Judenfeindlichkeit “fest verankert”

November 28, 2011

Eine neue Studie belegt, dass 20 Prozent der Deutschen antisemitisch eingestellt sind. Überraschend ist das allerdings nicht besonders.

Judenfeindliche Einstellungen sind nach Einschätzung von Experten im “erheblichen Umfang” in der deutschen Gesellschaft verankert. Bei der Verbreitung von Antisemitismus spiele das Internet eine besondere Rolle. Rechtsextreme, Holocaustleugner und extremistische Islamisten nutzten das Netz mit großer Selbstverständlichkeit als Plattform für ihre Propaganda, schreibt der unabhängige Expertenkreis Antisemitismus in seinem ersten Bericht.

Nach einem entsprechenden Bundestagsbeschluss hatte die Bundesregierung den Expertenkreis im Jahr 2009 eingesetzt, um verstärkt gegen Antisemitismus vorzugehen. In dem Bericht heißt es, seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges sei der Antisemitismus in der öffentlichen Debatte weitgehend tabuisiert. Es spreche jedoch einiges dafür, dass diese Tabuisierung nun unterlaufen werde: Es gebe mittlerweile eine “bis weit in die Mitte der Gesellschaft verbreitete Gewöhnung an alltägliche judenfeindliche Tiraden und Praktiken”.

Hier ist die vollständige Studie.


Deutsche. Leben in Israel – ein Filmtipp!!

November 24, 2011

Noa hat mich gebeten auf Ihren Artikel über diesen Film aufmerksam zu machen, was ich gern tue.

Filme ueber Israel, den “Mazav” (die Situation dort) und die politischen Verhaeltnisse, gibt es genug, und stets habe ich mir gewuenscht, jemand moege sich einmal der “anderen” Seite annehmen, darueber berichten, wie Menschen dort ihren Alltag bestreiten, einfach einen positiven Film ueber das Land machen.
Helmut Simon, einem jungen Filmemacher, ist dies meiner Meinung nach zu hundertprozent gelungen. Vor mehr als einem Jahr, kam er durch einen gemeinsamen Bekannten auf mich zu, und fragte mich, ob ich mich interviewen lassen wuerde. Er war auf der Suche nach Deutschen, die in Israel leben, mit unterschiedlichen Hintergruenden. Wie sie leben, was sie erfuhren, wie ihr Alltag verlaeuft. Ich erklaerte mich dazu bereit, aber ein wenig Zweifel blieb in mir, ob es nicht wieder nur in eine bestimmte Richtung gehen wuerde.
Gestern bekam ich die DVD und war begeistert.
Helmut Simon und seinem Filmteam ist es gelungen, einen ausgewogenen Film ueber den Alltag von Deutschen in Israel zu machen.
12 Menschen – unter anderem ich – die sich nicht untereinander kennen, beschreiben in den Interviews ihre Gruende, warum sie in Israel leben, ihre Schwierigkeiten und ihren Alltag. Und bei allen steht die tiefe Liebe zum Land ins Gesicht geschrieben. Eine liebevolle Ode an das kleine Land Israel, mit unglaublich schoenen Perspektiven und Einblicken, mit einer Filmmusik, die genau zur Stimmung passt. Trotz der spuerbaren Israelliebe von allen Protagonisten ist der Film nicht von “Naivitaet” gepraegt. Jeder der Interviewten ist sich durchaus der grossen Probleme bewusst, die es in Israel jeden Tag zu bewaeltigen gilt, und doch lieben sie es, dort zu leben.
Es kommen die Konvertiten zu Wort, sowie ein Arzt, der schon Jahre im Hadassah-Hospital Ein Kerem arbeitet, und sich nicht vorstellen kann, wieder eines Tages zurueck zu gehen, eine gleichgeschlechtliche Beziehung einer Deutschen mit ihrer israelischen Partnerin und eine Austauschstudentin in Haifa, eine Frau aus Oesterreich und eine Deutschlehrerin in Jerusalem.
Noch nie habe ich einen solch authentischen Film gesehen.
Und das Beste – der Nachwuchsregisseur hat den Film auf dem juedischen Filmfestival in Saarbruecken vorstellen koennen, das Kino war bis auf den letzten Platz besetzt und die Zuschauer waren erstaunt und hocherfreut, dass sich jemand einmal dieses Themas annimmt, Deutsche, die mit Israelis zusammen wohnen.
Es gibt konkrete Plaene, den Film im Januar (zwischen dem 21.- 25. 2012) in Israel zu zeigen, in Haifa, Jerusalem und Tel Aviv. Darueber hinaus kann man nur hoffen, dass er auch in einem deutschen Fernsehsender gezeigt wird.
Alle Achtung, Helmut! Du hast einen wunderbaren Beitrag zum Thema Israel (wie es die Menschen nicht oft gezeigt bekommen) hinbekommen! Und ich bin stolz, dabei gewesen zu sein.


Novemberimpressionen

November 14, 2011


Koscheres bei “Nah und Gut”

November 10, 2011

Seit Anfang September kann man in Berlin Wilmersdorf, wo ich lebe, in einem ganz normalen Supermakt koschere Lebensmittel kaufen.
Ein Novum bisher. Nicht nur, dass man sich nicht mehr an die begrenzten Öffnungszeiten von Koscherläden halten muss, dort ist die Auswahl auch wesentlich besser und bei einigen Lebensmitteln auch billiger.
Vieles stammt neben Israel auch aus Frankreich bzw. England und den USA. Teilweise ist das Angebot billiger und vor allem besser als in den Koscherläden.
Eine große Auswahl hat man z.B. bei der Käseabteilung, die in reinen Koscherläden immer nur begrenzt zur Verfügung steht. Etwas was ich bisher sehr vermisst habe. Auch koscheres Brot ist ohne Probleme zu bekommen.
Chabad hat wieder einmal die Initiative gezeigt, die man bei der Gemeinde leider vermisst.


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