Paraschat Behaalotcha

„Und es geschah, wenn die Lade aufbrach …“

Mit anderen Worten: diese Passage stellt ein eigenes Buch dar und teilt Bamidbar in drei Bücher. Das macht zusammen mit den anderen vier Büchern der Tora sieben. Aber es bleibt uns noch immer zu entdecken, warum ausgerechnet diese Stelle so besonders bekennzeichnet wurde. Sehen wir uns zuerst die beiden Verse an: Moses‘ Anrufung des Ewigen, sich zu erheben, wenn die Lade aufbricht und einzukehren, wenn sie sich niederlässt, erweckt den Eindruck, Moses habe das Aufbrechen und Niederlassen der Lade bestimmt. Dem widerspricht jedoch das vorher Erwähnte, dass sie nur auf das Gebot des Ewigen vor ihnen herzog.
Die Sifrei weisen auf diesen Punkt hin:

Warum sollen wir nicht weinen, wenn die Milch verschüttet ist?

„Pessach Scheni“, das „Zweite Pessach“ wird am Vierzehnten des Monates Ijar gefeiert. Der Ursprung dieses Halbfesttages ist faszinierend. Am ersten „Geburtstag“ des Auszuges aus Ägypten, als fast alle Juden mit der Vorbereitung des Lammes für die jährliche Opferdarbringung zum Pessachfest beschäftigt waren, kam eine Gruppe sich gerade in Unreinheit befindender Juden zu Moses.

Schabbat Schalom!

Ich habe noch einen wunderschönen Auszug eines Kommentars zur Paraschat von Rabbiner Ehrenberg aus Berlin, den ich euch nicht vorenthalten möchte:

Von Rabbiner Yitzhak Ehrenberg
[…]

„Und Aharon tat also“ (Bamidbar 8,3) – Unsere Weisen sel. A. sagten, er hätte nichts verändert, er tat genau, was G“tt ihm gebot, ohne Veränderungen.

Der Gaon Rabbi Zwi Hirsch Levin sel. A., Rabbiner und Rabbinergerichtsvorsitzender (Aw Beit Din), wurde einmal von David Friedländer (einer der größten Gelehrten zu der Zeit) gefragt, weshalb er nicht einverstanden damit sei, verschiedene Gesetze und Bräuche, die nicht mehr zeitgemäß sind, zu ändern.

Der Berliner Rabbiner antwortete ihm mit einer Fabel: Ein Händler mietete einen Kutschfahrer, der ihn mit seinen Waren zum Markttag von Berlin nach Leipzig fahren sollte. Er hat mit dem Kutscher eine Vereinbarung getroffen: Wenn er ihn nicht rechtzeitig an sein Zielort bringt, wird er nicht bezahlt, wenn er jedoch rechtzeitig am Ort ist, wird er den Kutscher großzügig entlohnen.

Die beiden waren mit den Bedingungen einverstanden und haben einen Vertrag unterschrieben. Es war im Winter, in der Mitte des Monats Tewet, es fing an zu schneien und der Kutscher hat sich verirrt. Letztendlich haben sie es nicht rechtzeitig zu den Marktzeiten geschafft. Beide gingen vor das Rabbinergericht (Din Tora). Das Urteil lautete: Der Kutscher bekommt keine Entlohnung, da er den Händler nicht rechtzeitig an sein Ziel gebracht hatte, und somit die Bedingungen des Vertrages nicht erfüllt habe.

Der Kutscher fragte den Rabbiner, worauf sein Urteil basiere. Sagte ihm der Rabbiner: „Dies ist das Gesetz der Tora (Din Tora).“ Fragte der Kutscher: „Sag mir bitte, wann wurde die Tora dem Volk Israel gegeben, zu welcher Zeit und in welchem Monat?“ Antwortete der Rabbiner: „Weißt du es denn nicht? Das Fest des Erhaltens der Tora ist am sechsten Siwan.“ Der Kutscher schrie: „Die Tora wurde am sechsten Siwan gegeben, wenn die Wege in gutem Zustand sind und es nicht schneit. Anhand der Tora, die am sechsten Siwan gegeben wurde, verurteilst du mich wegen etwas, das mitten im Winter geschehen ist, und die Wege in schlechtem Zustand sind. Ich bin völlig sicher, wenn Mosche die Tora im Tewet gegeben hätte, wäre das Urteil ganz anders ausgefallen!“

So lautete die Antwort des Berliner Rabbiners an David Friedländer.

Der Talmud lehrt uns, dass die Tora noch vor der Erschaffung der Welt entstand. Die Tora ist unabhängig von Zeit und Ort. Die Tora ist ewig und sie wurde den Menschen für alle Zeiten gegeben, um ihre Eigenschaften und Seelen zu verbessern. Die Menschen heute ähneln in ihren Eigenschaften den Menschen vor tausenden Jahren, die Zeit hat den Menschen und seine Eigenschaften nicht verändert, z. B. Liebe, Hass, Neid, Begierden usw.

Die Tora ist das Vollständigste, das den Menschen zum Vollkommenen weist, und die Tora warnt uns – nichts wegnehmen und nichts zugeben.
[…]

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