz ähnliches, wenn er das „Leid“ (ua) als ein Grundübel bei den Menschen ansieht und daher empfiehlt, Leiden zu vermeiden. Das betrifft gerade auch das Leiden der anderen: wir sollten also durch unser Handeln das Leiden der anderen nicht erzeugen. Und das ist vernünftig, denn wir verstehen aus uns selbst heraus, daß wir niemanden Leid zufügen wollen: oder willst Du (ich) leiden?
    Hillel bestätigt diese Auffassung:
    „Was Du nicht willst, das man dir tu‘, das füg‘ auch keinem anderen zu.“

    Ein Beispiel für Dich. Du hast mir, Yael (usw?) die beiden (schönen) Lieder von Yehudit Ravitz ins Netz gestellt. Du läßt uns teilhaben an einer Erinnerung, eine persönliche Erinnerung, die nur Deine eigene ist (eine berührende Erinnerung muß es sein!), und doch selbstlos, und zusätzlich auf elegante Weise, denn uns allen wohl(die über die Jugend erwachsen sind) ist es -jedem für sich- ein Begriff: die Jugendliebe.
    Was erwartest Du als Gegenleistung?
    Hier also verstehst Du durch Dich selbst, daß die ultima ratio in der These des Thurnwald nicht ganz so „ultima“ ist, wie es im tatsächlichen Leben der Menschen aussieht.

    Thurnwald hat augenscheinlich nur die intellektuelle Ebene im Sinn gehabt, aber Leben ist etwas mehr als nur Verstand, und unsere Gesellschaften funktionieren eben nicht nur über den Verstand.
    Ist „ratio“ möglich ohne „Herz“?
    Ist die „Basis“ beim Thurnwald nicht eher eine „gedankliche Blase“?
    Wir „verbrennen uns am Feuer“ nicht rein theoretisch.
    Trotz der Länge nur in Kürze,
    gebe ich Dir was zu bedenken,
    zu fühlen folgt diesem im Anhang.
    Doch wie Du selbst schon schriebst:
    „Kopf contra Bauch“,
    Herz&Verstand gehören zusammen.

    So also vergelt ich’s Dir!

    Erfolg und Segen/Hals- und Beinbruch, Robert, wünsch ich Dir.

    PS/

    Ein Herzschmerz-Lied für jederfrau findest Du hier

    Raus mit dem Chamez
    (oiwewoi!)
    Etwas zur Einstimmung also.
    Einst ein Volk, das hatte nichts zu geben,
    mußte Spott und Schläge nehmen…

    „Mizraim“,
    das sind auch die Antisemiten, die Judenhasser,
    sie wollen uns stellen und fesseln,
    anprangern für ihren eigenen Schmutz,
    ihren Schmutz an uns vergehen:
    dieser Welt sind sie nur Schaden und Verderben!

    Laßt uns ziehen, es ist nicht zu eurem Schaden.
    Wir gehen Unseren Weg *BaruchHaschem*.
    Soviel Finsternis und Grauen habt ihr über uns gebracht,
    verfolgt uns nicht weiter!

    Moshe emes

  21. yael1 Says:

    Ich habe da noch was zum Begriff Vergeltung:

    http://www.tw24.info/?p=2797

    “Vergeltung”, heißt es in einer Begriffserklärung, sei eine “Reaktion auf eine vorhergegangene Aktion auf Gegenseitigkeit (Reziprozität).

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