Purim

Nach dem Schabbatausgang ist es wieder soweit.
Wir feiern Purim.

Chajm stellt auf seiner Seite eine neue Megillah Esther vor.

Purim Sameach.

5 Antworten to “Purim”

  1. A.mOr Says:

    Ein Fest im Hier und Jetzt – eine Beurteilung.

    Alle jüdischen Feste so auch Purim werden gefeiert als ein „gegenwärtiges“ Ereignis.
    Es ist der Sinn bei einem religiösem Fest, daß die Aspekte, die dieses Fest beleuchten, in der Gegenwart beleuchtet werden.
    Das hat menschliche wie auch religiöse Gründe.

    Im menschlichen Sinne gibt es zu bedenken, daß wir zwar in einer Zeitrechnung leben, diese aber eigentlich in einem bewußten Wahrnehmen verwirklichen. Tatsächlich aber leben wir immer in einem „Jetzt“, sogar unsere Erinnerung hält sich im „Jetzt“ auf und wird nicht erinnert, wenn wir nicht sind. Und immer sind wir nur „Jetzt“. Auch das ist eigentlich ganz bewußt wahrnehmbar und logisch nachvollziehbar, wenn man es eben nur vergegenwärtigen will.
    Unser verehrter Rabbi Hillel läßt sich auch so zitieren: „…und wenn nicht jetzt, wann?“

    Im religiösen Dazunehmen ist zu bedenken, daß wir eben nicht nur „menschliche Apparate“ sind die in „menschlicher Funktionalität“ existieren.
    Selbst, wenn die Wissenschaft es uns manches Mal so erscheinen läßt, so ist auch das kein Widerspruch zur Religiösität, vielmehr ist es eine Ergänzung, die sich ganz logisch aus unserem Geist, unserer Neugier heraus ergibt.

    Das alles ist aber nur möglich, weil, ob wir es wahrnehmen oder nicht, wir beseelt sind.
    In unseren Seelen sind wir alle verbunden mit dem Ursprung unserer Seelen.
    Die Welt ist voller Erklärungen für dieses Phänomen, Philosophen bemühen sich darum, es zu verstehen, aber es gibt eben eine Grenze für unser „weltliches“ Verstehen dort, wo wir zur Religion kommen.
    Wir sind religiös, weil wir glauben – das bedeutet Religion.
    Und SeinName, wir sagen auch Haschem, bedeutet in freier Übersetzung auch „Ich bin, denn ich bin“.
    Wie könnte man Glauben besser erklären?
    Und was ist „jetziger“?

    In diesem Zusammenhang unserer Seelen zu unserem Ursprung, und das ist Unser Schöpfer, befinden wir uns stets im Jetzt, und jedes jüdische Fest kann eigentlich nur dann „richtig“ gefeiert sein, wenn wir es im Jetzt tun, das bedeutet, die Ereignisse, um die es geht, sind nicht vergangen sondern gegenwärtig.

    Wenn wir dieses Wochenende in den Purim hineingehen, dann begegnen wir Ester und Mordechai, wir begegnen Haman und Achaschwerosch (Xerxes), denn sie sind die Hauptfiguren in dem Stück, das wir Purim nennen.
    Sie alle erfüllen bestimmte Rollen, und wenn sie leiblich auch nicht mehr existieren, so existieren die „Rollen“, die sie einst ausfüllten nach wie vor und sie werden je nach Anlaß auch ausgefüllt.
    Auch so erleben wir „Geschichte“ im Jetzt.
    Denn es geht nicht darum festzuhalten und zu dokumentieren, was einst war, sondern zu verstehen was ist.
    Und das geht nur „…wenn nicht jetzt, wann?“

    Und weil unsere Seelen alle verbunden sind in ihrem Ursprung zu Haschem, haben wir die Fähigkeit nicht nur intellektuell dieses Fest im „Jetzt“ zu erleben.
    In der Religion befinden wir uns immer im „Jetzt“, denn Haschem ist Ewiges Leben.

    Dieses Jahr folgt Purim auf einen Sabbat, deshalb ist dieser Sabbat Sachor zu ‚gedenken‘;
    leider müssen wir gedenken dem ‚Amalekit‘, und dieser ist in ‚Haman‘. Dieses tun wir nicht, weil es mal war, sondern auch, weil es mal war und weil es ist.

    Der ‚Amalekit‘ -also diese „Rolle“- wird noch heute ausgefüllt.
    Der ‚Amalekiter‘ ist praktisch jeder, der das jüdische Volk vernichten will, und das ist leider bis auf den heutigen Tag eine Realität, mit der wir umgehen müssen.
    Wir beten und handeln so gut, wie wir können, daß der ‚Amalekiter‘ tatsächlich nur noch Geschichte ist, denn dann wäre ein Schabbat Sachor ein ‚perfektes Gedenken‘, in dem wir frei aufatmen können, daß uns keiner mehr nach dem Leben trachtet.
    Wird dieses jemals geschehen?
    Es wird.

    Aber jetzt ist es noch leider so, daß der ‚Amalekiter‘ Gegenwart ist.
    Und trotzdem, wir werden auch dieses Purim feiern, wie wir den Amalekiter Haman besiegen, hier und jetzt, und sooft, wie es nötig sein wird, „..wenn nicht jetzt, wann?“

    Schabbat Schalom und Purim Sameach!

  2. Rika Says:

    Purin Sameach, Yael!

  3. A.mOr Says:

    Ach, übrigens, schon etwas spät, aber Danke für diese Megille!!

  4. mishehu Says:

    Lese gerade „Das Dritte Reich und die Juden“ von Saul Friedländer. Bilder von einer Purim-Feier, wie hier

    https://picasaweb.google.com/fundacjashalom/WielkiBalPurimowyTeatrZydowski19032011#5586530323479402546

    im jüdischen Theater in Warschau wirken auf mich gerade irgendwie unwirklich.

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