Ohne Kommentar

Was geht es mich an?

Wahnfried:
4. August 2010 um 17:43

[…]

Ich kann ja verstehen, daß der Antisemitismus für euch als Juden ein echtes Problem ist, aber wo ist da eigentlich die Relevanz für mich, als nicht-jüdischen Deutschen? Mir schadet der Antisemitismus überhaupt nicht. Wieso sollte er mich also kümmern?

Wenn die halbe Welt euch hasst und verachtet, dann haben diese Personen entweder einen guten Grund oder Hirngespinste.

[…]

————————————

„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich nicht protestiert; ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“

Martin Niemöller

4 Antworten to “Ohne Kommentar”

  1. Johannes Says:

    So ist das.

  2. Markus Says:

    Hallo Yael!

    Ein sehr schäbiger Kommentar von Wahnfried, mit einem fast bezeichnenden Namen. Aber so ist heutzutage leider die Welt: Zu Viele kümmern sich nur noch um ihren eigenen Mist.

    Wahnfrieded vergisst wohl, dass Antisemiten oder Rechtsradikale meist auch andere ethnische Minderheiten hassen. Und nicht nur das: Bei den Nationalisten gilt auch das Recht des Stärkeren bzw. der Rücksichtslosen.

    Daher wurden viele Deutsche im Dritten Reich als „undeutsch“ ausgegrenzt, was letztendlich den Niedergang des gesamten Systems zur Folge hatte.

    Je mehr Einigkeit es in einer Nation gibt, je Stärker das Land.

    Gruß Markus

    • yael1 Says:

      Schön mal wieder von dir zu hören.

      Was die Wahnfrieds dieser Welt betrifft, ist es immer so, dass sie erst munter werden, wenn es sie selber betrifft. Nur dann ist es eben immer zu spät.

      Schönes Wochenende!

  3. Indy Says:

    Eine Weile musste ich jetzt suchen, um das Zitat ausfindig zu machen. Vielleicht könnte man zynisch hinzufügen, das die Wahnfried’s dem Antisemitismus solange die kalte Schulter zeigen, bis er sie zu Arisierungsgewinnlern macht …

    Den Kommentar eines gewissen Manfred’s halte ich aber auch für wahnhaft-paranoid: Homosexualität bildet sich nicht als natürliche sexuelle Identität heraus -„Jugendliche (werden) systematisch (dazu) ermutigt“, als wäre es ein beliebiger Trend; mal davon abgesehen das im demographischen Überlebenskampf des deutschen Volkes wohl bald Abstriche gemacht werden müssen, da „Homosexualität eine in jeder Hinsicht gleichberechtigte Lebensform“ nicht sein kann, weil „sie das für ein Volk, das auch in Zukunft existieren möchte, erst recht für eines, das sich in einer demographischen Krise befindet, schlicht und einfach nicht sein kann“ – ob jetzt ein Verbot der Schwulen-Ehe die Gebärfreudigkeit deutscher Frauen eher anregt als eine kinderfreundlichere Sozialpolitik, steht noch zur Diskussion.

    Ohnehin ist es eine Krux mit den Deutschen: auf der einen Seite kriegen sie zu wenig Kinder – auf der anderen sehen sie „der multikulturellen Entdeutschung des eigenen Landes“ tatenlos zu. Naja, zumindest dann, wenn sie gerade nicht der „neurotischen Selbstverdächtigung“ nachgehen. Oder, ich korrigiere mich erneut, zumindest der Teil, der noch an Selbstverdächtigungen denkt und nicht gleich ohne große Umschweife den wahren Nazi-Übeltäter ausmacht: „Eine Studie des Bielefelder Instituts für Konflikt- und Gewaltforschung von 2004 hat ergeben, dass über zwei Drittel der Deutschen glauben, Israel führe einen ‚Vernichtungskrieg‘ gegen die Palästinenser. Und 51,2 Prozent stimmten der Aussage zu: ‚Was der Staat Israel heute mit den Palästinensern macht, ist im Prinzip auch nichts anderes als das, was die Nazis im Dritten Reich mit den Juden gemacht haben.'“

    (http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=me&dig=2010%2F08%2F09%2Fa0108&cHash=539fc959ae).

    Jetzt so zu tun die Deutschen kämen vor Schuld & Sühne nicht mehr in den Schlaf und es wäre der Kern ihres nationalen Bewusstseins, ist ein ähnlich solches Hirngespinst, wie jenes, sie wären kollektiv rassistisch. (Aber es gibt auch Tendenzen, die sind nicht unbedingt erfreulich: http://lindwurm.wordpress.com/2010/10/13/deutschland-sucht-den-superfuhrer-2/ – auch sollte man hier anführen, das „die“ Deutschen selbst vor ein paar Monaten nicht verlegen waren, den deutschen Dreifarb massenweise rauszuholen und weltweit beliebt sind: http://www.tagesspiegel.de/politik/international/deutschland-ist-image-weltmeister/1202326.html)

    Für manche gehört das „Bekenntnis zur deutschen Schuld“ aber tatsächlich zu den Basics ihrer linksliberal-gutmenschlichen Überzegungen – um von der Rampe von Auschwitz den Brückenschlag ins „größte Freiluftgefängnis der Welt“ nach Gaza zu bauen. Es ist ihnen ins Blut übergegangen, das die Pflichten, die die eigene Geschichte auferlege, an der Seite der „Opfer der Opfer“ zu erfüllen wären – schließlich haben diese kriegerischen Juden aus Auschwitz die falschen Lehren gezogen, da sie es sich doch erdreisten, statt mit PACE-Fahnen und europäischer Friedfertigkeit, militärisch gegen den benachbarten Antisemitenvolkssturm vorzugehen. Für solcherart Ideologen ist Auschwitz die Rechtfertigung für bedingungslosen Pazifismus und sie instrumentalisieren es für ihren Antisemitismus.

    Zumindest treffe ich das immer häufiger bei sogenanten Progressiven an.

    Seine Stammesmentalität finde ich auch grenzwertig:

    Zuwanderung ist das Problem, eine Kritik daran kann ein Deutscher schon gar nicht mehr formulieren, schließlich haben ihm „die Eliten“ den Schuldkult psychologisch eingehämmert und er würde sich selbst des Rassismus bezichtigen. Zur Verhinderung des demographischen Wandels würde man die Schleusen öffnen. Was ist so schlimm daran einen bürgerlichen Begriff von „Volk“ an den Tag zu legen und die Summe aller Menschen eines Lande herkunftsunabhängig darunter zu verstehen, statt in völkischem Dünkel, ethnische Zugehörigkeit als oberstes Merkmal von Volkszugehörigkeit auszugeben? Ist eine politische Loyalität zu einem Staat, seinen Grundwerten und Institutionen herkunftsabhängig? Kann ein Türken- oder Araberkind (und wir reden hier doch nicht insgeheim von Asiaten oder Italienern) keinen guten Deutschen abgeben und den demographischen Wandel durch biologische Reproduktion stoppen – oder sind die Grundvorraussetzung dafür ein urdeutsches Elternhaus?

    Er redet von der „Unvereinbarkeit“ der Kulturen – das stelle ich nichtmal in Abfrage: zwischen westlichen und islamischen Wertevorstellungen gibt es erhebliche Unterschiede, zwischen der liberalen Prämisse der Freiheit des Individuums und dem autoritären Gemeinschaftssinn islamischer Parallelgesellschaften darf es keinen Konsns geben. Ehrenmorde, Zwangsheiraten, Antisemitismus, Homophobie, Frauenfeindlickeit usw. usf. sind keine Erfindungen „islamophober“ Zeitgenossen, die die „Religion des Friedens“ in Mißkredit bringen wollen, sondern reale Probleme.

    Aber: Den Islm definiert der Linke gerne nach seinen romantischen Multikulti-fantasien. Eine Kritik, generell an Kulturen, lässt er nicht zu, eine dezidierte am Islam schon gar nicht – stattdessen sucht er zur Relativierung nach Äquivalenten, die an den Haaren herbeigezogen sind. Es ficht ihn auch nicht besonders an, wenn diese Kultur nicht konform zu den Menschenrechten des Einzelnen geht, schließlich stellt er das Kollektiv über das Individuum. Die Freiheit des Kollektivs ist ihm die am verteidigenswerteste, selbst wenn es die Unfreiheit des Subjektes intendiert. Im Falle des Islam sind ihm die (ex-) moslemischen Kritiker dessen, lästig, er verspottet sie als „Aufklärungsfundamentalisten“ oder „Frauen des weißen Mannes“, und kanzelt sie, weil sie die Mißstände dieser Kultur kritisieren sogar als Rassisten ab.

    Der Rechte sieht den Moslem als starre Charaktermaske einer barbarischen Kultur, die er verinnerlicht hat und die ihm unabänderlich ist. Dagegen kann man wohl nicht mehr tun als die Kultur gleich auszusperren.

    Auf die Universalität der liberalen Freiheiten besteht dabei keiner mehr: die einen wollen im Verbund mit Ayaan Hirsi Ali, Necla Kelek & Seyran Ates die Freiheit, auf die man selber pocht, gar nicht erkämpfen & teilen – schließlich wäre das Ausdruck einer westlichen Dominanzkultur, Vereinheitlichung von Kulturen und für die Zuwanderer unerträglich. Die anderen halten zwar einiges auf die drei Genannten – aber allein um sich zu bestätigen, das man, um der aliberalität des System Islam Herr zu werden, und der Verhinderung des Szenarios vom Untergang der eigenen Kultur, zu Einwanderungsstopp & Abschiebung greifen müsse.

    Und wer so redet …

    „Der Schuldkult ist also Teil eines Völkermordes mit anderen Mitteln. Die Nazis mit ihren Einsatzgruppen und Gaskammern waren in jeder Hinsicht blutige Amateure des Genozids, verglichen mit Ideologen, die ganze Völker dazu bringen, den Autogenozid zu wollen.“

    … also den realen physischen Völkermord an den Juden in Analogie zu seinem imaginierten Völkersterben durch Einwanderung, die die Völker in ihrer biologischen Substanz schwächt, (zumindest habe ich das implizit so verstanden), ist untragbar.

    Aber das kennen wir auch so von den Nazis – der Schuldkomplex durch den Holocaust entmündigt, nationale Wehrhaftigkeit geht ihnen ab, Ausländerflut bedroht Deutschland’s Überleben… bla bla bla

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