Christenverfolgungen im Mittleren Osten

Ich möchte einen ganz besonderen interessanten Artikel von Chaim Noll über Christenverfolgung im Nahen und mittleren Osten empfehlen.
Dass es diese Verfolgungen nicht erst seit gestern gibt, weiß man, wenn man es wissen wollte, aber erst der Anschlag in Ägypten auf die christlichen Kopten lässt die Mehrheit der Schreibenden und manchen Politiker erst wach werden.

Dass ein ägyptischer Juraprofessor namens Selim al-Awwa den Mossad
beschuldigt, das Attentat verübt zu haben, verwundert sicher nicht wirklich, denn der Mossad ist ja sogar für Haiattacken verantwortlich und schickt sogar Geier um Saudi-Arabien auszuspionieren.
Wahrscheinlich handelt es sich um diesen:

Derselbe Juraprofessor behauptete auch, „die Kopten versteckten in ihren Kirchen geschmuggelte Waffen.“ Dass durch solche kriminellen Knallköpfe eine pogromartige Stimmung zustande kommen kann, ist beabsichtigt. Solche Schreibtischtäter haben diese Anschläge ebenfalls zu verantworten.

Nun zu Chaim Noll:

Die Verfolgung der Christen im Mittleren Osten verursacht in Europa bisher wenig öffentliche Bewegung. Seit Jahrzehnten nimmt man den Vorgang hin, im Libanon, in den Palästinensergebieten, in der Türkei, im Irak. Einige Menschenrechts-Organisationen, christliche Gruppen und Mittelost-Experten beobachten das Geschehen.

[…]

Europa, inzwischen selbst von wachsenden islamischen Bevölkerungen bedrängt, täte gut daran, seinen Sinn für Solidarität zu entwickeln, ein Zeichen zu setzen, aktiv zu helfen. Das Schicksal der irakischen Christen ist ein Menetekel für Europa. Anfänge der Diskriminierung von Christen gibt es längst in Europa selbst, in jenen Gegenden, Stadtvierteln und Orten, wo Muslime schon heute die Mehrheit stellen.

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5 Antworten to “Christenverfolgungen im Mittleren Osten”

  1. dawarischon Says:

    Gefällt mir…

  2. Markus Says:

    Gehen brennende Dönnerbuden und Hetzjagden in Müngeln etwa auch auf islamische Migranten zurück?

    Außerdem grenzt die Behauptung, dass Migranten in Europa schon fast in der Überzahl sind an Paranoia.

    Ghettos sind ein Problem der Großstädte. Die Armutsrate ist z. B. in Berlin auch bei Einheimischen sehr groß. Das Gleiche gilt für die Kriminalitätsrate.

    In Karlsruhe, einer mittelgroßen deutsche Stadt, bin ich jedenfalls nie über Kopftücher oder Moscheen gestolpert. Und die Muslime, die ich dort kennen gelernt habe, waren alle modern gekleidet und hatten gute Jobs.

    Vielleicht ist alles eine Frage der selektiven Wahrnehmung🙂

    Was den Mossad angeht, so kann man ihm sicherlich nicht für alles die Schuld geben. Aber es ist durch eine Vielzahl nachgewiesener Fälle bekannt, dass der Mossad der Geheimdienst mit den meisten „Lizenzen“ ist. Man mag nur einmal daran denken, was sich in Europa nach den Olympischen Spielen 1972 abgespielt hat. Spielberg lässt grüßen!

    Das mit der Christenverfolgung im Mittleren Osten mag durchaus wahr sein und man sollte es kritisieren. Ich frage mich nur, warum jetzt alle plötzlich mit diesem Thema kommen, wenn die Spannungen mit den Muslimen am stärksten sind. Das wird doch nicht etwa Methode haben?

    • yael1 Says:

      „Gehen brennende Dönnerbuden und Hetzjagden in Müngeln etwa auch auf islamische Migranten zurück?“

      Gehen die Verfolgungen von Christen in islam. und komm. Ländern nicht etwa vor allem auf Seiten der isl. und kommunistischen Staaten zurück? Ich meine nicht die ganz „nomale“, wie auch bei uns vorkommende Diskriminierung, sondern eine staatlich geförderte und gewollte.

      Methode? Nein, nur wird endlich mehr darüber berichtet, früher wurde das eher unter den Teppich gekehrt. Wenn man wollte, konnte man es wissen. Man muss eben nur wollen und nicht verharmlosen. Schade, dass du das so beindruckend auch tust. Die Verfolgung der Kopten in Ägypten zum Beispiel ist keine Neuerscheinung.
      Das betrifft auch andere Nichtmuslime, Bahai etwa http://www.wadinet.de/blog/?p=3344, wenn einem die Christen schon so egal sind, von Juden will ich gar nicht erst anfangen.

      „Das mit der Christenverfolgung im Mittleren Osten mag durchaus wahr sein“

      Mag durchaus wahr sein? Das ist nicht dein Ernst, denn es mag nicht nur, es ist so. Es gibt sie schon sehr lange, man musste es nur zur Kenntnis nehmen, was auf die Mehrheit eben nicht zutrifft.

      Und ich sagte ja, der Mossad hat sowieso überall sein Finger im Spiel und schickt überall seine Todesschwadrone hin. Jetzt eben sogar durch einen Gier. Leider hast du meine Ironie nicht verstanden.

      „Dass Christen verfolgt werden, wollen manche hierzulande nicht wahrhaben. Lieber verharmlosen sie das Attentat auf die Kopten Ägyptens. Eine Kumpanei mit den Tätern auf Kosten der Opfer.
      Wer wen bedroht, ist keine Frage der Wahrnehmung. Im Falle der verfolgten Christen fällt es manchen Zeitgenossen schwer, zwischen Tätern und Opfern zu unterscheiden. Obwohl es ganz einfach ist. Vielleicht zu einfach.
      Diese Art der Verharmlosung hat einen Namen: Kumpanei mit den Tätern auf Kosten der Opfer. Dabei ist die Sache einfach. Man muss sich nur fragen: Werden in christlichen Ländern Muslime an der Ausübung ihrer Religion gehindert, Moscheen abgefackelt, Häretiker drangsaliert und Konvertiten mit dem Tode bedroht? Oder ist das eher die Erfahrung von Christen, die das Pech haben, im Irak, in Pakistan und in Nigeria zu leben? Vermutlich ist eine solche Überlegung zu einfach, nichts für sensible Differenzierer, die auf die Frage nach der Uhrzeit mit der Geschichte des Chronometers antworten, wie ein anderer Berliner Autor, der die Lage der christlichen Minderheiten in Ländern wie Ägypten und Irak “schwierig, sogar dramatisch” nennt, zugleich aber davon abrät, von einer “Christenverfolgung” zu sprechen, denn: “Das Wort von der Christenverfolgung setzt ihr Schicksal aber mit dem der frühen Christen gleich, die im Römischen Reich einst verfolgt, gekreuzigt oder den Löwen zum Fraß vorgeworfen wurden.
      http://www.welt.de/print/die_welt/debatte/article12100972/Den-Loewen-zum-Frass.html

      Wo Christen am schlimmsten verfolgt werden

      http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,737920,00.html

      Die Diskriminierung und Verfolgung von Christen im Nahen Osten hat eine ebenso lange und verhängnisvolle Geschichte wie die Gleichgültigkeit des Westens.

      http://jungle-world.com/artikel/2011/02/42417.html

  3. yael1 Says:

    Jetzt werden uns schon Denkverbote auferlegt und dazu von einem Verein, dessen ich nicht einmal angehöre:

    „Niemandem steht es zu, eine Religion zu kritisieren und zu bewerten, ob sie eine Aufklärung nötig hat oder nicht“, sagte ZMD-Generalsekretärin Nurhan Soykan.

    Eine Offenbarung, die diese Dame da propagiert. Von Meinungsfreiheit in einer Demokratie scheint die nichts zu halten.

  4. Markus Says:

    „Werden in christlichen Ländern Muslime an der Ausübung ihrer Religion gehindert, Moscheen abgefackelt, Häretiker drangsaliert und Konvertiten mit dem Tode bedroht?“

    Wie man’s nimmt… mit der Bauweise von Moscheen und mit Burkas hat man ja schon damit angefangen. Außerdem will Wilders eine Kopftuchsteuer einführen. Zumindest Letzteres kann man wohl als sehr zynisch bezeichnen. Sollen dann eigentlich auch holländische Großmütter mit Kopftuch in ländlichen Gegenden besteuert werden?🙂

    Moscheen haben meines Wissens in Deutschland noch nicht gebrannt, aber Asylantenheime und Dönerbuden, sowie ganz früher auch Synagogen…

    Heutzutage endet die christliche Toleranz da, wo sie sich in Nordirland gegenseitig umbringen oder in den USA Abtreibungsärzte um die Ecke bringen.

    Last but not least hat auch George Bush einen „Kreuzzug“ geführt, bei dem er Millionen Unterstützer hatte.

    Es hat eben alles zwei Seiten…

    Da ich getaufter Christ bin, denke ich, wer die Welt ändern will, sollte erst mal bei sich selbst anfangen.

    So wie Michael Jackson einst gesungen hat, „Man In The Mirror“🙂

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