Der Beschluss des deutschen Bundestages vom 30. Juni 2010

Eigentlich haben verschiedene Blogs zum unsäglichen Beschluss des Bundestages gegen Israel das meiste schon geschrieben. Einen möchte ich doch besonders hervorheben, der deutlich macht, welche Gräben Deutsche wieder einmal hinterlassen.
Lest ihn und verteilt ihn an andere weiter.

Ich klage an: Den Deutschen Bundestag

Es ist bezeichnend, dass es 64 Jahre gebraucht hat, bis der Deutsche Bundestag in der Lage war, seine Reihen über alle ideologischen Differenzen hinaus zu schließen. Bei diesem Tempo dürfte es schon im Jahre 2074 soweit sein, dass der Deutsche Bundestag einen einstimmigen Beschluss zur Hamas oder dem Diktator Ahmadinedschad fasst.

[…]

Wer so etwas in seine Charta schreibt, darf mit Fug und Recht ein Nazi genannt werden. Ja, die Hamas sind die Nazis von heute, sie wollen es sogar sein. Sie stellen sich ganz bewusst in die Tradition der Muslimbruderschaft, die vor 75 Jahren die Nazis für sich entdeckt hat. Diese muslimischen Nazis hassen Juden und wünschen sich nichts mehr als ihre Vernichtung.

Sie haben Juden schon gehasst, bevor es die Blockade gegen den Gazastreifen gab.
Sie haben Juden schon gehasst, bevor der Gazastreifen von Israel besetzt wurde.
Sie haben Juden noch gehasst, nachdem der Gazastreifen geräumt wurde.
Sie haben Juden gehasst, bevor israelische Siedlungen gebaut wurden.
Sie haben Juden gehasst, nachdem israelische Siedlungen geräumt wurden.
Sie haben Juden gehasst, bevor Israel angefangen hat, sich zu verteidigen.
Sie haben Juden sogar schon gehasst, bevor es Israel überhaupt gab.

Für diese Nazis ist es egal, was Israel tut oder unterlässt, denn die pure Existenz von Juden ist schon ein Problem für sie. Nichts kann diesen Judenhass stoppen oder mildern, nichts ausser Wehrhaftigkeit.

[…]

Drei Deutsche Bundestagsabgeordnete haben ein Terrornetzwerk unterstützt, das die Vernichtung der Juden fördert und fordert. Im Anschluss daran hat der Deutsche Bundestag einstimmig einen einseitigen Beschluss zur Forderung der Maßregelung des Israelischen Staates durch die deutsche Bundesregierung gefasst, statt sich kritisch mit der eigenen Schuld an dem Verlust von den neun Menschenleben auseinanderzusetzten.

Ich klage an: Den Deutschen Bundestag, der Mitschuld und Verantwortung trägt an den tragischen Ereignissen vom 31. Mai 2010. Hätte die Flotte mit den drei Deutschen Bundestagsabgeordneten ihre propagandistische Reise gegen Israel nicht unternommen, so würden die neun Opfer heute noch leben!

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6 Antworten to “Der Beschluss des deutschen Bundestages vom 30. Juni 2010”

  1. Markus Says:

    Hallo Yael!

    Ich möchte Dir nicht den Wind aus den Segeln nehmen, aber: Der selbst denkende Mensch muss nichts kopieren, sondern kann Zusammenhänge mit seinen eigenen Worten wiedergeben.

    Deine überwiegend berechtigten Denkanstösse vergräbst Du leider mit teilweise aggressiver Polemik.

    Ohne Zweifel, die Hamas sind eine Terrororganisation und antisemitisch, aber sie waren nicht schon immer die palästinensische Vertretung. Arafat war zwar auch umstritten, aber kompromissbereiter als die Hamas. Trotzdem haben Israelis bei seinem Tod auf den Straßen getanzt. Somit könnte man den Eindruck gewinnen, dass es einigen Israelis egal ist, für wen sich die Palästinenser entscheiden. Anscheinend war der Grund für die Selbstmordattentäter wohl doch nicht bei Arafat allein zu suchen…

    Darüber hinaus lehne ich Nazivergleiche, egal welcher Art, sowieso ab. Die Nazis waren in ihrer Bösartigkeit in der Geschichte einmalig. Daher ist auch jeder Vergleich von Israel mit den Nazis antisemitisch. In der politischen Diskussion wird „Nazi“ meist nur als Kraftwort gebraucht und ist somit unsachlich, unnötig und nichts sagend. Was die Hamas angeht, so ist sie antisemitisch aus eigener Überzeugung!

    Es darf aber auch nie vergessen werden, dass Israel all seiner Friedensbemühungen zum trotz am umstrittenen Siedlungsbau festhält. Dies wird sogar von Barak Obama missbilligt, einem echten Freund Israels. Mit Avigdor Lieberman gibt es zumindest auch einen radikalen und islamfeindlichen Politiker in der israelischen Regierung. Dieser diskriminiert sogar Israelis, die arabischer Herkunft sind. Dies ist eine Haltung, die auch in Israel auf viel Ablehnung
    stößt.

    Wissenswertes zu Lieberman: (http://de.wikipedia.org/wiki/Avigdor_Lieberman)

    ***Schon kurz nach seiner Einwanderung aus Moldawien soll er als Mitglied der rechtsradikalen Studentengruppe Kastel auf „Araberjagd“ gegangen sein, um Palästinenser mit Fahrradketten und Stacheldraht zu verprügeln.

    Seit 2002 forderte Lieberman die israelische Armee dazu auf, in Gaza »keinen Stein auf dem anderen zu lassen« und auch zivile Ziele wie Geschäfte, Banken und Tankstellen „dem Erdboden gleichzumachen“.***

    Liebe Yael, es wundert mich auch, warum die Flottensendungen nach Gaza insgesamt als terroristisch darstellst. Es ist nur auf einem Schiff zu einem Zwischenfall gekommen, wo die Umstände immer noch nicht genau geklärt sind. Auf dem Schiff waren zahlreiche Prominente und drei Abgeordnete der Linken. Um eine Terrororganisation zu unterstützen gehört aber etwas mehr dazu, als an einer humanitären Aktion teilzunehmen, bei der die Hamas selbst nicht als Veranstalter auftritt. Schließlich müsstest Du allen Passagieren nachweisen, dass das Ziel der Aktion nicht humanitäre Hilfe war, sondern israelische Zivilisten zu töten. Ansonsten würde ich lieber davon reden, dass ein paar Antisemiten den Zwischenfall gegen Israel instrumentalisieren wollten. Mit zu weit gefassten Rundumschlägen erreicht man in der politischen Diskussion nämlich eher das Gegenteil.

    Zu guter Letzt hatte Israel nach dem Zwischenfall und der internationalen Kritik die Gaza-Blockade freiwillig gelockert. Könnte das etwas mit Einsicht zu tun haben?

    Somit komme ich zum Ergebnis, dass Israel nicht nur besser ist als die Antisemiten sagen, sondern auch weit humaner als es selbst von pro-israelischen Aktivisten behauptet wird. Israel ist eben nicht nur ein Land der Stärke, sondern auch eine echte Demokratie. Demokratie heißt aus Fehlern lernen 🙂

    Gruß Markus

  2. yael1 Says:

    Markus, erst einmal entscheide ich, was ich schreibe oder reinstelle. Ich habe leider nicht so viel Zeit ellenlange Artikel zu schreiben (zumal bei der Hitze, bei der ich eh kaum noch denken kann), und „Tapfer im Nirgendwo“ genau das wiedergibt, was ich denke und ich daher nichts weiter dazu eigenes zu sagen habe.

    Israelis sind genauso wenig gleichdenkend oder gleichhandelnd wie andere Menschen.
    Ich will hier nicht darüber debattieren, wer wann wo auf der Straße getanzt hat. Da kann ich dir ellenlange Artikel über tanzende Palästinenser reinstellen, die tanzten, wenn Israelis starben, wie sich einige freuten, die dabei waren, als israelische Soldaten 2000 gelyncht wurden oder wie sie nach dem 11. September 2001 auf den Straßen getanzt haben.

    Und was Arafat betrifft, hat er, was sehr bekannt ist, in arabisch das Gegenteil gesagt, was er in Englisch sagte.

    Ein Beispiel? Gern:

    http://www.nicht-mit-uns.com/nahost-infos/texte/4mdahlan.html#2

    Das Arafat die 2. Intifada initiiert hat, ist auch bekannt. Ich war zu dieser Zeit in Israel und habe die Selbstmordanschläge und die Intifada hautnah mitbekommen.

    Obama sehe ich weitaus kritischer als du. Als einen Freund Israel sehe ich ihn sicher nicht.

    Schau mal hier wen Obama finanziell so unterstützt:

    Abgeordnete der Republikaner hatten Obama vergeblich daran zu hindern versucht, amerikanische Steuergelder an die berüchtigten Gaddafi-Stiftungen zu überweisen.

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/udo-ulfkotte/obama-finanziert-israel-gegner-amerikanische-steuergelder-fuer-die-gaddafi-stiftung.html;jsessionid=02D6102F28162F19CB105FBE3055AF12

    Ein Freund Israels sieht anders aus.

    Ich bin kein Freund Liebermanns, aber ihn ständig als rechtsradikal oder faschistisch zu deklarieren, passiert vor allem auffallend in Deutschland (Nazivergleiche en masse).

    Übrigens wird die Flotte nicht insgesamt als terroristisch bezeichnet, sondern die Organisatoren und einige Aktivisten an Board, die auf Gewalt aus waren. Denen ging es nicht um humanitäre Hilfe, sondern um Israel zu provozieren. Daran gibt es nichts zu deuteln. Auch darüber findest du hier z.B. viel Belege.
    Sogar die Linke Politikerin Pau sieht das nicht anders:

    Pau kritisiert Parteifreunde für Teilnahme an Gaza-«Solidaritätsflotte»

    Die Linken-Politikerin Petra Pau kritisiert ihre Parteikolleginnen Annette Groth und Inge Höger, die sich an der internationalen Gaza-«Solidaritätsflotte» beteiligt hatten. Das Nachrichtenmagazin «Focus» berichtete vorab, Pau habe in einem Brief an die Jüdische Gemeinde Bremen geschrieben, zu dem Bündnis habe mindestens eine türkische Organisation gehört, «die in einem pro-faschistischem Ruch steht». Außerdem sehe die Bundestagsvizepräsidentin Judenhass als Folge der Aktion, die Ende Mai Hilfsgüter in den blockierten Gazastreifen bringen wollte. «In Internet-Blogs feiert der Antisemitismus sprunghaft Urständ», wurde sie im Magazin zitiert.

    Pau beklagte dem Blatt zufolge, die Aktion habe letztlich die Hamas gestärkt, die im Gaza-Streifen regiert. «Niemand, der ernsthaft an einer friedlichen Lösung des Nahost-Konfliktes interessiert ist, sollte das wollen oder in Kauf nehmen, zumal dies auch keine Hilfe für die Palästinenser ist», schrieb sie.

    Das Magazin schrieb, einige Teilnehmer der «Free Gaza-Flottille» gehörten der türkischen Partei der Großen Einheit (BBP) an, die vom Berliner Verfassungsschutz als extrem nationalistisch eingestuft werde. Pau habe geschrieben: «Damit dürfen sich Linke nicht gemein machen und schon gar nicht – im Wortsinne – in einem Boot sitzen.»

    http://www.ad-hoc-news.de/pau-kritisiert-parteifreunde-fuer-teilnahme-an–/de/News/21466987

    Ich persönlich habe Probleme mit der Blockade, ich habe aber kein Lösung was man tun kann, damit Israel vor Terrorismus aus Gaza geschützt ist und gleichzeitig die Palästinenser versorgt sind (an denen die Hamas kein Interesse hat, da sie wiederholt Lebensmittel vernichtet und die Güter der Flotte nicht in den Gaza übernehmen wollten).

    Wenn du meinst, ich bin aggressiv-polemisch, sind das nicht die richtigen Worte. Ich bin wütend und entsetzt was in den letzten Wochen in Deutschland passiert, wo selbst der deutsche Bundestag Israel offen mit Füßen tritt und ins Gesicht spuckt.
    Eine andere, sehr seriöse Bloggerin, drückt es drastischer aus: „Dem Bundestag kann die Auflösung Israels nicht schnell genug gehen.“ Da ist leider etwas Wahres dran.

  3. grenzgaenge Says:

    Der Text ist wirklich sehr gut. Habe ich auch bei mir eingestellt, zusammen mit dem Text von Broder zu diesem unseligen Beschluss des Deutschen Bundestages.

    Ich war völlig überrascht heute das hier zu lesen …

    http://www.pressrelations.de/new/standard/result_main.cfm?aktion=jour_pm&r=417592

    Es gibt immer noch Zeichen und Wunder. Nur, wie passt es zusammen einen Hamas Spendeverein zu verbieten und gleichzeitig die Gaza Blockade (Eine Selbsterteidigungsmassnahme Israels !!!) zu verurteilen ? Das scheint mir nicht sehr durchdacht zu sein …

  4. Markus Says:

    ***Markus, erst einmal entscheide ich, was ich schreibe oder reinstelle. Ich habe leider nicht so viel Zeit ellenlange Artikel zu schreiben (zumal bei der Hitze, bei der ich eh kaum noch denken kann), und „Tapfer im Nirgendwo“ genau das wiedergibt, was ich denke und ich daher nichts weiter dazu eigenes zu sagen habe.***

    Sorry, das war ein Missverständnis. Ich dachte, der Aufruf ist von Dir. Allerdings bin ich generell der Meinung, dass Aktionstexte mit Darlegung der eigenen Meinung interessanter sind. Ausnahmen sind natürlich kein Offizialdelikt 🙂

    „Dem Bundestag kann die Auflösung Israels nicht schnell genug gehen.“

    Das ist der Prototyp einer polemischen Äußerung: Eine erwiesen unwahre Behauptung wird als Stilmittel der Übertreibung eingesetzt.

    Sachlich wäre hingegen, der Bundestag unternimmt zu wenig zum Schutz Israels.

    Ich denke mit der zweiten Variante könnte man mehr Leute für Deinen Denkanstoß gewinnen. Denn warum sollten sich Deutsche, egal welcher Glaubensrichtung, den Schuh anziehen, antisemitisch gewählt zu haben?

  5. yael1 Says:

    Da haben wir wohl aneinander vorbeigeschrieben, ich dachte, es wäre deutlich, dass ich einen anderen Blogger verlinkt habe.

    „Denn warum sollten sich Deutsche, egal welcher Glaubensrichtung, den Schuh anziehen, antisemitisch gewählt zu haben?“

    Ich glaube, das ist ein Missverständnis. Klar haben Deutsche nicht antisemitisch gewählt. Es wusste ja keiner, dass so etwas entstehen könnte. Diese Einseitigkeit erstaunte mich bei einigen Parteien aber doch sehr (außer der Linken/SED).
    Zumal alle Parteien der gleichen Meinung im BT waren (da hätte ich ja auch antisemitisch gewählt).
    Mich würde schon mal interessieren, wie andere Länder reagieren würden, hätten sie Staaten um sich herum, deren einziges Ziel die Vernichtung eines Landes wäre. Die USA würden in diesem Fall ganz sicher viel radikaler handeln, ob mit oder ohne Obama.

    Du magst Recht haben, dass die Äußerung dem Bundestag ginge die Auflösung Israels nicht schnell genug, polemisch ist, aber gerade bei jemanden, der an Israel so einiges zu kritisieren hat, lässt mich das mehr aufhören, als bei jemanden, der alles was Israel tut als richtig ansieht. Es ist übrigens keine Jüdin, die aber in Israel mit einem Israeli verheiratet ist und mehr mitbekommt als wir in Europa.

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